Liebe Leserinnen
und Leser!
Es ist interessant, das ganze Kapitel Jeremia 29 zu
lesen. Man erkennt dort viel von dem, wie umsichtig und weise für
sein Volk denkt. Und wie sein Handeln immer umsorgend, aufbauend und
zukunftsweisend für seine Kinder ist, auch wenn im ersten Hinsehen wenig
attraktiv und unverständlich. Gott fordert in dieser Situation
sein Volk auf, sich in dem Land, das es gefangen hält, häuslich
einzurichten und sich segensreich dafür einzubringen. Wie klug ist er, wenn er
sagt: Wenn Babel Frieden hat, habt ihr Frieden. Wenn es diesem Land gut geht,
geht es euch auch gut. Babel war ein heidnisches Land und war dem Gott Israels
sicherlich nicht zugetan. Je nach Stärke der inneren patriotischen Einstellung
der Einzelnen hätte damals sicherlich es mancher lieber gehabt, Gott hätte so
etwas wie ein Trompetenumzug wie damals um Jericho oder auch einen Kampf mit
Stein und Schleuder wie bei David gegen die Babylonier angesagt. Ich denke,
dass die Juden damals keine Waffen mehr hatten. Da wären viele mutig mitgelaufen
oder auch nicht. Aber Gott hat oft andere - immer bessere - Gedanken über uns.
Wir sind oft nicht begeistert ... über diese Zeitverschwendung ... Aber damals
hatte Gott Israel nicht umsonst nach langer, langer Geduld aus seinem Land
vertrieben. Und ich habe damals im Biologie-Unterricht gelernt, dass jedes
Wesen, das das Licht der Welt erblickt, wie ein fest verdrahteter Computer über
seinen Instinkt sofort weiß, was es zu tun hat, nur der Mensch absolut dumm und
hilflos ins Leben kommt und viel lernen und erzogen werden muss. Was hätte die
Vertreibung nach Babel für die Juden für einen Nutzen gehabt, wenn sie gleich
danach wieder nach Hause gedurft hätten? Gott ist unser Vater, und , auch wenn
man heute anderer Auffassung leider auch in den Kirchen ist, ein guter Vater
gibt, beschenkt, aber erzieht und straft auch - aus Liebe, weil er möchte, dass
sein Kind einmal eine starke Persönlichkeit wird und lernt, auf dem rechten Weg
zu bleiben. Bei alledem baut Gott als guter Vater an der Gegenwart und Zukunft
seiner Kinder und fordert sie auf, auch weiterhin das Leben auch in der
Gefangenschaft aktiv und noch vorne orientiert in die Hand zu nehmen und zu
gestalten. Die Aufforderung, Häuser in Babel zu bauen und sich zum Gemeinwohl
des Landes einzubringen, bedeutete für die Juden damals, die gegenwärtige
Situation zunächst einmal anzunehmen, ohne ihr großes Ziel, die Rückkehr in ihr
Land, aus den Augen zu verlieren.
Ich denke, jeder kennt die Situationen, wo er - selbst
verschuldet oder nicht - sich in einem "fremden Land" fühlt und nichts lieber
täte, als von dort auszubrechen. Aber es funktioniert nicht. Du wirst wieder
eingefangen, hast sich selbst nur verletzt, bist mehr und mehr entmutigt und
klagst Gott an für alles und jedes. Vielleicht bist du sehr verletzt worden und
hast innerlich hohe Mauern, die du immer wieder versuchst, zu überklettern. Aber
du rutscht immer wieder ab, reißt dir Hände und Füße auf oder hast dir auch
schon einmal den Kopf eingerannt. Vielleicht hast du einen gewalttätigen Mann
oder eine herrschsüchtige Frau (oder umgekehrt)? Vielleicht bist du inzwischen
schon etwas älter geworden und hast immer noch keinen Partner. Du "schaust" dich
verkrampft nach allen Seiten um, wo er/sie nun endlich ist, und wirkst dabei so
komisch, dass du vielleicht schon belächelt wirst? Wir sollten uns dieses
"Belächeln" nicht erlauben, die wir in dem Bus sitzen, den andere für die eigene
Person für bereits abgefahren befürchten, sondern uns um sie kümmern, sie an
unserem Familienleben teilhaben lassen, sie ermutigen und für sie beten, dass
Gott ihnen einen für sie passenden Partner gibt. Vielleicht sitzt du auf einem
hohen Schuldenberg, vielleicht kommst du von Hartz IV nicht runter, vielleicht
bist du krank und Gott hatte dir doch die Heilung versprochen? Du schreist:
Herr, dein Wort sagt, dass ... ! Herr, meine Situation steht gegen das, was du
bist und was du immer gesagt hast und an anderen auch tust!!!
Ich möchte dich ermutigen, dieses Wort, das mir Gott am
Jahresanfang für den "Anstoß" gab, in dein Herz fallen zu lassen und in deine
Situation. Gott ist Auge in Auge vor dir und sagt dir: Mein Kind, verzage nicht!
Ich habe Gedanken des Friedens und nicht des Leides über dich, damit ich dir das
Ende gebe, auf das du so sehnlichst wartest. AMEN!
Sei sicher! Gott kennt dich, auch deine innersten
geheimsten Wünsche. Auch sie sind ihm nicht egal. Er kümmert sich in
ganzheitlicher Weise um dich!
Gott sagt
dir:
Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist
in den Schwachen mächtig.
Ich bin gekommen, dass sie (du) das Leben und volles
Genüge haben sollen
Gott segne -t- dich!
Gott mit dir!
©Wolfgang Hilger