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Andacht vom 05. April 2007.

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Bibelgläubig - nicht religiös!





Mittlerweile bin ich in meinem Umfeld bekannt dafür, dass ich Christ bin, und fast jeder weiss, dass ich intensiver bete und jeden Tag die Bibel lese. Natürlich wissen die Meisten, dass ich mich auch gern mit Christen treffe, im Gottesdienst, zum Bibelabend oder zum Verteilen von christlichen Traktaten. "Religiös", nennen mich deshalb die Meisten. Aber ich bin kein sehr religiöser Mensch, ganz im Gegenteil.

Religiöse Menschen gibt es in allen Religionen und Gemeinschaften: Sie halten akripisch Regeln ein. Sie geben den Armen nicht aus Liebe, sondern aus Pflicht. Sie beten, weil ihre Gebetszeiten in ihren heiligen Büchern fest gelegt sind und halten dabei sowohl rituelle Waschungen ein als auch bestimmte Körperhaltungen. Sie lesen in ihren heiligen Büchern, weil sie das als Pflicht empfinden, und sie nehmen an Wallfahrten teil, die oft sehr umständlich und sehr beschwerlich sind. Aber haben sie eine wirkliche Beziehung zu Gott?

Ich hingegen war noch nie besonders religiös; vielleicht liegt es daran, dass mir Pflichtübungen immer sehr suspekt waren. Als ich dann Gott kennen lernte, erfuhr ich, dass Ihm nicht um Pflichterfüllung geht; Er möchte mit mir eine wirkliche, von Liebe getragene Beziehung haben. Gott versteht sich als mein Vater; damit bin ich Sein Kind.

Das macht einen gewaltigen Unterschied: Der Gott der Bibel ist nicht weit weg. Er interessiert sich für mein Einzelschicksal, ich bin Ihm nicht egal. Ich kann und darf mich mit meinen kleinen Problemchen bis hin zu meinen grössten Sorgen an Ihn wenden.

Das verändert auch mein Beten: Es ist kein Müssen, sondern ein Dürfen. Ich spreche vertrauensvoll mit Gott, der an mir interessiert ist, weil Er mich liebt. Und weil Er allwissend ist, kann ich Ihn auch um Rat fragen. In Seiner Hand weiss ich mich geborgen.

Glaube ist hier Vertrauen; dieses Vertrauen ist nicht auf Sand gebaut, sondern resultiert aus einer Erfahrung heraus, aus der Erfahrung nämlich, dass Er mir hilft und geholfen hat.

Auch Antworten habe ich erhalten: Hier war es ein Gedanke, dort eine Buchzeile, da ein Satz, den jemand aussprach. Manchmal war es auch eine Situation, ein Brief, eine Zeitungsannonce, ein Fernsehbericht. Gott antwortet auf vielfältige Weise, doch immer so, dass man es versteht. Die einzige Voraussetzung besteht darin, sich an Ihn zu wenden und wirklich intensiv zu beten. Dann wird man sensibel für die Antworten, die Er gibt.

Die Psalmisten kennen ebenfalls diese Erfahrung. Sie kamen vor Ihn mit ihrem Loben und Danken, aber auch mit ihrem Kummer, ihren Sorgen; oft war sogar ihr eigenes Leben bedroht wie bei König David. Auch Mose und Nehemia waren intensive Beter und gehörten zu den ganz grossen Führern ihres Volkes. Ihre Beziehung zu Gott war sehr eng.

Eine solch enge Beziehung haben alle Glaubensvorbilder. Auch Abraham hatte eine sehr innige Beziehung zu Gott. Henoch und Elija hatten ebenfalls eine aussergewöhnlich tiefe Beziehung zu Gott.

Jesus ist die Brücke zum Vater; durch Seinen Erlösungstod ist der Vorhang im Allerheiligsten auseinander gerissen worden. Der Weg zu Gott ist damit frei. Wir brauchen nicht mehr die Mittlerschaft von Priestern. Wir können direkt vor Gott treten, mit Ihm reden.

Weil ich eine direkte Beziehung zu Gott habe, weil meine Beziehung zu Gott in Ordnung sein soll, gehe ich auch anders mit den Menschen um. Brücken und offene Türen statt Mauern erleichtern mir den Umgang mit anderen.

