|
|
| |
Hoffnung
für eine Nussschale
Er liegt auf seinem Bett. Die Arme hinter dem Kopf verschränkt. Er denkt nach.
Über sich, über das Leben und wieder über sich. Er findet keine Lösung. Er weiß
keine Hilfe. Es gibt keine. Er ist verzweifelt.
Vor seinem inneren Auge
sieht er einen Ozean. Das Wasser ist dunkel, fast schwarz. Wellen tanzen auf der
Oberfläche. Da erkennt er im Wasser eine winzig kleine Nußschale. Sie wird hin
und her geworfen. Aber, sie geht nicht unter.
„Das bin ich“, denkt er,
„eine Nußschale. Ein Wunder, dass ich noch am Leben bin. Sinnlos werde ich hin
und her geschaukelt. Für mich gibt es keine Rettung. Irgendwann bin ich nicht
mehr da und niemand wird es merken!“
Dann sieht er am Horizont einen
Leuchtturm. Er sendet Lichtsignale aus, die sich für ganz kurze Zeit im dunklen
Wasser wiederfinden. Es ist, als rufe ihm der Leuchtturm zu: „Mich gibt es auch
noch! Es gibt noch Hoffnung für dich. Du bist nicht verloren“. Der Leuchtturm
steht fest. Das Meer kann ihm nichts anhaben. Er steht auf einem
Felsen.
Wie durch ein Wunder zieht Friede in sein Herz ein. Er denkt:
„Der Leuchtturm, der Leuchtturm ist es. Es gibt noch etwas anderes als das
bedrohliche Wasser. Es gibt ein Licht und das steht auf einem sicheren Platz.
Ich bin nicht ganz verloren.
Vielleicht will Gott dieser Leuchtturm für
mich sein. Er steht fest. Meine Leben, meine Not ist ihm nicht verborgen. Er
sieht mich, auch wenn mich sonst niemand sieht. Es gibt auch für mich noch
Hoffnung. Ich will auf Gott hoffen. Ich weiß nicht, wie er es mit mir machen
wird, aber ich will glauben, dass es weitergeht und irgendwie gut
wird.“
„Zuflucht ist bei dem alten Gott!“ 5. Mose 32,27 „Wenn du
meinst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.
(Sprichwort)
© Cornelia Hott 2007
|
|