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Andacht vom 2. Januar 2008, .

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Die Epredigt zum neuen Jahr!

Liebe Leserinnen und Leser!

Nachdem Pf.i.R. Otto Steinführer im letzten Jahr verstarb, gab es länger keine Epredigt!

Nun hat sich einer seiner Leser entschlossen diesen wunderbaren Dienst der "PREDIGT PER MAIL!" in Zusammenarbeit

mit Frau Steinführer und ihrem Sohn weiter zu machen! Wir dürfen bei angedacht.eu auch weiterhin Predigten übernehmen

und werden davon auch Gebrauch machen! Wir freuen uns mit, dass dieser Dienst erhalten bleibt.

 Hier nun die Predigt zu Neujahr von dem neuen Autoren: ULRICH NABER!

 

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Neues Jahr. Möge unser Herr auch in diesem Jahre schützend Seine Hände über uns halten.

Haben Sie eigentlich Wünsche und Erwartungen an das Jahr 2008 ?

Legen Sie diese jetzt doch einfach einmal an die Seite und lernen Sie in dem heutigen Predigttext das "Geheimnis der Lebensfülle" kennen.

Der heutige Predigttext entstammt dem Philipperbrief Kapitel 4, Vers 10-13.

Lassen Sie uns diesen zunächst gemeinsam lesen:

Ich bin aber hocherfreut in dem Herrn, dass Ihr wieder eifrig geworden seid, für mich zu sorgen; Ihr wart zwar immer darauf bedacht, aber die Zeit hat's nicht zugelassen.

Ich sage das nicht, weil ich Mangel leide; denn ich habe gelernt, mir genügen zu lassen, wie's mir auch geht.

Ich kann niedrig sein und kann hoch sein; mir ist alles und jedes vertraut; beides, satt sein und hungern, beides, Überfluss haben und Mangel leiden.

Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht.

Liebe Gemeinde,

wenn mir des Lebens ganze Fülle versprochen wird, dann geschieht dies zumeist in einer Werbebotschaft im Fernsehen oder Radio. Da meine Lebensfülle nicht aus einem neuen Auto, einem gefüllten Bankkonto oder einer Traumreise besteht, reagiere ich immer ein wenig skeptisch.

Der Apostel Paulus hingegen zeigt uns, wie wir tatsächlich des Lebens ganze Fülle erhalten; nämlich genau so, wie er sie erhalten hat. Und dies drückt er bereits im ersten Satz des Predigttextes wie folgt aus: "Ich bin aber hoch erfreut "in" dem Herrn... Wie Paulus dies genau meint, finden wir im Galaterbrief 2, Vers 20 konkretisiert: "Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir".

Liebe Gemeinde,

die Botschaft, die uns Paulus mitteilt, hat es wirklich in sich. Er sagt uns klipp und klar: "Bei Jesus gibt es nur ein "drin" oder ein "draußen". Und hier setzt die Problematik der gesamten Christenheit ein. Wir versuchen immer wieder, ein Leben "mit" Christus zu führen, aber kein Leben "in" Christus.

Wenn wir nur ein Leben mit Christus führen, so laufen wir schnell Gefahr, den Herrn vor unseren Karren zu spannen. Er darf zwar mit in unserem Lebensboot sitzen, Er darf auch mal in besonders gefährlichen Situationen kurzfristig das Ruder übernehmen, aber Kapitän, nein, das möchten wir doch lieber selber bleiben. Die Gefahr bei einem Leben nur "mit" Christus besteht unter anderem darin, dass wir das Christentum ganz schnell an den Nagel hängen, wenn unser Herr unsere Wünsche nicht erfüllt, oder wenn uns ein wie auch immer geartetes Leid widerfährt.

Das Leben "in" Christus hingegen sieht gänzlich anders aus. Wir ziehen unsere Kapitänsuniform aus, weil wir erkannt haben, dass wir gar nicht fähig sind, unser Lebensschiff auf Kurs zu halten. Viele Christen meinen, sie müssten jetzt den Matrosenanzug anziehen und einfach nur noch Befehlsempfänger sein. Nein, das will unser Herr auch nicht, Er will uns ja mit Fähigkeiten und Fertigkeiten ausstatten, die wir dann auch entsprechend einsetzen sollen. Wir sollen, um bei dem Beispiel des Schiffes zu bleiben, die Uniform des 1. Offizieres tragen, der direkt dem Kapitän untersteht.

