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Andacht vom 09. März 2009.

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Führung braucht Gerechtigkeit



Über Führungsmethoden gibt es Theorien wie Sand am Meer, angefangen von einem strengen Befehlsprinzip, das absoluten, blinden Gehorsam fordert bis zu einem Laizes-Faire-Erziehungsstil, bei dem im Extremfall jeder machen kann, was er will. Eine Menge Bücher sind hierüber entstanden, weil sich mit dieser Thematik Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten beschäftigen: Soziologen, Pädagogen, Psychologen, Politologen.... Bernhard Bueb - bekannt als Deutschlands strengster Lehrer - schrieb nicht nur das Buch "Lob der Disziplin", sondern auch das Buch "Von der Pflicht zu Führen"; er macht sich Gedanken über "Führung" aus der Praxis heraus, denn er war auch Schulleiter der deutschen Eliteschule Salem.

Führung aber braucht Gerechtigkeit, ganz gleich, ob man als Politiker, Funktionär oder als Unternehmenschef tätig ist. Ohne Gerechtigkeit kann keine Führung funktionieren, ohne sie führt sich jegliche Führung ad absurdum.

Zur Gerechtigkeit gehören Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Treue, Loyalität, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, das Richtige zu tun, auch wenn es nicht opportun erscheint. Gerechtigkeit braucht also auch Mut und Geradlinigkeit.

Historisch gesehen sind jene Gesellschaften gediehen, die gerechte Herrscher bzw. politische Führer hatten, eine Tatsache, die auch heute noch gilt. Ökonomisch gesehen tut auch jedes Unternehmen gut daran, seine Mitarbeiter gerecht zu behandeln und fair zu seinen Kunden und Lieferanten zu sein. Unsere derzeitige Wirtschaftskrise hat auch und vor allem mit einer ganz massiven Gerechtigkeitslücke zu tun. Dort, wo man Handwerker um ihre Rechnungen prellt und Langzeitarbeitslose in unbezahlte Praktika zwingt statt in wirklich bezahlte Arbeit, dürfen wir uns nicht wundern, dass die Wirtschaft in die Binsen geht.

Doch auch politische Führung ist gefragt: Sozialdemontage und Neoliberalismus sind nun wirklich nicht der Weisheit letzter Schluss. Für die zu sorgen, die es selbst nicht können, gehört zum Funktionieren einer Gesellschaft dazu.

An den Führungseliten orientiert sich die breite Masse; deshalb wusste man früher: "Adel verpflichtet!". Führungseliten haben deshalb immer auch eine Vorbildfunktion, gleich, ob sie Politiker, Künstler oder Wirtschaftsbosse sind. Wenn berühmte Manager wie Herr Zumwinkel Steuern hinterzieht, dann nimmt sich auch der "kleine Mann" dieses "Recht" heraus.

Anders ausgedrückt: Wenn es in einer Gesellschaft andauernd zu irgendwelchen Skandalen kommt, verwahrlost sie moralisch und geht letztendlich vor die Hunde. Der Niedergang einstiger Hochkulturen liegt in ihrem sittlichen Verfall begründet.

König David - selbst nicht frei von Fehltritten - wusste dies und strebte deshalb eine gerechte Regierung an. Er bemühte sich um das Wohl seines Volkes und richtete sein Verhalten nach den Geboten Gottes aus. Seine Regierungszeit war deshalb segensreich.

Auch Nehemia war ein gerechter Führer seines Volkes: Er sorgte dafür, dass die Notleidenden versorgt wurden und verzichtete selbst auf Zuwendungen, die ihm nach dem Gesetz eigentlich zugestanden hätten, um dies zu finanzieren. Deshalb konnte er Israel nach der babylonischen Gefangenschaft wieder aufbauen. Folgende Bibellesetipps möchte ich unseren Politikern und anderen Führungseliten ins Stammbuch schreiben:

1.) Das Buch Nehemia

2.) Psalm 101:

"Davids Regierungsspiegel

1.) Ein Psalm Davids. Von Gnade und Recht will ich singen und dir, Herr, lobsingen.

2. Ich handle vorsichtig und redlich bei denen, die mir angehören und wandle treulich in meinem Haus.

3. Ich nehme mir keine böse Sache vor: ich hasse den Übertreter und lasse ihn nicht bei mir bleiben.

4. Ein verkehrtes Herz muss von mir weichen; den Bösen leide ich nicht.

5. Der seinen Nächsten heimlich verleumdet, den vertilge ich; ich mag den nicht, der stolze Gebärde und hohen Mut hat.

6. Meine Augen sehen nach den Treuen im Lande, dass sie bei mir wohnen; ich habe gerne fromme Diener.

7. Falsche Leute halte ich nicht in meinem Hause; die Lügner gedeihen nicht bei mir.

8. Jeden Morgen will ich vertilgen alle Gottlosen im Lande, dass ich alle Übeltäter ausrotte aus der Stadt des Herrn."

Mit den besten Segenswünschen
Euer


Markus Kenn



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