Das Hohelied der Liebe
Gut aussehen, gut reden können, gut verdienen, Karriere machen, viel haben: Danach sehnt sich wohl jeder zumindest ein bisschen. Und sicher beneiden wir auch diejenigen, die eine Sprache können, die wir nicht beherrschen oder die handwerklich besonders geschickt sind. Andere beneiden wir wegen ihrer hohen Intelligenz oder ihrer rhetorischen Fähigkeiten.
Aber auch menschliche Eigenschaften gibt es, die wir oft bestaunen: Edelmut, Großzügigkeit, Tapferkeit, Rückgrat, soziales Engagement.... All diese Eigenschaften sind ja auch sehr wichtig.
Doch was ist das alles ohne Liebe? Was ist Klugheit ohne Liebe, Pflichterfüllung ohne Liebe? Ich hatte einen Lehrer, der über ein sehr großes Wissen verfügte, aber trotzdem nicht weise war, der einen ausgeprägten Verstand hatte, doch ohne jedes Verständnis blieb. Er hatte die Liebe nicht!
Dieselbe Erfahrung spiegelt sich im Hohelied der Liebe wider, das der Apostel Paulus im 13. Kapitel des 1. Korintherbriefes niederschrieb. Die Liebe ist das Wichtigste, das wir haben. Es ist das vornehmste Gebot in der Heiligen Schrift. Ein Rabbiner wurde gefragt, was in der Bibel denn stünde und brachte es auf den Punkt: "Du sollst Gott lieben aus ganzer Kraft und ganzem Herzen und Deinen Nächsten wie Dich selbst; der Rest ist nur Kommentar!" Ich denke, das sagt auch das Hohelied der Liebe aus.
Bibellesetipp:
"Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, so dass ich Berge versetzen könnte, und hätte ich die Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen, und hätte die Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze. Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubet alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen."
(1. Brief an die Korinther, Kapitel 13).
Mit den besten Segenswünschen
Euer
Markus Kenn