Dies hat natürlich erhebliche Konsequenzen auch für unseren Alltag. Lassen Sie uns einige Auswirkungen betrachten:

1. Der Kapitän des Schiffes bestimmt bekanntlich auch seinen Kurs. Und so kann es geschehen, dass unser gesamtes Wertesystem im wahrsten Sinne des Wortes "über den Haufen" geworfen wird. Das Verlangen, immer mehr und noch mehr aus meinem Leben heraus holen zu wollen, weicht der Erkenntnis, dass ein immer mehr und mehr auch zu einer geistigen und seelischen Verstopfung führen kann. Wenn wir Jesus in uns leben lassen, können wir gewiss sein, dass wir von allem genug haben werden. Und aus dieser Gewissheit heraus, können wir auch getrost an unsere Mitmenschen denken und dazu beitragen, dass auch sie genug haben.

2. Der Kapitän eines Schiffes ist auch für die Moral in der Mannschaft verantwortlich. Ethische und moralische Grundsätze unseres bisherigen Lebens werden sich häufig ändern, wenn unser Herr in uns lebt. Unser Herr möchte nicht, dass wir unsere Ellenbogen einsetzen, um andere wegzustoßen, nur damit wir schneller an unser Ziel gelangen. Unser Herr möchte, dass wir unsere Ellenbogen benutzen, um andere einzuhaken, damit auch sie das Ziel erreichen.

3. Dem Kapitän eines Schiffes obliegt auch die Arbeitseinteilung. Wenn unser Herr am Ruder ist, dann erhalten wir vielfältige Aufgaben, wie dies auch schon vor der Kommandoübergabe war. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass Er uns auch entsprechend befähigt, die uns gestellten Aufgaben ausführen zu können. Unser Herr möchte keine miesepetrigen Christen, die unter der Last ihres Amtes zusammenzubrechen drohen. Er möchte genau das Gegenteil: Einen fröhlichen Christen, der genau weiß, dass er den an ihn gestellten Aufgaben gewachsen ist.

Ich wünsche mir sehr, dass ein jeder von uns in die Worte des Apostels Paulus aus vollem Herzen einstimmen kann: "Ich vermag alles, durch den, der mich mächtig macht".

Dieses Idealbild wird leider immer wieder durch unsere sündige Natur getrübt. Immer wieder versuchen wir,  das Ruder unseres Lebens selbst in die Hand zu nehmen. Aber keine Sorge, liebe Gemeinde, wenn wir erkennen, dass wir auf dem falschen Kurs sind und dies unserem Herrn bekennen, dann ist er treu und gerecht und verzeiht uns auch diese Fehler. Sobald wir ihm diese Fehler bekannt haben, führt Er uns wieder auf den richtigen Kurs.

Liebe Gemeinde,

lassen Sie uns aufhören, die Lebensfülle selber finden zu wollen. Alles, was uns diesbezüglich angeboten wird, ist von vergänglicher Natur. Kurzfristiger Spaß endet all zu oft in langwieriger Trübsal.

Lassen wir Christus in uns leben, damit auch wir die ganze Fülle des Lebens von unserem Herrn erhalten. Und wenn wir dies tun, wird der Herr unser Schiff des Lebens eines Tages auch sicher in den Hafen der Ewigkeit führen, wo die unendliches Fülle des ewigen Lebens auf uns wartet.

Der Liederdichter Paul Gerhardt beschreibt dies in dem Lied "Großer Gott, wir loben Dich" wie folgt:

Sieh Dein Volk in Gnaden an.
Hilf uns, segne, Herr, Dein Erbe
leit es auf der rechten Bahn,
dass der Feind es nicht verderbe.
Führe es durch diese Zeit,
nimm es auf in Ewigkeit.

Der Herr zeige Dir den Weg, den Er für Dich vorgesehen hat
Der Herr gebe Dir die Kraft, diesen Weg zu begehen
Der Herr gebe Dir auf Deinem Wege stets ein freudiges Herz

Amen

Ich wünsche Ihnen allen einen besinnlichen 1. Januar 2008 und einen gesegneten Start in das neue Jahr.

Ihr
Ulrich Naber




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