Sei eindeutig in deinem Reden!
Meinen wir das, was wir sagen? Wünschen wir dem Anderen wirklich einen "Guten Morgen" oder ist es nur Höflichkeit, Erziehung, Gewohnheit. Lächeln wir als Verkäufer, weil wir herzlich sind oder nur, weil wir in der Verkaufsschulung besonders gut aufgeasst haben? Und wie oft suchen wir Entschuldigungen, Ausreden oder Ausflüchte anstatt nach den wirklichen Ursachen zu suchen?
Versprechungen werden gemacht, die man nicht einzuhalten gedenkt; das gilt bei den Wahlen genauso wie im Alltag. Arbeits- und Kaufverträge schliesst man am besten schriftlich ab und lässt sie vor Unterschrift von einem Fachanwalt sicherheitshalber gegen lesen. Und, und, und ...
Dabei gab es Zeiten, in der ein Handschlag als etwas galt, wo ein Mann zu seinem Wort auch dann stand, wenn es ihm gehörig schadete. Bei den Handwerkern, die sich noch an die Traditionen halten, steht Ehrbarkeit hoch im Kurs: Das, was man macht, ist erstklassig und wenn nicht, wird es anstandslos ersetzt.
Es wäre schön, wenn unsere Reden wieder eindeutig wären, wenn wir unsere Versprechungen hielten. Das fängt auch damit an, dass wir unseren Kindern keine Ammenmärchen erzählen wie die vom Klapperstorch. Wenn wir etwas nicht erklären wollen oder können, gibt es auch einen Weg, dies ehrlich zu sagen ohne den anderen zu beschämen, auch wenn es "bloss" ein Kind ist.
"Sei eindeutig", das fordert auch Jesus von uns. Halbheiten sind Ihm wesensfremd; Er ging ja auch ganz für unsere Erlösung ans Kreuz ohne jedes Wenn und Aber. Dabei würde Er bei mir genügend Gründe - auch jetzt noch! - finden, um Seinen Opfertod abzulehnen, doch Seine Liebe war und ist konsequent, eindeutig, geradlinig.
Und Geradlinigkeit zahlt sich aus: Wer eindeutig ist, gilt als zuverlässig. Sie verhindert auch, dass man sich letzten Endes selbst in die Tasche lügt, denn man kann alles irgendwie rational erklären. Aber wenn wir "Ja" sagen, dann müssen wir dazu stehen, und unser "Nein" muss ein solches sein. Sich Festlegen fällt zwar anfangs schwer, doch es lohnt sich. Vor allem schützt es vor falschen Freunden.
Bibellesetipp:
"Ihr wisst doch, dass unseren Vorfahren gesagt worden ist: 'Ihr sollt keinen Meineid schwören und sollt halten, was ihr Gott mit einem Eid versprochen habt.' Ich aber sage euch: Ihr sollt überhaupt nicht schwören! Nehmt weder den Himmel zum Zeugen, denn er ist Gottes Thron noch die Erde, denn sie ist sein Fußschemel, und auch nicht Jerusalem, denn es ist die Stadt des himmlischen Königs. Nicht einmal mit eurem Kopf sollt ihr euch für etwas verbürgen; denn es steht nicht in eurer Macht, dass auch nur ein einziges Haar darauf schwarz oder weiß wächst. Sagt einfach Ja oder Nein; jedes weitere Wort stammt vom Teufel."
(Matthäus 5:34-37)
Mit den besten Segenswünschen
Euer
Markus Kenn