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Die Sünde gegen den Heiligen Geist
Einige Male habe ich Christen getroffen, die sich davor fürchteten, die Sünde gegen den Heiligen Geist zu begehen, die nach der Lehre Jesu nie vergeben werden kann. Doch wenn wir uns den Kontext dieser Bibelstelle genau ansehen, wird deutlich, dass diese Lästerung gegen den Heiligen Geist heute praktisch nicht mehr begangen werden kann.
Die entsprechende Bibelstelle dazu lautet:
"Wahrlich, ich sage euch: Alle Sünden werden den Söhnen der Menschen vergeben werden und die Lästerungen, mit denen sie auch lästern mögen; wer aber gegen den Heiligen Geist lästern wird, hat keine Vergebung in Ewigkeit, sondern ist ewiger Sünde schuldig weil sie sagten: Er hat einen unreinen Geist." (Markus 3,28-30)
Dazu gibt es die Parallelstellen in Matthäus 12 und Lukas 11. Anhand aller drei Stellen können wir den genauen Tathergang gut rekonstruieren:
- Ein besessener Mensch wurde zu Jesus gebracht. Er hatte einen stummen Dämon in sich, daher war auch der Besessene stumm. Gemäß Matthäus war er zudem blind. Jesus trieb diesen Dämon aus. "Dann wurde ein Besessener zu ihm gebracht, blind und stumm; und er heilte ihn, so dass der Stumme redete und sah." (Mt. 12,22)
- Es war damals ungewöhnlich, dass jemand einen stummen Dämon austreiben konnte. Denn normalerweise musste bei einer Dämonenaustreibung der Dämon beim Namen angesprochen werden, so wie Jesus es selbst in Markus 5,9 tut. In diesem Fall aber konnte der Dämon nicht nach seinem Namen gefragt werden, denn er war ja stumm. Es war etwas besonderes, wenn jemand in der Lage war, selbst solch einen Dämon auszutreiben.
- Aufgrund dieser Tatsache war das umstehende Volk sehr verwundert: "Es geschah aber, als der Dämon ausgefahren war, redete der Stumme; und die Volksmengen wunderten sich." (Lukas 11,14). Viele glaubten, einen solchen Dämon könne nur der Messias persönlich austreiben. Daher sagten einige der Umstehenden: "Und es erstaunten die ganzen Volksmengen und sagten: Dieser ist doch nicht etwa der Sohn Davids?" (Mt. 12,23).
- Es war tatsächlich der Messias, Jesus Christus, der gemeint war. Für das Volk bestand kein Zweifel, dass sie es mit dem Sohn Gottes zu tun hatten. Doch auch die Pharisäer standen dabei und sagten: "Die Pharisäer aber sagten, als sie es hörten: Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch den Beelzebul, den Obersten der Dämonen." (Mt. 12,24)
- Und das war sie, die Lästerung gegen den Heiligen Geist, die niemals vergeben werden kann. Die Sünde besteht daraus, völlig bewusst, vorsätzlich und gegen jedes bessere Wissen die Taten des Heiligen Geistes als Taten eines Dämonen oder unreinen Geistes zu bezeichnen. Daraufhin sagt Jesus den oben bereits stehenden Ausspruch: "Wahrlich, ich sage euch: Alle Sünden werden den Söhnen der Menschen vergeben werden und die Lästerungen, mit denen sie auch lästern mögen; wer aber gegen den Heiligen Geist lästern wird, hat keine Vergebung in Ewigkeit, sondern ist ewiger Sünde schuldig weil sie sagten: Er hat einen unreinen Geist."
Und das ist in der Tat eine schlimme Beleidigung für Gott. Er ist selbst in Person von Jesus Christus anwesend und treibt einen Dämon aus, den sonst niemand austreiben konnte. Die Volksmenge ist sich sicher: Das kann nur der Sohn Davids sein. Doch die Pharisäer, die alles mitbekommen haben, behaupten im Prinzip, Jesus sei selbst vom Teufel besessen. Das ist die schlimme Lästerung gegen den Heiligen Geist und Gott wird sie nie vergeben. Doch ist solches heute praktisch nicht mehr möglich, denn Jesus Christus ist bereits in den Himmel aufgefahren. Zudem richtet sich die Aussage Jesu deutlich gegen das damalige Pharisäergeschlecht und nicht etwa gegen die heutige Gemeinde Jesu. Sie waren mitten dabei, sie haben Jesus Christus live erlebt und haben seine Wunder mit eigenen Augen gesehen und haben trotzdem nicht geglaubt und sogar gelästert. Der Vorsatz ist es, der diese Sünde kennzeichnet. Die Pharisäer damals wussten, wir heute glauben. Diese Sünde ist heute also in dieser Form gar nicht mehr möglich. Ich möchte daher alle Christen beruhigen, die sich evtl. davor fürchten, diese Sünde zu begehen oder begangen zu haben. Es ist heute nicht mehr möglich.
Eckart Haase
(Diesen Text als PDF)
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