| |
Die
Epredigt zum neuen Jahr!
Liebe
Leserinnen und Leser!
Nachdem Pf.i.R. Otto
Steinführer im letzten Jahr verstarb, gab es länger
keine Epredigt!
Nun hat sich einer
seiner Leser entschlossen diesen wunderbaren Dienst
der "PREDIGT PER MAIL!" in Zusammenarbeit
mit Frau Steinführer
und ihrem Sohn weiter zu machen! Wir dürfen bei
angedacht.eu auch weiterhin Predigten übernehmen
und werden davon
auch Gebrauch machen! Wir freuen uns mit, dass dieser
Dienst erhalten bleibt.
Hier nun die
Predigt zu Neujahr von dem neuen Autoren: ULRICH NABER!
Liebe Gemeinde, ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Neues Jahr. Möge
unser Herr auch in diesem Jahre schützend Seine Hände über uns halten.
Haben Sie eigentlich Wünsche und Erwartungen an das Jahr 2008
?
Legen Sie diese jetzt doch einfach einmal an die Seite und lernen Sie
in dem heutigen Predigttext das "Geheimnis der Lebensfülle" kennen.
Der
heutige Predigttext entstammt dem Philipperbrief Kapitel 4, Vers
10-13.
Lassen Sie uns diesen zunächst gemeinsam lesen:
Ich bin
aber hocherfreut in dem Herrn, dass Ihr wieder eifrig geworden seid, für mich zu
sorgen; Ihr wart zwar immer darauf bedacht, aber die Zeit hat's nicht
zugelassen.
Ich sage das nicht, weil ich Mangel leide; denn ich habe
gelernt, mir genügen zu lassen, wie's mir auch geht.
Ich kann niedrig
sein und kann hoch sein; mir ist alles und jedes vertraut; beides, satt sein und
hungern, beides, Überfluss haben und Mangel leiden.
Ich vermag alles
durch den, der mich mächtig macht.
Liebe Gemeinde,
wenn mir des
Lebens ganze Fülle versprochen wird, dann geschieht dies zumeist in einer
Werbebotschaft im Fernsehen oder Radio. Da meine Lebensfülle nicht aus einem
neuen Auto, einem gefüllten Bankkonto oder einer Traumreise besteht, reagiere
ich immer ein wenig skeptisch.
Der Apostel Paulus hingegen zeigt uns, wie
wir tatsächlich des Lebens ganze Fülle erhalten; nämlich genau so, wie er sie
erhalten hat. Und dies drückt er bereits im ersten Satz des Predigttextes wie
folgt aus: "Ich bin aber hoch erfreut "in" dem Herrn... Wie Paulus dies genau
meint, finden wir im Galaterbrief 2, Vers 20 konkretisiert: "Ich lebe, doch nun
nicht ich, sondern Christus lebt in mir".
Liebe Gemeinde,
die
Botschaft, die uns Paulus mitteilt, hat es wirklich in sich. Er sagt uns klipp
und klar: "Bei Jesus gibt es nur ein "drin" oder ein "draußen". Und hier setzt
die Problematik der gesamten Christenheit ein. Wir versuchen immer wieder, ein
Leben "mit" Christus zu führen, aber kein Leben "in" Christus.
Wenn wir
nur ein Leben mit Christus führen, so laufen wir schnell Gefahr, den Herrn vor
unseren Karren zu spannen. Er darf zwar mit in unserem Lebensboot sitzen, Er
darf auch mal in besonders gefährlichen Situationen kurzfristig das Ruder
übernehmen, aber Kapitän, nein, das möchten wir doch lieber selber bleiben. Die
Gefahr bei einem Leben nur "mit" Christus besteht unter anderem darin, dass wir
das Christentum ganz schnell an den Nagel hängen, wenn unser Herr unsere Wünsche
nicht erfüllt, oder wenn uns ein wie auch immer geartetes Leid
widerfährt.
Das Leben "in" Christus hingegen sieht gänzlich anders aus.
Wir ziehen unsere Kapitänsuniform aus, weil wir erkannt haben, dass wir gar
nicht fähig sind, unser Lebensschiff auf Kurs zu halten. Viele Christen meinen,
sie müssten jetzt den Matrosenanzug anziehen und einfach nur noch
Befehlsempfänger sein. Nein, das will unser Herr auch nicht, Er will uns ja mit
Fähigkeiten und Fertigkeiten ausstatten, die wir dann auch entsprechend
einsetzen sollen. Wir sollen, um bei dem Beispiel des Schiffes zu bleiben, die
Uniform des 1. Offizieres tragen, der direkt dem Kapitän untersteht.
