Das Liebesgebot ist sehr umfassend!
Die eigene Familie lieben: Okay! Kinder zu lieben fällt uns auch nicht schwer. Und die Menschheit zu lieben ist ein hehres Ziel, dass wir unterstützen. Irgendwie bewundern wir alle den barmherzigen Samariter, der einfach nur half. Aber unsere Feinde lieben? - Das geht doch nicht, das ist unmöglich, weltfremd! - Wirklich?
Jesus hat uns dieses Gebot gegeben: Er wuchs in einfachsten Verhältnissen auf, ja, Er wurde sogar in einem Stall geboren. Er lernte das Handwerk Seines Pflege(!)vaters Josef und wurde Zimmermann. Ein Zimmermann muss anpacken können, er muss praktisch denken, es muss funktionieren. Aufgrund der ärmlichen Verhältnisse und des täglichen Existenzkampfes hatte Jesus keine Zeit für weltfremde Träumereien und romantische Schwärmereien, die sich als Trugschlüsse entpuppen. Nein, Er war und ist es gewohnt, Dinge von der praktikablen Seite her zu betrachten. Fantastereien waren und sind Ihm wesensfremd.
Durch Feindesliebe werden wir frei, und wir bewahren uns davor, uns auf ein Niveau zu begeben, das unter aller Würde ist. Wir sehen die Tatsachen. Wir sehen die eigenen Fehler. Und wir sehen auch den Feind realistischer.
Durch die Feindesliebe verändert sich unsere Einstellung, unsere Vorgehensweise. Wir denken logischer. Und wir bleiben offen für Lösungen, für Auswege. Wir vergeuden keine Energie auf Hass, auf Rache, auf Zerstörung. Wir vergeuden keine Zeit mit Bosartigkeiten. Der Hass des Anderen läuft über kurz oder lang ins Leere.
Feindesliebe: Das hat auch oft einen neuen Freund gebracht. Eine Frau hat mich förmlich gehasst und das Leben schwer gemacht: Als ihr Mann verunglückte und sich sein Sterben über Monate in verschiedenen Krankenhäusern hinzog, habe ich sie manchmal gefahren. Mancher im Dorf sieht mich seitdem mit anderen Augen. Und die Frau findet mich heute sympathisch und tut sich selbst einen Gefallen, weil sie sich nicht mehr selbst im Wege steht mit ihrem Hass. Denn Hass macht blind, macht lahm, macht taub.
Wer liebt, ist ohne Gebrechen. Wer liebt, der gesundet, der lebt. Wer liebt, hat Lebenssinn und Lebensfreude, kann lachen, kann strahlen. Wir tun uns selbst damit einen Gefallen.
Bibellesetipp:
"Ihr wisst, dass es heisst: 'Liebe deinen Mitmenschen; hasse deinen Feind.' Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, betet für alle, die euch verfolgen. So erweist ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne scheinen auf böse Menschen wie auf gute, und er lässt es regnen auf alle, ob sie ihn ehren oder verachten. Wie könnt ihr von Gott eine Belohnung erwarten, wenn ihr nur die liebt, die euch ebenfalls lieben? Das tun auch die Betrüger! Was ist denn schon Besonderes daran, wenn ihr nur zu euresgleichen freundlich seid?Das tun auch die, die Gott nicht kennen! Nein, wie die Liebe eures Vaters im Himmel, so soll auch eure Liebe sein: vollkommen und ungeteilt.''
(Matthäus 5:43-48, vgl. auch Lukas 6: 27-28 sowie Lukas 6: 32-36).
"Wo aber Liebe und Treue herrschen, da wirken sie Frieden und Wohlstand, Ruhe und Sicherheit."
(Jesaja 32:17)
Mit den besten Segenswünschen
Euer
Markus Kenn