Vom verlorenen Schaf
Heute kennen wir die Schäfer kaum noch, die mit ihren Herden von Weide zu Weide ziehen, und auch ich erinnere mich nur noch dunkel an die Schafhirten, die durch unser Dorf zogen.
Zu Jesu Zeiten war es anders: Schafherden, die von Weideplatz zu Weideplatz zogen, waren gang und gäbe. Die Schäfer damals konnten es sich nicht leisten, dass ein Schaf verloren ging, denn es war für sie ein Vermögen wert. Fanden sie ein verlorenes Tier wieder, dann war die Freude gross!
Vor Gott sind alle Menschen wertvoll, und Er will nicht, dass auch nur ein einziger verloren geht. Deshalb hat Er Seinen eingeborenen Sohn dahin gegeben, um uns zu retten. Mehr noch: Er bietet alles auf, um jedes einzelne verlorene Schaf zu finden. Das kann ein Plakat sein oder ein Auto- bzw. ein Briefaufkleber, eine Fernsehsendung oder ein Leserbrief oder sonst irgend etwas.
Gott kombiniert oft verschiedene Wege, um die Verlorenen zu finden. Ich erinnere mich noch, wie Gott alles aufbot, um mich zu finden: Da war ein Arbeitskollege, der seinen christlichen Glauben vehement bekannte, da war ein Chick-Comic, das ich in einer Kirche fand, da waren zwei Traktatverteiler, die m ir etwas in die Hand drückten. Und dann kam eine Sinnkrise hinzu, und ich bekehrte mich.
Über jeden, der sich bekehrt, herrscht eine grosse Freude im Himmel. Ja, man kann sagen: Dann ist da ein grosses Freudenfest. Alle Engel und Heiligen jubeln!
Ist das nicht Grund genug, sich zu bekehren, weil wir dann an dieser Freude teilhaben werden, weil wir das ewige Leben haben in Seinem Königreich? Ist das nicht auch Grund genug dafür, Traktate zu verteilen, den Glauben zu bekennen, Missionswerke zu unterstützen?
Die Freude wird einst auch für uns gross sein, wenn wir dort erleben, dass unser Bekenntnis Sinn gemacht und Leute erreicht hat. Verlorene Schafe zu Finden ist doch auch ein Akt der Solidarität, waren auch wir einst verloren!
Bibellesetipp:
"Seht zu, dass ihr nicht einen von den Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allzeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Denn der Menschensohn ist gekommen, selig zu machen, was verloren ist. Was meint ihr? Wenn ein Mensch hundert Schafe hätte und eins unter ihnen sich verirrte: Lässt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen, geht hin und sucht das verirrte? Und wenn es geschieht, dass er es findet, wahrlich, ich sage euch: er freut sich darüber mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben. So ist's nicht der Wille bei eurem Vater im Himmel, dass eines von diesen Kleinen verloren werde."
(Matthäus 18:10-14)
Mit den besten Segenswünschen
Euer
Markus Kenn