Undank ist der Welten Lohn
Einmal heilte Jesus zehn Aussätzige, und nur einer - ausgerechnet ein Fremder, also ein Ungläubiger - kehrte zurück und dankte! Ich selbst kann mich über so viel Undank aufregen: Da werden sie geheilt und können wieder zurück ins gesellschaftliche Leben, können wieder selbst ihr Brot verdienen und sind nicht mehr auf Almosen angewiesen, die sie von anderen bekommen, denn damals bedeutete Aussatz, dass man nicht mehr mit Gesunden verkehren durfte - auch nicht mit seinen Verwandten -, weil das Ansteckungsrisiko so groß war. Man konnte deswegen auch nicht mehr arbeiten, und in Ermangelung einer staatlichen oder sonstigen Fürsorge war man auf die Gnade seiner Mitmenschen angewiesen, die an den Orten Essen brachten und Kleidung, wo die Aussätzigen leben durften.
Aber bin ich besser? Ja, ich weiß, worum ich Jesus alles bitten kann: Um Arbeit, um Geld, um Freunde, um eine bessere Wohnung, um einen Umzug, weil es mir in dem Ort, in dem ich lebe, nicht wirklich gefällt...
Und ich kann mich so hervorragend beklagen: Dümmere als ich haben Traumberufe und ich bin arbeitslos, Hässlichere als ich haben Traumfrauen, und ich bin ledig. Allen Anderen geht es sowieso besser: Sie haben mehr Geld, tolle Autos, schöne Häuser.... Und ich bin doch so ein armer Kerl! Danken? - Wofür? Dafür hab ich doch keinen Grund!
Ach ja: Ich bin gesund, ich habe genug anzuziehen, ich habe Freunde, die für mich beten und die ich, wenn ich mich mal aussprechen will, anrufen oder besuchen kann. Ich habe ein Dach über dem Kopf, ich habe zu Essen, zu Trinken.
Sicher: Mein Leben läuft nicht so ganz rund, für Vieles kann ich wirklich nichts, und man kann sich ruhig wünschen, dass man etwas erreicht, wo Andere bereits sind. Doch wir dürfen niemals übersehen, dass es Anderen schlechter geht, dass sie die Geringsten Seiner Brüder sind und wir so viele Gründe zum Danken haben. Wie Vieles ist uns geglückt? Vor was sind wir bewahrt worden?
Dankbarkeit setzt Kräfte frei und sorgt dafür, dass wir die Dinge realistisch sehen und auch Lösungen dort finden, wo es nicht so ganz stimmt oder wo wir Besserung erwarten. Wenn wir Gott danken, dann wissen wir auch, dass wir abhängig sind von Ihm und Seiner Gnade. Dann sehen wir das Gute und schöpfen neue Kraft.
Die neun Aussätzigen, die nicht gedankt haben, haben sich vielleicht über die verlorenen Jahre beklagt und sich dann um die Zukunft, die sie hatten, selbst betrogen. Der Eine, der kam, hat neue Kraft gefunden. Er hat sich gefreut. Er hat seine Chancen ergriffen.
Seien wir dankbar für das, was der Herr uns schenkt. Wenn es für uns gut ist, wird Er uns dann auch das geben, wofür wir Ihn bitten.
Bibellesetipp:
Lukas 17:11-19:
"Die zehn Aussätzigen
Und es begab sich, als er nach Jerusalem wanderte, dass er durch Samarien und Galiläa hin zog. 12 Und als er in ein Dorf kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer; die standen von ferne 13 und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser! 14 Und als er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den Priestern! Und es geschah, als sie hingingen, da wurden sie rein. 15 Einer aber unter ihnen, als er sah, dass er gesund geworden war, kehrte er um und pries Gott mit lauter Stimme 16 und fiel nieder auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm. Und das war ein Samariter. 17 Jesus aber antwortete und sprach: Sind nicht die zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? 18 Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde? 19 Und er sprach zu ihm: Steh auf, geh hin; dein Glaube hat dir geholfen."
Mit den besten Segenswünschen
Euer
Markus Kenn