Und weil ich mich von Gott geliebt weiss, brauche ich mich nicht mehr zu ärgern, wenn mal etwas schief läuft. Er sieht auf mein Herz. Wenn ich etwas Gutes tue - was bedauerlicherweise immer noch selten genug vorkommt - dann tue ich es aus Liebe, nicht aus Pflicht. Ich gehe dadurch motivierter heran. Ich tue das, was ich tue, freudig. Ich bete freudiger, ich bete intensiver. Das Lesen der Bibel erfahre ich so als Bereicherung. Freundlichkeit wird zur Herzlichkeit, Lächeln zu einer positiven Art der "Gesichtslähmung".

Mein Glaube gibt mir aber auch Kraft und Mut. Er gibt mir Stärke. Religiöse Menschen sind - so meine Erfahrung - oft etwas grieskrämig, Bibelgläubige jedoch hatten stets Lebensfreude. Anderen mal eine Freude machen, wird zur Lebensphilosophie. Das erleichtert es auch meinem Gegenüber, ein Geschenk oder einen Gefallen anzunehmen.

Eine gute Beziehung zu Gott macht auch offen für andere: Bibelgläubige Jugendliche sind offener für andere Kulturen, für Fremde und Ausländer. Sie interessieren sich für ihre Mitmenschen. Engagement und soziale Verantwortung sind für sie Selbstverständlichkeiten.

Ich habe einmal eine christliche Familie mit vielen Kindern gesehen: Sie hatten gute Beziehungen miteinander. Bei einem Streit wurde nach Lösungen gesucht.

Ich kenne das auch bei meinen christlichen Freunden. Wir sind oft auch unterschiedlicher Meinung, sehen einige Dinge anders, setzen unterschiedliche Prioritäten. Aber wir reden darüber. Es geht hier nicht darum, "Recht um jeden Preis" zu behalten oder einen anderen zu belehren oder den "Kürzeren zu ziehen". Wir lernen voneinander, bewegen uns aufeinander zu, finden Lösungen. Weil wir eine geschwisterliche Beziehung haben, können wir auch über alles reden. Wir können uns mitteilen ohne uns zu verletzen.

Eine lebendige Beziehung zu Gott gibt immer wieder Kraft, schenkt immer wieder Hoffnung. Das schützt vor Depressionen und Resignation. Auch wenn wir einmal ganz weit unten sind, so können wir uns zu Gott wenden. Das verspricht uns die Bibel.

Bibellesetipps:

"Niemand hat Gott je gesehen. Aber wenn wir einander lieben, lebt Gott in uns. Dann hat seine Liebe bei uns ihr Ziel erreicht. Dass wir in Gott leben und er in uns, wissen wir, weil er uns seinen Anteil an seinem Geist gegeben hat."
(1. Johnnes 4:12-13)

"Macht euch keine Sorgen, sondern wendet euch in jeder Lage an Gott und bringt eure Bitten vor ihn. Tut es mit dank für das, was er euch geschenkt hat." ( Philipper 4:6)

"Dann werdet ihr ihn unter Berufung auf mich bitten. Ich sage eaber nicht, dass ich dann den Vater für euch bitten werde, denn der Vater liebt euch. Er liebt euch,weil ihr mich liebt und nicht daran zweifelt, dass ich von Gott gekommen bin." (Johannes 16:26-27)

"Vater, du hast sie mir gegeben, und ich will, dass sie mit mir dort sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon liebtest, bevor die Welt geschaffen wurde." (Johannes 17:24)

"Der Vater wird euch dann alles geben, worum ihr ihn bittet, weil ihr es in meinem Namen tut und euch auf mich beruft. Bisher habt ihr nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet es bekommen, damit eure Freude vollkommen und ungetrübt ist." (Johannes 16:23-24)

"Dies ist mein Gebot: Ihr sollt einander so lieben, wie ich euch geliebt habe." (Johannes 15:13)

"Wenn ihr mit mir vereint bleibt und meine Worte in euch lebendig sind, könnt ihr den Vater um alles bitten, was ihr wollt, und ihr werdet alles bekommen." (Johannes 15:7)

"Ich gebe euch jetzt ein neues Gebot: Ihr sollt einander lieben! Genauso, wie ich euch geliebt habe, sollt ihr einander leiben! An euere Liebe zueinanderwerden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid!" (Johannes 13:34)

"Noch ein letztes Wort: Werdet stark durch die Verbindung mit dem Herrn! Lasst euch stärken von seiner Kraft!" (Epheser 6:10)

Eine gute Beziehung zu Gott, der Ihnen auch gute Beziehungen zu den Menschen schenken wird, wünscht Ihnen
Ihr

Markus Kenn

Recht für den Text:
Markus Kenn




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