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Andacht vom 2.Juni 2010.

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Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe das Ende, des ihr wartet. Jer. 29, 11
 
 

Liebe Leserinnen und Leser!

 

Es ist interessant, das ganze Kapitel Jeremia 29 zu lesen. Man erkennt dort viel von dem, wie umsichtig und weise für sein Volk denkt. Und wie sein Handeln immer umsorgend, aufbauend und zukunftsweisend für seine Kinder ist, auch wenn im ersten Hinsehen wenig attraktiv und unverständlich. Gott fordert in dieser Situation sein Volk auf, sich in dem Land, das es gefangen hält, häuslich einzurichten und sich segensreich dafür einzubringen. Wie klug ist er, wenn er sagt: Wenn Babel Frieden hat, habt ihr Frieden. Wenn es diesem Land gut geht, geht es euch auch gut. Babel war ein heidnisches Land und war dem Gott Israels sicherlich nicht zugetan. Je nach Stärke der inneren patriotischen Einstellung der Einzelnen hätte damals sicherlich es mancher lieber gehabt, Gott hätte so etwas wie ein Trompetenumzug wie damals um Jericho oder auch einen Kampf mit Stein und Schleuder wie bei David  gegen die Babylonier angesagt. Ich denke, dass die Juden damals keine Waffen mehr hatten. Da wären viele mutig mitgelaufen oder auch nicht. Aber Gott hat oft andere - immer bessere - Gedanken über uns. Wir sind oft nicht begeistert ... über diese Zeitverschwendung ... Aber damals hatte Gott Israel nicht umsonst nach langer, langer Geduld aus seinem Land vertrieben. Und ich habe damals im Biologie-Unterricht gelernt, dass jedes Wesen, das das Licht der Welt erblickt, wie ein fest verdrahteter Computer über seinen Instinkt sofort weiß, was es zu tun hat, nur der Mensch absolut dumm und hilflos ins Leben kommt und viel lernen und erzogen werden muss. Was hätte die Vertreibung nach Babel für die Juden für einen Nutzen gehabt, wenn sie gleich danach wieder nach Hause gedurft hätten? Gott ist unser Vater, und , auch wenn man heute anderer Auffassung leider auch in den Kirchen ist, ein guter Vater gibt, beschenkt, aber erzieht und straft auch - aus Liebe, weil er möchte, dass sein Kind einmal eine starke Persönlichkeit wird und lernt, auf dem rechten Weg zu bleiben. Bei alledem baut Gott als guter Vater an der Gegenwart und Zukunft seiner Kinder und fordert sie auf, auch weiterhin das Leben auch in der Gefangenschaft aktiv und noch vorne orientiert in die Hand zu nehmen und zu gestalten. Die Aufforderung, Häuser in Babel zu bauen und sich zum Gemeinwohl des Landes einzubringen, bedeutete für die Juden damals, die gegenwärtige Situation zunächst einmal anzunehmen, ohne ihr großes Ziel, die Rückkehr in ihr Land, aus den Augen zu verlieren.

 

Ich denke, jeder kennt die Situationen, wo er - selbst verschuldet oder nicht - sich in einem "fremden Land" fühlt und nichts lieber täte, als von dort auszubrechen. Aber es funktioniert nicht. Du wirst wieder eingefangen, hast sich selbst nur verletzt, bist mehr und mehr entmutigt und klagst Gott an für alles und jedes. Vielleicht bist du sehr verletzt worden und hast innerlich hohe Mauern, die du immer wieder versuchst, zu überklettern. Aber du rutscht immer wieder ab, reißt dir Hände und Füße auf oder hast dir auch schon einmal den Kopf eingerannt. Vielleicht hast du einen gewalttätigen Mann oder eine herrschsüchtige Frau (oder umgekehrt)? Vielleicht bist du inzwischen schon etwas älter geworden und hast immer noch keinen Partner. Du "schaust" dich verkrampft nach allen Seiten um, wo er/sie nun endlich ist, und wirkst dabei so komisch, dass du vielleicht schon belächelt wirst? Wir sollten uns dieses "Belächeln" nicht erlauben, die wir in dem Bus sitzen, den andere für die eigene Person für bereits abgefahren befürchten, sondern uns um sie kümmern, sie an unserem Familienleben teilhaben lassen, sie ermutigen und für sie beten, dass Gott ihnen einen für sie passenden Partner gibt. Vielleicht sitzt du auf einem hohen Schuldenberg, vielleicht kommst du von Hartz IV nicht runter, vielleicht bist du krank und Gott hatte dir doch die Heilung versprochen? Du schreist: Herr, dein Wort sagt, dass ... ! Herr, meine Situation steht gegen das, was du bist und was du immer gesagt hast und an anderen auch tust!!!

 

Ich möchte dich ermutigen, dieses Wort, das mir Gott am Jahresanfang für den "Anstoß" gab, in dein Herz fallen zu lassen und in deine Situation. Gott ist Auge in Auge vor dir und sagt dir: Mein Kind, verzage nicht! Ich habe Gedanken des Friedens und nicht des Leides über dich, damit ich dir das Ende gebe, auf das du so sehnlichst wartest. AMEN!

 

Sei sicher! Gott kennt dich, auch deine innersten geheimsten Wünsche. Auch sie sind ihm nicht egal. Er kümmert sich in ganzheitlicher Weise um dich!

Gott sagt dir:

Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.

Ich bin gekommen, dass sie (du) das Leben und volles Genüge haben sollen

Gott segne -t- dich!

Gott mit dir!

 

©Wolfgang Hilger

 

 




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