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Bibelgläubig - nicht religiös!
Mittlerweile bin ich in meinem Umfeld bekannt dafür, dass ich Christ bin, und
fast jeder weiss, dass ich intensiver bete und jeden Tag die Bibel lese.
Natürlich wissen die Meisten, dass ich mich auch gern mit Christen treffe, im
Gottesdienst, zum Bibelabend oder zum Verteilen von christlichen Traktaten.
"Religiös", nennen mich deshalb die Meisten. Aber ich bin kein sehr religiöser
Mensch, ganz im Gegenteil.
Religiöse Menschen gibt es in allen Religionen
und Gemeinschaften: Sie halten akripisch Regeln ein. Sie geben den Armen nicht
aus Liebe, sondern aus Pflicht. Sie beten, weil ihre Gebetszeiten in ihren
heiligen Büchern fest gelegt sind und halten dabei sowohl rituelle Waschungen
ein als auch bestimmte Körperhaltungen. Sie lesen in ihren heiligen Büchern,
weil sie das als Pflicht empfinden, und sie nehmen an Wallfahrten teil, die oft
sehr umständlich und sehr beschwerlich sind. Aber haben sie eine wirkliche
Beziehung zu Gott?
Ich hingegen war noch nie besonders religiös;
vielleicht liegt es daran, dass mir Pflichtübungen immer sehr suspekt waren. Als
ich dann Gott kennen lernte, erfuhr ich, dass Ihm nicht um Pflichterfüllung
geht; Er möchte mit mir eine wirkliche, von Liebe getragene Beziehung haben.
Gott versteht sich als mein Vater; damit bin ich Sein Kind.
Das macht
einen gewaltigen Unterschied: Der Gott der Bibel ist nicht weit weg. Er
interessiert sich für mein Einzelschicksal, ich bin Ihm nicht egal. Ich kann und
darf mich mit meinen kleinen Problemchen bis hin zu meinen grössten Sorgen an
Ihn wenden.
Das verändert auch mein Beten: Es ist kein Müssen, sondern
ein Dürfen. Ich spreche vertrauensvoll mit Gott, der an mir interessiert ist,
weil Er mich liebt. Und weil Er allwissend ist, kann ich Ihn auch um Rat fragen.
In Seiner Hand weiss ich mich geborgen.
Glaube ist hier Vertrauen; dieses
Vertrauen ist nicht auf Sand gebaut, sondern resultiert aus einer Erfahrung
heraus, aus der Erfahrung nämlich, dass Er mir hilft und geholfen
hat.
Auch Antworten habe ich erhalten: Hier war es ein Gedanke, dort eine
Buchzeile, da ein Satz, den jemand aussprach. Manchmal war es auch eine
Situation, ein Brief, eine Zeitungsannonce, ein Fernsehbericht. Gott antwortet
auf vielfältige Weise, doch immer so, dass man es versteht. Die einzige
Voraussetzung besteht darin, sich an Ihn zu wenden und wirklich intensiv zu
beten. Dann wird man sensibel für die Antworten, die Er gibt.
Die
Psalmisten kennen ebenfalls diese Erfahrung. Sie kamen vor Ihn mit ihrem Loben
und Danken, aber auch mit ihrem Kummer, ihren Sorgen; oft war sogar ihr eigenes
Leben bedroht wie bei König David. Auch Mose und Nehemia waren intensive Beter
und gehörten zu den ganz grossen Führern ihres Volkes. Ihre Beziehung zu Gott
war sehr eng.
Eine solch enge Beziehung haben alle Glaubensvorbilder.
Auch Abraham hatte eine sehr innige Beziehung zu Gott. Henoch und Elija hatten
ebenfalls eine aussergewöhnlich tiefe Beziehung zu Gott.
Jesus ist die
Brücke zum Vater; durch Seinen Erlösungstod ist der Vorhang im Allerheiligsten
auseinander gerissen worden. Der Weg zu Gott ist damit frei. Wir brauchen nicht
mehr die Mittlerschaft von Priestern. Wir können direkt vor Gott treten, mit Ihm
reden.
Weil ich eine direkte Beziehung zu Gott habe, weil meine Beziehung
zu Gott in Ordnung sein soll, gehe ich auch anders mit den Menschen um. Brücken
und offene Türen statt Mauern erleichtern mir den Umgang mit anderen.