Dies
hat natürlich erhebliche Konsequenzen auch für unseren Alltag. Lassen Sie uns
einige Auswirkungen betrachten:
1. Der Kapitän des Schiffes bestimmt
bekanntlich auch seinen Kurs. Und so kann es geschehen, dass unser gesamtes
Wertesystem im wahrsten Sinne des Wortes "über den Haufen" geworfen wird. Das
Verlangen, immer mehr und noch mehr aus meinem Leben heraus holen zu wollen,
weicht der Erkenntnis, dass ein immer mehr und mehr auch zu einer geistigen und
seelischen Verstopfung führen kann. Wenn wir Jesus in uns leben lassen, können
wir gewiss sein, dass wir von allem genug haben werden. Und aus dieser
Gewissheit heraus, können wir auch getrost an unsere Mitmenschen denken und dazu
beitragen, dass auch sie genug haben.
 2. Der Kapitän eines Schiffes ist
auch für die Moral in der Mannschaft verantwortlich. Ethische und moralische
Grundsätze unseres bisherigen Lebens werden sich häufig ändern, wenn unser Herr
in uns lebt. Unser Herr möchte nicht, dass wir unsere Ellenbogen einsetzen, um
andere wegzustoßen, nur damit wir schneller an unser Ziel gelangen. Unser Herr
möchte, dass wir unsere Ellenbogen benutzen, um andere einzuhaken, damit auch
sie das Ziel erreichen.
3. Dem Kapitän eines Schiffes obliegt auch die
Arbeitseinteilung. Wenn unser Herr am Ruder ist, dann erhalten wir vielfältige
Aufgaben, wie dies auch schon vor der Kommandoübergabe war. Nur mit dem kleinen
Unterschied, dass Er uns auch entsprechend befähigt, die uns gestellten Aufgaben
ausführen zu können. Unser Herr möchte keine miesepetrigen Christen, die unter
der Last ihres Amtes zusammenzubrechen drohen. Er möchte genau das Gegenteil:
Einen fröhlichen Christen, der genau weiß, dass er den an ihn gestellten
Aufgaben gewachsen ist.
Ich wünsche mir sehr, dass ein jeder von uns in
die Worte des Apostels Paulus aus vollem Herzen einstimmen kann: "Ich vermag
alles, durch den, der mich mächtig macht".
Dieses Idealbild wird leider
immer wieder durch unsere sündige Natur getrübt. Immer wieder versuchen wir,
das Ruder unseres Lebens selbst in die Hand zu nehmen. Aber keine Sorge, liebe
Gemeinde, wenn wir erkennen, dass wir auf dem falschen Kurs sind und dies
unserem Herrn bekennen, dann ist er treu und gerecht und verzeiht uns auch diese
Fehler. Sobald wir ihm diese Fehler bekannt haben, führt Er uns wieder auf den
richtigen Kurs.
Liebe Gemeinde,
lassen Sie uns aufhören, die
Lebensfülle selber finden zu wollen. Alles, was uns diesbezüglich angeboten
wird, ist von vergänglicher Natur. Kurzfristiger Spaß endet all zu oft in
langwieriger Trübsal.
Lassen wir Christus in uns leben, damit auch wir
die ganze Fülle des Lebens von unserem Herrn erhalten. Und wenn wir dies tun,
wird der Herr unser Schiff des Lebens eines Tages auch sicher in den Hafen der
Ewigkeit führen, wo die unendliches Fülle des ewigen Lebens auf uns
wartet.
Der Liederdichter Paul Gerhardt beschreibt dies in dem Lied
"Großer Gott, wir loben Dich" wie folgt:
Sieh Dein Volk in Gnaden
an. Hilf uns, segne, Herr, Dein Erbe leit es auf der rechten Bahn, dass
der Feind es nicht verderbe. Führe es durch diese Zeit, nimm es auf in
Ewigkeit.
Der Herr zeige Dir den Weg, den Er für Dich vorgesehen
hat Der Herr gebe Dir die Kraft, diesen Weg zu begehen Der Herr gebe Dir
auf Deinem Wege stets ein freudiges Herz
Amen
Ich wünsche Ihnen
allen einen besinnlichen 1. Januar 2008 und einen gesegneten Start in das neue
Jahr.
Ihr Ulrich Naber
|