Das Gleichnis vom großen Festmahl
Jesus erzählt in diesem Gleichnis von einem Mann, der seine Freunde zu einem grossen Festmahl lud: Alles war vorbereitet, und wir können uns sicher sein, dass es sich um besonders feine Speisen handelte und dazu besonders gute Weine dazu gereicht werden würden. Es würde sicher ein schönes Fest werden, vielleicht sogar mit Alleinunterhaltern, bestimmt aber mit guter Musik und einem tollen Rahmenprogramm. Aber die Freunde kamen nicht: Alle hatten Ausreden und Entschuldigungen. Am Ende lud der Gastgeber Wildfremde ein, Aussenstehende, die ganz unten auf der Skala der Gesellschaft stehen.
So ist es auch mit dem Reiche Gottes: Wir sind im Grunde alle geladen, doch rein kommt nur, wer die Einladung, also Jesus als ganz persönlichen Retter und Eröser annimmt. Und dies sind nicht die scheinbar Frommen, nach ausssen hin Engagierten, sondern die, die von Herzen glauben.
Anders ausgedrückt: Weder das christliche Elternhaus noch die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche sind ausschlaggebend für unsere Rettung. Es genügt auch nicht, wenn wir gute Taten - so wichtig sie auch sind! - vollbringen, auch nicht, wenn wir uns überall engagieren. Meist ist das nur blinder Aktionismus.
Ja, unter wirklich wiedergeborenen Christen finden wir oft solche, von denen wir es gar nicht erwarten: Darunter gibt es Ausgestoßene genauso wie Hässliche und Gescheiterte, wenn wir die Maßstäbe dieser Welt anlegen. Ich habe es vor Jahren einmal selbst gesehen, dass eine Obdachlose, die sich vom Betteln ernähren musste, dchristliche Traktate verteilte, und ein Prediger erzählte einmal, dass sie in den gar nicht mehr so neuen Bundesländern eine Kirche aufbauten: Ein Obdachloser hatte dafür sogar Steine gesammelt, und eine Frau mit einer Kleinstrente spendete sogar, weil sie glaubte.
Ein anderer Geistlicher sagte einmal sinngemäss, dass man in der Hölle wohl überprotional viele Theologen und Frömmler finden würde, weil diese nicht mit dem Herzen bei Gott sind und Jesus nicht wirklich als ihren Heiland angenommen hätten. Auch meine Oma - eine tiefgläubige Frau - sagte immer wieder: "Im Himmel treffen wir jene, von denen wir es am Allerwenigsten erwartet hätten, und wir werden diejenigen dort vermissen, von denen wir am Allermeisten gedacht hätten, sie seien dort!"
Und dies ist es wohl, was das Gleichnis von Gottes grossem Festmahl meint.
Bibellesetipp:
"Einer von den Gästen griff dieses Wort auf und sagte zu Jesus: 'Ja, freuen dürfen sich alle, die mit zu Tisch sitzen werden in Gottes neuer Welt!' Doch Jesus antwortete ihm mit einem Gleichnis; er sagte: Ein Mann hatte viele Leute zu einem grossen Essen eingeladen. Als die Stunde für das Mahl da war, schickte er seinen Diener, um die Gäste zu bitten: 'Kommt, es ist alles hergerichtet!' Aber einer nach dem anderen begann, sich zu entschuldigen. Der erste erklärte: 'Ich habe ein Stück Land gekauft, das muss ich mir jetzt unbedingt ansehen; bitte entschuldige mich.' Ein anderer sagte: 'Ich habe fünf Ochsengespanne gekauft und will gerade sehen, ob sie etwas taugen; bitte entschuldige mich.' Ein dritter sagte: ' Ich habe eben erst geheiratet; darum kann ich nicht kommen.' Der Diener kam zurück und berichtete alles seinem Herrn. Da wurde der Herr zornig und befahl ihm: 'Lauf schnell auf die Strassen und Gassen der Stadt und hol die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Gelähmten her!' Der Diener kam zurück und meldete: 'Herr, ich habe deinen Befehl ausgeführt, aber es ist immer noch Platz da.' Der Herr sagte zu ihm: 'Dann geh auf die Landstrassen und an die Zäune draussen vor der Stadt, wo die Landstreicher sich treffen, und dränge die Leute hereinzukommen, damit mein Haus voll wird!'' Jesus schloss: 'Das sollt ihr wissen: Von den zuerst geladenen Gästen kommt mir niemand an meinen Tisch!'"
(Lukas 14:15-24)
Mit den besten Segenswünschen
Ihr
Markus Kenn