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Ich änderte meine Meinung
Ich bin Schüler der Oberstufe eines Gymnasiums und glaube daher, mich einen denkenden, kritischen Menschen nennen zu können, zumal mich meine atheistischen Eltern sehr antiautoritär erzogen und ich so sehr früh selbständig wurde.
So war es für mich auch gar keine Frage, dass alle Religionen (insbesondere das Christentum, welches Geben für besser hält als Nehmen) zur Verdummung der Völker geschaffen wurden, da mit ihrer Hilfe nichtdenkende Untertanen herangezogen werden. Deshalb trat ich aus der Kirche aus, weil ich die Vertreter dieser Institution als Christen ansah und bemerkte, dass sie sich (zumindest in meinem Fall) gar nicht um den Menschen kümmerten, sondern meinten, durch den bloßen Vollzug ritueller Handlungen den Menschen Christentum vorzuleben.
In der Schule war ich einer der Besten, aber das befriedigte mich irgendwie nicht. Ich sah keinen Sinn darin. Ich wollte etwas vom Leben haben und meine Zeit nicht mit dem Lernen von Vokabeln vertun. So beschloss ich während meiner Ferien mein Zuhause, wo es mir materiell ziemlich gut ging und ich auch nie Streit mit meinen Eltern hatte, zu verlassen, um zu gammeln. Erst einmal für ein Jahr, und dann vielleicht für den Rest meines Lebens.
Ich gammelte nur sechs Wochen und lebte während dieser Zeit nicht immer innerhalb der Legalität, fühlte mich aber sehr wohl dabei. Dann kam ich nach Gießen, und dort in die Gemeinschaft von Menschen, die mit dem Christentum ernst machten. Sie redeten nicht nur fromm, sondern praktizierten auch die Nächstenliebe, die sie predigten. Diese Leute nahmen mich mit zu einer Evangelisation der Zeltmission. Ich ging eigentlich nur mit, weil ich mir unter dem Begriff "Zeltmission" nichts vorstellen konnte und das auch mal kennen lernen wollte. Ich weiß nicht, was mich da gepackt hat, ob es die Atmosphäre im Zelt war, die Gestalt des Predigers, oder die Predigt selbst, die ganz vernünftig und überzeugend war und bei der man nicht einschlief, sondern erst richtig wach wurde. Ich beschloss jedenfalls, mich nach dem Vortrag mit dem Prediger zu unterhalten. Eine der wichtigsten Fragen, die ich ihm stellte, war die nach dem Sinn des Lebens, den ich ja suchte, bzw. meinte im Gammeln gefunden zu haben. Er antwortete mir darauf, dass das einzige, was meinem Leben auf Dauer Sinn geben könne, ein Leben in der Nachfolge Christi sei. Alles andere, Glück, Erfolg, usw. sei zweitrangig bzw. billiger Ersatz für den Sinn des Lebens.
An jenem Abend wollte ich ihm das noch nicht glauben, aber zwei Tage später, nachdem ich länger darüber nachgedacht hatte, erkannte ich, dass ich bisher zwar e t w a s vom Leben gehabt hatte, aber auch immer nur e t w a s vom Leben haben würde, wenn ich mich nicht grundlegend änderte. Da traf ich meine Entscheidung für Christus, denn nur Er, das hatte ich inzwischen erkannt, konnte mir das ganze Leben schenken. Er machte mir auch klar, dass es das Beste für mich sei, wenn ich wieder nach Hause ginge und die Schule weitermachte, um die allgemeine Behauptung zu widerlegen, dass nur mehr oder minder dumme Menschen mit geringer Urteilskraft und kleinem Horizont Zuflucht zur Religion nehmen.
Ich weiß jetzt, dass Gott Menschen braucht, die sich nicht nur Christen nennen, sondern auch das in ihrem Leben verwirklichen, was er durch sein Wort von uns fordert. Dazu gehört auch, dass man von der Erfahrung, die man mit Gott gemacht hat, anderen erzählt, die diese Erfahrung noch nicht gemacht haben. Und das sind in diesem Falle Sie, liebe Leserin, lieber Leser. Ich hoffe, dass Sie auch die Erfahrung machen, wie Gott ihr ganz persönliches Problem lösen kann, so wie er das bei mir gemacht hat.
"Ihr habt ihn doch gehört und seid in ihm gelehrt worden, wie es Wahrheit in Jesus ist: dass ihr, was den früheren Lebenswandel angeht, den alten Menschen abgelegt habt, der sich durch die betrügerischen Begierden zugrunde richtet, dagegen erneuert werdet in dem Geist eurer Gesinnung und den neuen Menschen angezogen habt, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit." (Epheser 4,21-24)
"Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat." (Johannes 3,16)
F.W.
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