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Andacht vom 10. September 2008.

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Unsere Stellung zum Nächsten




Klar: Unsere Nächsten kommen oft zum ungünstigsten Zeitpunkt, und oft können sie nervig sein. Manchmal muss man auch Grenzen ziehen.

Doch im Grenzen übersehen wir meist ein Problem, dass wir mit uns selber haben: Wir sehen zwar den Splitter im Auge unseres Nächsten, doch wir bemerken den eigenen Balken in unserem Auge nicht. Und während wir selbst über unsere grössten Patzer grosszügig hinwegsehen, sind wir ganz schön kleinkariert, was die Fehltritte unserer Nächsten angeht.

Wir sind oft hartherzig, wir richten nach Äusserlichkeiten, wir verdammen und vergeben nicht. Und wir sind ziemlich geizig, wenn es darum geht, dem Anderen mal was zu leihen oder auszuhelfen.

Und doch müssen wir aus diesem Kreislauf heraus: Wo ein Wille ist, findet sich in aller Regel auch eine Lösung, und wenn ein Problem gelöst ist, dann müssen wir auch loslassen - also vergeben - können. Zudem müssen wir bei aller berechtigten Kritik auch ertragen können, wenn ein anderer uns auf eigene Fehler hinweist. Das Leben ist nun einmal keine Einbahnstrasse, es ist ein Geben und Nehmen. Wir tun gut daran, wenn es ein Miteinander und vor allem ein Füreinander wird. Nur so können Familien, Betriebe, Gesellschaften, Gruppen und Staatsgebilde auf Dauer existieren.


Bibellesetipp:

"'Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben. Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfliessendes Maß wird man in euren Schoss geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch wieder messen.' Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: 'Kann auch ein Blinder einen Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht beide in die Grube fallen? Der Jünger steht nicht über den m Meister; wenn er vollkommen ist, so ist er wie sein Meister. Was siehst du aber den Splitter in deines Auge Bruder, und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr? Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge und sieh dann zu, dass du den Splitter aus deines Bruder Auge ziehst!'"
(Lukas 6:36-42)

Mit den besten Segenswünschen
Euer


Markus Kenn



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