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Andacht vom 06. August 2008.

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Eigenlob stinkt!




Zugegeben: Der Titel provoziert schon! Aber mir geht es nicht darum, die Leserinnen und Leser zu ärgern, nein, es geht um den Pharisäer und den Zöllner aus dem Gleichnis.

Was hat sich der Pharisäer doch gelobt mit seinen guten Taten, seiner Gesetzestreue, mit dem, was er für Gott tut und bereits getan hat! Natürlich: Wir würden das doch nicht tun? - Wirklich nicht?

Ich jedenfalls habe mich selbst dabei erwischt: Im Aufzählen meiner - vermeintlich - guten Taten bin ich großartig; schließlich spende ich Blut und Blutzellen, ich sammele Briefmarken für die Karmelmission, ich bringe der Nachbarin den Pfarrbrief mit .....

Und die anderen sind viel schlechter als ich: Der gestohlene Apfel, den ich als Kind mopste, ist doch nicht so schlimm, und die ein oder andere Notlüge aus Höflichkeit - eigentlich war es meine Feigheit! - zählt doch nicht. Umgebracht hab ich auch noch keinen....

Hoppla: Jesus muss wohl ausgerechnet an mich gedacht haben, als Er dieses Gleichnis erzählte. Natürlich: Ich habe es vehement bestritten und nicht bemerkt, dass ich damit schon bei der Selbstbeweihräucherung angelangt bin, die ich doch so rigoros dem Pharisäer vorgeworfen habe.

Wäre die Rolle des Zöllners nicht angemessener? Wie oft tun wir doch etwas, dass wir für falsch halten, um uns dem Gruppendruck zu beugen? Die Mutprobe, in der wir vielleicht etwas stehlen, die vermeintliche Notlüge, die wir als Höflichkeit verkaufen, obwohl es nur unsere eigene Bequemlichkeit und Angst ist, die uns lügen lässt, die gestohlene Büroklammer, das Überziehen der Pause bei der Arbeit ... Und bei der Steuererklärung trickst man sowieso.

Auf diesem Hintergrund danke ich Gott nicht mehr dafür, dass ich nicht so bin wie die anderen, nein, ich weiß, dass ich nicht so bin wie ich sein sollte. Etwas ironisch ausgedrückt: Wenn die anderen so wären wie ich sein sollte, dann wäre die Welt ein gutes Stück besser.

Doch letztendlich werde ich mich eines Tages allein und nicht für die Anderen vor Gott verantworten müssen: Wehe, wenn ich dann nicht gerechtfertigt bin! Dann hilft mir nichts mehr! Jetzt muss ich bemerken und realisieren: "Gnade mir Gott!" Der Zöllner hat dies verstanden!


Bibellesetipp:

"Er sprach aber auch zu einigen, die auf sich selbst vertrauten, dass sie gerecht seien, und die Übrigen verachteten, dieses Gleichnis:
10 Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer und der andere ein Zöllner.
11 Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so: Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die Übrigen der Menschen: Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner.
12 Ich faste zweimal in der Woche, ich verzehnte alles, was ich erwerbe.
13 Der Zöllner aber stand weitab und wollte sogar die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig!
14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, im Gegensatz zu jenem; denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer aber sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden."
(Lukas 18, 9-14)

Mit den besten Segenswünschen
Euer


Markus Kenn



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