Auf Rache verzichten
Die andere Wange hinhalten, wenn man auf die eine geschlagen worden ist: Wer ärgert sich nicht über eine solche Forderung, die uns wehrlos zu machen scheint? - Aber Jesus möchte nicht, dass wir wehrlos sind, sondern Er möchte, dass wir auf Rache verzichten! Und darum geht es hier bei diesem Gebot!
Natürlich: Wir dürfen einen Anderen mit den Konsequenzen seines Tuns konfrontieren und ihn zur Rechenschaft ziehen. Kinder müssen konsequent erzogen werden, wenn man will, dass sie lebenstüchtig sind. Firmen können nur bestehen, wenn die Unternehmensziele konsequent verfolgt und Fehler ausgemerzt werden, und Mitarbeiter, die perdu nicht mitziehen, muss man entlassen, wenn man das Unternehmen nicht gefährden will.
Aber konsequent sein bedeutet nicht, seine Feinde eines hereinzuwürgen, sie zu verleumden oder seine Energie mit Rachegedanken zu verschwenden. Es geht Jesus darum, den Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt zu durchbrechen. Es geht Jesus darum, dass wir uns nicht verzetteln.
Er hat deutlich gemacht, was Sünde ist und tut es auch heute noch. Als Seine Jünger sind wir dazu verpflichtet, dasselbe zu tun und wider die Sünde zu streiten. Aber es darf uns nicht um destruktive Rache gehen, sondern um konstruktive Kritik, um die Suche nach Lösungen.
Und oft wurde ein Feind zum Freund, weil sich der Gegner über seine Not erbarmte. Selbst für überzeugte Feldherren gilt es als soldatische Tugend, verwundeten Feinden sanitätsdienstliche Hilfen nicht zu verweigern.
Was haben wir denn davon, wenn wir wüste Beschimpfungen ebenso vergelten, wenn wir Beleidigungen mit Beleidigungen erwidern? Oft gibt ein anderer auf, wenn er bemerkt, dass er ins Leere läuft. Und wenn wir auf Lösungen hindenken, dann tun wir uns letztendlich selbst einen Gefallen.
Wenn wir unsere Feinde segnen, dann segnen wir uns selbst. Wir bleiben dann offen für Lösungen und verschwenden unsere Zeit nicht mit unsinnigen Rachegedanken. Wie oft eskalieren Nachbarschaftsstreitigkeiten, weil man sich gegenseitig Anwälte auf den Hals hetzt? Wie viel Geld geht verloren, weil sich Mitarbeiter in Firmen gegenseitig mobben? Deshalb sollen wir unsere Feinde segnen, damit wir uns nicht verzetteln mit unnützen Aktivitäten, die uns letztlich nur selbst zerstören.
Bibellesetipps:
"Ihr wisst, dass es heisst: 'Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich aber sage euch: Verzichtet auf Gegenwehr, wenn euch jemand Böses tut. Mehr noch: Wen dich jemand auf die rechte Backe schlägt, dann halte auch die linke hin. Wenn jemand mit dir um dein Hemd prozessieren will, dann gib ihm den Mantel dazu. Und wenn jemand dich zwingt, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh mit ihm zwei. Wenn jemand dich um etwas bittet, gib es ihm; wenn jemand etwas von dir borgen möchte, sag nicht nein."
(Matthäus 5:38-42)
"Wir werden verflucht, aber wir segnen. Wir werden verfolgt, aber wir geben nicht auf. Wir werden beschimpft, aber wir antworten freundlich. Wir sind zum Abschaum der ganzen Welt geworden, zum Auswurf der Menschheit - bis zu dieser Stunde!"
(1. Korinther 4:12-13)
"Vergeltet Böses nicht mit Bösem, und gebt Beleidigungen nicht wieder zurück! Im Gegenteil, segnet eure Beleidiger, denn Gott hat euch dazu berufen, den Segen zu empfangen."
(1. Petrus 3:9)
"Ihr könnt euch glücklich preisen, wenn ihr beschimpft werdet, nur weil ihr euch zu Christus bekennt; denn dann ist der Geist Gottes bei euch, in dem Gottes Herrlichkeit gegenwärtig ist."
(1. Petrus 4.14).
Mit den besten Segenswünschen
Euer
Markus Kenn