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Andacht vom 08.August 2007.

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Beziehung zu Gott

Nichts geht über die Liebe!




Im Grunde ist die Bibel nichts anderes als die Liebeserklärung Gottes an die Menschen; Liebe ist nicht nur das erste und vornehmste, sondern auch das eigentliche Gebot, um das es geht, die Liebe zu Gott aus ganzer Kraft, ganzer Seele, ganzem Herzen, ganzem Verstand Gott gegenüber und zu den Mitmenschen, seinem Nächsten also, wie zu sich selbst. Nur auf dem Hintergrund dieser Liebe sind die Gebote und Weisungen Gottes zu verstehen und auch die Tatsache, warum Gott Seinen eingeborenen Sohn opferte: Ohne Jesu Heldentat auf Golgatha und ohne Seine Auferstehung wären wir alle verloren auf ewig. Die Tatsache, dass Jesus für uns die Grausamkeiten der römischen Gerichtsbarkeit und des Kreuzestodes auf sich nahm, ist ein schwerer Akt, der eine enorme Leidensfähigkeit voraussetzt, die mit nichts zu vergleichen ist: Wer den Film von Mel Gibson "Die Passion Jesu" gesehen hat, hat eine Ahnung davon, welchen Brutalitäten Jesus ausgesetzt war; weil Jesus all das auf sich nahm, bewies Er Seine übergrosse, göttliche Liebe zu uns.

Selbst in den Geboten des Alten Testamentes wird deutlich, wie sehr Gott die Menschen liebt: Fremde, Witwen und Waisen haben dort einen Anspruch auf Schutz; den Israeliten war es geboten, für ihre notleidenden Volksgenossen einzustehen. Grundbesitzer und Weinbauern waren gehalten, auf die Nachlese zu verzichten, damit die Armen diese halten konnten, um ihr Leben zu sichern. Von den Armen durfte praktisch kein Pfand genommen werden, und die Tagelöhner hatten Anspruch auf Auszahlung ihres Lohnes noch bevor die Sonne unterging. David, Salomo und Nehemia gelten aus Musterbeispiele guter Staatsmänner, weil sie sich um das Wohl aller - auch der Armen - kümmerten. Das Alte Testament hat dadurch schon eine aussergewöhnlich gute Sozialgesetzgebung.

Mehr noch: Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter zeigt, dass Gott von uns Liebe und keine Opfer will, dass Er von uns Barmherzigkeit erwartet und keine blinden Rituale.

In der Bergpredigt geht es vor allem um Sanftmut, um Friedfertigkeit, darum, die Spirale von Rache und Gegengewalt zu durchbrechen; Vergebung statt Rachsucht ist die Devise, und Jesus stellt zweifelsfrei klar, dass wir mit Gottes Vergebung nur dann rechnen können, wenn wir selbst vergeben. Bei allem geht es um Liebe.

Selbst die Anbetung Gottes, der Lobpreis auf unseren Schöpfer, der Dank, dem wir Ihm entgegenbringen, ist mehr als Pflichterfüllung; sie soll ein Liebesakt sein, etwas, was wir tun, weil wir Gott von Herzen lieben wie ein Kind Seinen Vater, denn Gott hat uns ja zuerst geliebt. Ohne diese Liebe ist Gebet leer.

Die Sabbatheiligung selbst dient der Pflege und der Intensivierung unserer Beziehung zu Gott, dem Vater. Wir sollen an Ihn denken, an das, was Er für uns getan hat und tut und auch noch tun wird.



Selbst die zwischenmenschlichen Gebote - Vater und Mutter ehren, nicht zu morden, nicht zu lügen, nicht zu verleumden, Armen zu helfen, Kranke zu besuchen etc. - machen nur auf dem Fundament ausgelebter Liebe einen Sinn.

Christentum, das richtig verstanden wird, ist gelebte Liebe zu Gott und den Menschen. In den Religionen dieser Welt werden Rituale abgehalten und Gebete gesprochen, weil es Pflicht ist, ein Tauschgeschäft zum eigenen Vorteil. Liebe aber - richtig verstanden - ist nicht Selbstzweck, sie bewegt sich zu, sie tut Dinge um der Liebe, um der "Sache" willen. Damit ist Menschlichkeit keine leere Philosophie: Ethik und Moral lassen sich nicht auf Traditionen, Gesetze, Kommentare, Durchführungsrichtlinien und Grundsatzurteile reduzieren; ohne Liebe sind sie nichts als eine Floskel, etwas, was eine leere Hülle ist. Erst die Liebe machen Moral und Ethik zu einer Tugend, zu etwas, was Leben bringt. Liebe zu Gott und den Menschen verändert, baut Brücken, verhindert Hass und fängt neu an.

Bibellesetipp:

"Ich zeige euch etwas, das noch weit wichtiger ist als alle diese Fähigkeiten. Wenn ich die Sprachen aller Menschen spreche und sogar die Sprache der Engel, aber ich habe keine Liebe - dann bin ich doch nur ein dröhnender Gong oder eine lärmende Trommel. Wenn ich prophetische Eingebungen habe und alle Erkenntnis besitze, wenn ich einen so starken Glauben habe, dass ich Berge versetzen kann, aber ich habe keine Liebe - dann bin ich nichts. Und wenn ich all meinen Besitz verteile und den Tod in den Flammen auf mich nehme, aber ich habe keine Liebe - dann nützt es mir nichts. Die Liebe ist geduldig und gütig. Die Liebe ist nicht für den eigenen Standpunkt, sie prahlt nicht und spielt sich nicht auf. Die Liebe nimmt sich keine Freiheiten heraus, sie sucht nicht den eigenen Vorteil. Sie lässt sich nicht zum Zorn reizen und trägt das Böse nicht nach. Sie ist nicht schadenfroh, wenn anderen Unrecht geschieht, ssondern freut sich mit, wenn jemand das Rechte tut. Die Liebe gibt nie jemand auf, in jeder Lagevertraut und hoftft sie für andere; alles erträgt sie mit grosser Geduld. Niemals wird die Liebe vergehen. Prophetische Eingebungen hören einmal auf, das Reden in Sprachen des Geistes verstummt, auch die Erkenntnis wird ein Ende nehmen. Denn unser Erkennen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn sich die ganze Wahrheit enthüllen wird, ist es mit dem Stückwerk vorbei. Einst, als ich noch ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, ich fühlte und dachte wie ein Kind. Als ich dann aber erwachsen war, habe ich die kindlichen Vorstellungen abgelegt. Jetzt sehen wir nur ein unklares Bild wie ein einem trüben Spiegel; dann aber schauen wir Gott von Angesicht. Jetzt kennen wir Gott nur unvollkommen; dann aber werden wir Gott völlig kennen, so wie er uns jetzt schon kennt. Auch wenn alles einmal aufhört - Glaube, Hoffnung und Liebe nicht. Diese drei werden immer bleiben, doch am höchsten steht die Liebe."
1. Korinther 12:31b - 13:1-13

Mit freundlichen Segenswünschen
und in Liebe
Euer


Markus Kenn



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