Und
weil ich mich von Gott geliebt weiss, brauche ich mich nicht mehr zu ärgern,
wenn mal etwas schief läuft. Er sieht auf mein Herz. Wenn ich etwas Gutes tue -
was bedauerlicherweise immer noch selten genug vorkommt - dann tue ich es aus
Liebe, nicht aus Pflicht. Ich gehe dadurch motivierter heran. Ich tue das, was
ich tue, freudig. Ich bete freudiger, ich bete intensiver. Das Lesen der Bibel
erfahre ich so als Bereicherung. Freundlichkeit wird zur Herzlichkeit, Lächeln
zu einer positiven Art der "Gesichtslähmung".
Mein Glaube gibt mir aber
auch Kraft und Mut. Er gibt mir Stärke. Religiöse Menschen sind - so meine
Erfahrung - oft etwas grieskrämig, Bibelgläubige jedoch hatten stets
Lebensfreude. Anderen mal eine Freude machen, wird zur Lebensphilosophie. Das
erleichtert es auch meinem Gegenüber, ein Geschenk oder einen Gefallen
anzunehmen.
Eine gute Beziehung zu Gott macht auch offen für andere:
Bibelgläubige Jugendliche sind offener für andere Kulturen, für Fremde und
Ausländer. Sie interessieren sich für ihre Mitmenschen. Engagement und soziale
Verantwortung sind für sie Selbstverständlichkeiten.
Ich habe einmal eine
christliche Familie mit vielen Kindern gesehen: Sie hatten gute Beziehungen
miteinander. Bei einem Streit wurde nach Lösungen gesucht.
Ich kenne das
auch bei meinen christlichen Freunden. Wir sind oft auch unterschiedlicher
Meinung, sehen einige Dinge anders, setzen unterschiedliche Prioritäten. Aber
wir reden darüber. Es geht hier nicht darum, "Recht um jeden Preis" zu behalten
oder einen anderen zu belehren oder den "Kürzeren zu ziehen". Wir lernen
voneinander, bewegen uns aufeinander zu, finden Lösungen. Weil wir eine
geschwisterliche Beziehung haben, können wir auch über alles reden. Wir können
uns mitteilen ohne uns zu verletzen.
Eine lebendige Beziehung zu Gott
gibt immer wieder Kraft, schenkt immer wieder Hoffnung. Das schützt vor
Depressionen und Resignation. Auch wenn wir einmal ganz weit unten sind, so
können wir uns zu Gott wenden. Das verspricht uns die
Bibel.
Bibellesetipps:
"Niemand hat Gott je gesehen. Aber wenn wir einander lieben, lebt Gott in uns. Dann hat seine Liebe bei uns ihr Ziel erreicht. Dass wir in Gott leben und er in uns, wissen wir, weil er uns seinen Anteil an seinem Geist gegeben hat." (1. Johnnes 4:12-13)
"Macht euch keine Sorgen, sondern wendet euch in jeder Lage an Gott und bringt eure Bitten vor ihn. Tut es mit dank für das, was er euch geschenkt hat." ( Philipper 4:6)
"Dann werdet ihr ihn unter Berufung auf mich bitten. Ich sage eaber nicht, dass ich dann den Vater für euch bitten werde, denn der Vater liebt euch. Er liebt euch,weil ihr mich liebt und nicht daran zweifelt, dass ich von Gott gekommen bin." (Johannes 16:26-27)
"Vater, du hast sie mir gegeben, und ich will, dass sie mit mir dort sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon liebtest, bevor die Welt geschaffen wurde." (Johannes 17:24)
"Der Vater wird euch dann alles geben, worum ihr ihn bittet, weil ihr es in meinem Namen tut und euch auf mich beruft. Bisher habt ihr nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet es bekommen, damit eure Freude vollkommen und ungetrübt ist." (Johannes 16:23-24)
"Dies ist mein Gebot: Ihr sollt einander so lieben, wie ich euch geliebt habe." (Johannes 15:13)
"Wenn ihr mit mir vereint bleibt und meine Worte in euch lebendig sind, könnt ihr den Vater um alles bitten, was ihr wollt, und ihr werdet alles bekommen." (Johannes 15:7)
"Ich gebe euch jetzt ein neues Gebot: Ihr sollt einander lieben! Genauso, wie ich euch geliebt habe, sollt ihr einander leiben! An euere Liebe zueinanderwerden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid!" (Johannes 13:34)
"Noch ein letztes Wort: Werdet stark durch die Verbindung mit dem Herrn! Lasst euch stärken von seiner Kraft!" (Epheser 6:10)
Eine gute Beziehung zu Gott, der Ihnen auch gute
Beziehungen zu den Menschen schenken wird, wünscht Ihnen Ihr
Markus
Kenn
Recht für den
Text:
Markus Kenn
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