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Die
Epredigt zum neuen Jahr!
Liebe Gemeinde,
wir feiern heute das Epiphaniasfest. Dabei handelt es
sich um das nach Ostern älteste Kirchenfest. Wir gedenken dabei dreierlei. Durch
den Besuch der heiligen drei (?) Könige, die bekanntermaßen keine Israeliten
waren, gedenken wir daran, dass Jesus Christus allen Menschen erschienen ist.
Wir gedenken der Taufe Jesu, bei welcher zum ersten Male Seine Gottessohnschaft
offenbar wurde. Und wir gedenken des ersten Wunders Jesu in Kana, wo zum ersten
Male die himmlische Kraft Jesu ersichtlich wurde.
Der heutige Predigttext
beschäftigt sich unter anderem mit einem sehr ernsten Thema, nämlich mit dem
Thema "Unglauben". Der Predigttext steht im 2. Korintherbrief im Kapitel 4, die
Verse 3-6.
Lassen Sie uns diesen Text gemeinsam lesen:
Ist nun
aber unser Evangelium verdeckt, so ist's denen verdeckt, die verloren werden,
den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, dass sie
nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi,
welcher ist das Ebenbild Gottes.
Denn wir predigen nicht uns selbst,
sondern Jesus Christus, dass er der Herr ist, wir aber Eure Knechte um Jesu
willen.
Denn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis
hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass durch
uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem
Angesicht Jesu Christi.
Liebe Gemeinde,
der heutige Predigttext
beschäftigt sich mit drei zentralen Themen:
1. Der Apostel Paulus
berichtet von einer Gruppe von Menschen, denen die frohe Botschaft des
Evangeliums verborgen bleibt. Gott will, dass alle Menschen errettet werden,
aber der Gott dieser Welt (Satan) möchte genau das Gegenteil. Und dabei benutzt
er alle Mittel, die ihm dabei zur Verfügung stehen. Obschon Gott immer nur ein
Gebet weit entfernt ist, können z.B. die Sorgen des Alltages viele Menschen
leicht erdrücken. Aber auch rein selbstsüchtiges Verhalten kann den Menschen den
Blick auf unseren Herrn versperren. Sie sind dann derart mit der Erreichung
ihrer eigenen Ziele beschäftigt, dass sie schnell ihre Mitmenschen und auch
unseren Herrn aus den Augen verlieren.
Auch für einen "gestandenen"
Christen lauern vielfältige Versuchungen Satans auf allen unseren Wegen. Wir
sollen dabei ständig auf der Hut sein. Martin Luther, der Versuchungen Satans
bestens kannte, begegnete diesen mit einem erprobten Mittel. Er sagte: " Wenn
der Satan an mein Herz klopft, öffne ich die Tür meines Herzens. Satan sieht
dann, dass Christus in meinem Herzen wohnt und für ihn kein Platz mehr
ist".
Wenn wir, wie Luther, die Versuchungen des Gottes dieser Welt
kennen, können wir ihnen auch erfolgreich widerstehen.
2. Paulus ermahnt
in diesem Predigttext auch alle Prediger. Da wir uns zur Priesterschaft aller
Gläubigen bekennen, trifft diese Warnung auf uns alle zu. Die Anweisung, die
eigentlich recht deutlich ist, lautet: Wir sollen Jesus Christus predigen und
sonst nichts. Da ist zunächst einmal der Verkündigungsdienst angesprochen. In
ihm sollen wir die frohe Botschaft weitergeben. Da sich derzeit die
"Allversöhnungstheorie" immer wachsender Beliebtheit erfreut, dürfen wir bei der
Verkündigung der frohen Botschaft niemals vergessen, auch auf den Gott dieser
Welt und dessen Absichten hinzuweisen. Wenn wir als Christen die Worte Satan und
Hölle in's Spiel bringen, werden wir immer wieder belächelt. Ich gebe dann zu
bedenken, dass uns unser Herr Jesus im Neuen Testament nicht einmal, sondern
immer wieder auf die Gefahren aufmerksam macht, die von Satan ausgehen. Ich kann
schließlich nicht all das aus der Bibel herausstreichen, was mir unbequem
erscheint.
Aber wir dürfen das Wort "predigen" ruhig etwas weiter fassen.
Es beinhaltet unseren ganzen Lebensstil. Das fängt bei dem Verhalten gegenüber
unseren Mitmenschen an und hört bei dem Dienst in der Gemeinde noch lange nicht
auf. In allem, was wir tun und lassen, soll man erkennen, dass wir "Botschafter"
Jesu Christi sind.
 Der Liederdichter Gerhard Tersteegen drückt dies in
der vierten Strophe des Liedes "Ich bete an die Macht der Liebe" noch viel
schöner aus:
O Jesu, dass Dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket
ein; möchte Deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget sein. Im
Wort, im Werk und allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen
3.
Sie werden mir hoffentlich zustimmen, dass ein soeben geschildertes geistiges
Leben in dieser reinen Form nicht immer gelebt werden kann. Seien Sie getrost,
liebe Gemeinde, Gott weiß das auch. Dazu hat Er uns ja den hellen Schein in
unsere Herzen gegeben, durch den wir leuchten können. Das helle Licht des
Evangeliums gibt uns immer wieder auf's Neue die Kraft "in" Christus zu
leben.
Und durch diese Kraft können wir auch unsere Mitmenschen an diesem
Glanz teilhaben lassen.
Und wenn wir so leben und auch in dieser Weise
unseren Mitmenschen begegnen, ja auch den ungläubigen Mitmenschen gegenüber,
dann kann Gott das Blendwerk Satans an die Seite schieben, dass auch sie das
helle Licht des Evangeliums erkennen können.
Der Herr gebe Dir immer
wieder die Kraft, den Versuchungen des Gottes dieser Welt zu widerstehen Der
Herr gebe Dir immer wieder Seinen hellen Schein in Dein Herz Der Herr lasse auch
Deine Mitmenschen durch Deinen hellen Schein zur Erkenntnis der Herrlichkeit
kommen
Amen
Ich grüße Sie alle recht herzlich und möchte mich sehr
für Ihre Zuschriften bedanken.
Ihr Ulrich Naber
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