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Andacht vom 04. April 2007.

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Das Passah hat begonnen




heute beginnt das höchste jüdische Fest, die Pessachfeier (Passah). Eingeläutet wurde es bereits gestern Abend mit dem Sederabend. Wie auch im vergangenen Jahr durfte ich wieder zusammen mit einem jüdisch-messianischen Missionswerk daran teilnehmen. Und das Passahfest hat eine ganz wichtige Botschaft: Die Erlösung.

Erinnert wird beim Pessach an die Befreiung Israels aus der ägyptischen Sklaverei durch Gott. Das ist eines der einschneidensten und wichtigsten Ereignisse der ganzen Bibel. Schon das erste Gebot erinnert uns daran:

Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus herausgeführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. (2 Mose 20,2)

Der Pharao war damals so verstockt, dass er das Volk nicht ziehen lassen wollte und es statt dessen zu Sklavenarbeit zwang. Mose erhielt den Auftrag von Gott, das Volk aus dieser Knechtschaft zu führen. Doch der Pharao war nicht zu erweichen. Also schickte Gott eine Plage nach der anderen, insgesamt zehn. Die letzte Plage betraf den Tod aller Erstgeburt. Damit Israel davon verschont wurde, musste das Blut eines makellosen Lammes mit einem Büschel Ysop an die Türpfosten gestrichen werden. Jeder, der das Blut an seiner Tür hatte wurde verschont, der Tod ging an ihm vorüber. Und das ist auch die Wortbedeutung von Pessach: "vorüberziehen, vorbeiziehen". Der Tod zieht vorüber.

Während der Feier werden die Geschehnisse von damals symbolisch nachempfunden. Für das Ysop stand beispielsweise ein Büschel Petersilie auf den Tellern. Dort fanden sich zudem weitere Kräuter und Speisen, die stellvertretend für die damaligen Ereignisse stehen. Eine Schüssel mit Salzwasser erinnert an die Tränen, die vergossen wurden, ein Bitterkraut erinnert an die bittere Zeit der Sklaverei, süßer Brei erinnert an die Süße der Befreiung.


(ein Original Bild unserer Feier in Berlin von gestern abend. Das Datum ist nicht korrekt eingestellt gewesen.)


Und dann ist da auf dem Teller vorne noch ein Knochen zu sehen. Das ist der Knochen eines Lammes. Er steht für das Passahlamm. Da dieses nur im Tempel geopfert werden durfte, gibt es beim Pessach kein Passahlamm mehr. Denn der jüdische Tempel wurde im ersten Jahrhundert von den Römern zerstört.

Was das makellose Lamm angeht, so ist folgendes sehr bedeutend:

"Ihr sollt kein Bein an dem Lamm brechen" (2 Mose 12,46)

Das finden wir in Jesus Christus bestätigt:

"Denn dies geschah, damit die Schrift erfüllt würde: Kein Bein von ihm wird zerbrochen werden" (Johannes 19,36)

Wir sehen also, auf wen das Passahlamm hindeutet: Jesus. Er gab sich als makelloses und endgültiges Opfer hin. Durch sein Blut sind wir ebenfalls aus der Sklaverei befreit worden, aus der Sklaverei der Sünde, die zum Tod führt. Und so rief auch der jüdische Leiter unserer Pessachfeier dazu auf, dass auch die gläubigen Christen das Fest so mitfeiern sollen, als wären sie damals dabei gewesen und aus der ägyptischen Knechtschaft befreit worden. Das ist natürlich ungewöhnlich, denn das Passahfest ist normalerweise den Juden vorbehalten, wie es das Alte Testament sagt. Doch wer ist ein Jude?

"Denn nicht der ist ein Jude, der es äusserlich ist, noch ist die äusserliche Beschneidung im Fleisch Beschneidung; sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und die Beschneidung ist die des Herzens." (Römer 2,28.29)

Und so darf auch ein gläubiger Christ mit gutem Gewissen am Pessach teilnehmen und sich als Jude fühlen. Klar ist, dass die traditionellen Juden, die in Jesus (noch) nicht den Messias sehen, dies anders sehen. Doch unsere Feier fand bei messianischen Juden statt, die Jesus Christus als ihren Herrn und Erlöser angenommen haben.

Auch dass Blut geflossen ist, hat eine wichtige Bedeutung. Erst war es das Blut des Lammes, das an die Türpfosten gestrichen wurde, jetzt ist es das wertvolle Blut Jesu, das geflossen ist. Denn es heisst:

"Denn die Seele des Fleisches ist im Blut, und ich selbst habe es euch auf den Altar gegeben, Sühnung für eure Seelen zu erwirken. Denn das Blut ist es, das Sühnung tut durch die Seele in ihm." (3 Mose 17,11)


Jesus Christus wurde als makelloses Opfer geschlachtet. Er ist das endgültige Passahlamm, das jede Schuld weggenommen hat. Die Botschaft des Passah ist also auch die Botschaft von Ostern. Es ist das Blut von Gott selbst geflossen. Das müssen wir uns echt mal vorstellen. Und bei jedem Abendmahl erinnern wir uns daran. Und das ist wieder eine Parallele zum Pessach. Denn das Abendmahl wurde beim letzten Passahfest Jesu von ihm eingesetzt, damit wir uns immer wieder daran erinnern, was Gott für uns getan hat.



Eckart Haase




Ein Projekt von Christliche Autoren und pdh-ichtys © 2007