Ich? Ein Sünder?
Wenn man die Menschen hört, dann geben die meisten zu, nicht perfekt zu sein; im selben Atemzug kommt aber gleich die Relativierung: "Ich tue ja so viel Gutes, und was ich schon alles geleistet habe!" Der Grad der Selbstbeweihräucherung schlägt alle Rekorde. Warum ist die Welt dann so schlecht, wenn wir alle so gut sind?
Nein, wir Menschen sind nicht gut: Wir sind neidisch, wir hassen, wir spotten, wir mobben, wir gehen auf Schwächere los. Selbst Kindern muss man nicht beibringen, wie man lügt, stiehlt, verleumdet und Schwächere verkloppt. Man muss ihnen aber Lesen, Schreiben, Rechnen, Sprechen und Laufen beibringen.
Auch wenn wir Gutes tun, dann sind wir berechnend: Firmen spenden, um damit eine gute PR zu haben. Auch wir engagieren uns doch in einem Verein, bei der Feuerwehr, im THW, im Kirchenchor hauptsächlich darum, um zu zeigen, wie gut wir sind, um soziale Kontakte zu haben, um selbst geholfen zu bekommen, wenn wir in Not sind. Unsere Hilfe ist Selbstzweck, Kalkül. Es zielt auf Gewinn ab.
König David hat das erkannt und zugegeben. Er bekannte, dass er ein Sünder war. Wenn ich über mich, meine Motivation und meine Taten nachdenke, muss ich sagen, dass auch ich ein Sünder bin. Trotzdem benehme ich mich wie der Pharisäer, der sich vor Gott am liebsten selber lobt. Aber das bringt nichts.
Ich gebe nunmehr zu, ein Sünder zu sein. Gott weiß es sowieso. Und wenn ich vor Ihn komme und gestehe, dann wäscht Er mich rein und verändert mich in Seinem Sinne. Das tut mir dann selbst gut. Der Psalm 51 spricht mir deshalb aus dem Herzen:
Dem Chorleiter. Ein Psalm. Von David.
2 Als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem er zu Batseba eingegangen war.
3 Sei mir gnädig, Gott, nach deiner Gnade; tilge meine Vergehen nach der Größe deiner Barmherzigkeit!
4 Wasche mich völlig von meiner Schuld, und reinige mich von meiner Sünde!
5 Denn ich erkenne meine Vergehen, und meine Sünde ist stets vor mir.
6 Gegen dich, gegen dich allein habe ich gesündigt und getan, was böse ist in deinen Augen; damit du im Recht bist mit deinem Reden, rein erfunden in deinem Richten.
7 Siehe, in Schuld bin ich geboren, und in Sünde hat mich meine Mutter empfangen.
8 Siehe, du hast Lust an der Wahrheit im Innern, und im Verborgenen wirst du mir Weisheit kundtun.
9 Entsündige mich mit Ysop, und ich werde rein sein; wasche mich, und ich werde weißer sein als Schnee.
10 Lass mich Fröhlichkeit und Freude hören, so werden die Gebeine jauchzen, die du zerschlagen hast.
11 Verbirg dein Angesicht vor meinen Sünden, und tilge alle meine Schuld!
12 Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, und erneuere in mir einen festen Geist!
13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und den Geist deiner Heiligkeit nimm nicht von mir!
14 Lass mir wiederkehren die Freude deines Heils, und stütze mich mit einem willigen Geist!
15 Lehren will ich die <von dir> Abgefallenen deine Wege, dass die Sünder zu dir umkehren.
16 Rette mich von Blutschuld, Gott, du Gott meines Heils, so wird meine Zunge deine Gerechtigkeit jubelnd preisen.
17 Herr, tue meine Lippen auf, dass mein Mund dein Lob verkünde.
18 Denn du hast keine Lust am Schlachtopfer, sonst gäbe ich es; Brandopfer gefällt dir nicht.
19 Die Opfer Gottes sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.
20 Tue Zion Gutes in deiner Gunst, baue die Mauern Jerusalems!
21 Dann wirst du Lust haben an rechten Opfern, Brandopfern und Ganzopfern; dann wird man Stiere darbringen auf deinem Altar.
Mit den besten Segenswünschen
Euer
Markus Kenn