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Andacht vom 13. Oktober 2009.

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Die Gefangenschaft hat ein Ende




Ich habe mir immer überlegt, wer beim Propheten Haggai „Zerubbabel Sohn des Shealtiels“ ist, denn er wird von Gott in seltener Weise geehrt. Die Antwort bekam ich in Mathäus 1:12, in der Vorfahrenliste Jesu. Er war der Enkel des vorletzten Königs Jojachin, vor der babylonischen Gefangenschaft.

Es ist ein seltener Zufall, dass gerade Jojachin, der vorletzte König Judahs, und Enkelsohn Josias, der in die Gefangenschaft verschleppt wurde, dort zu neuen Ehren kam.Er kam, wenn auch erst nach 37 Jahren Gefangenschaft, d.h. mit ca. 55 Jahren, zusammen mit den höchsten Beamten von Babylon an des Königs Tisch, und prägte von dort durch seinen geistlichen Einfluss die Geschichte Israels als auch die Geschichte Babylons entscheidend mit. Wer weiss, inwiefern er der Wegbereiter war für das was unter Daniel und Esther geschah. Es wäre auch interessant zu wissen, inwieweit er von Jeremia beeinflusst war, oder dessen Gebete Licht in die geschichtlichen Ereignisse brachten.

Nach den Lehren eines Bibelkollegs verschwanden die Könige Israels im Dunkeln der Geschichte. Tatsächlich findet man den verschleppten König Jojachin, seinen Sohn Shealtiel und Enkelsohn Zerubbabel aber in der Vorfahrenliste Jesu (Matthäus 1: 11,12). Zudem wurde Zerubbabel, der Enkel des Königs Jojachin, zusammen mit dem Hohenpriester Jeshua, mit dem Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem betraut (Haggai).

Was mich in dieser Geschichte so begeistert, ist, dass selbst die Gefangenschaft voll von strotzender Hoffnung ist. So befinden sich z.B. in Jeremia 51, dem Kapitel unmittelbar vor dem Fall Jerusalems (Jer. 52) durch die Babylonier, ausführliche Prophezeihungen über den Fall Babylons. Jerusalem dagegen steht heute noch. Man sieht es auch in dem Auftrag Jeremias, ein Feld zu kaufen, als Jerusalem kurz vor der Belagerung steht. Man sieht es in Jeremia 29 - 31, als Gott sagt: „Suchet der Stadt Bestes, in die ihr verschleppt worden seid“. Gott hatte nie anderes im Sinn. Auch die Klagelieder Jeremias über den Fall der Stadt sind nicht das Ende der Bibel. Es ist eine der Ausdrucksmöglichkeiten von Leid.

Aber auch als es um den Auszug aus Ägypten ging, sah es ähnlich aus. So sagte Joseph, als die Gefangenschaft noch nicht einmal im Sichtbaren war: „Wenn Gott euch zu Hilfe kommt, und euch zurückführt, nehmt meine Gebeine mit.“ (1. Mose 52: 25).
Weiter sagte Gott in 2. Mose zum Volk Israels, als der Pharao noch nicht einmal Erlaubnis zum Auszug gegeben hat, dass ab diesem Tag eine neue Zeitrechnung beginnen sollte (2. Mose 12: 1). Wäre Israel nicht offen gewesen, und hätten sie dass Passahlamm nicht gegessen, hätte es den Zeitpunkt des Auszuges womöglich verpasst, oder hätte die Strapazen der ersten Zeit nicht überstanden. Sie wären im Bett überrascht worden, oder hätten den Auszug vollkommen verschlafen. Es musste jetzt alles ganz schnell gehen. Der Befehl kam in der Nacht, deshalb hatte Gott im Vorraus gesagt, sie sollten etwas essen, dies war das Passahlamm, Er selbst.

Aber auch diese Gefangenschaft dauerte ca. drei bis vier Generationen, keine 400 Jahre.
Das Leid Hiobs war auch nur ein begrenzter Teil seines Lebens.
Irgendwann ist es vorbei, sagt Gott.

Dass heisst nichts anderes als: Wenn alles ganz dick zusammen kommt, wenn keiner mehr damit rechnet, dann ist die Zeit für Gottes Handeln gekommen. Gott wird eingreifen, und gerade jetzt ist es dran, nicht die Hoffnung zu verlieren und den Mut, sondern das nicht zu verpassen, was Gott jetzt vorhat. Er ist am Wirken, deshalb zünde die Lampe deiner Hoffnung an (Math 25: 3), sei wach und bereit.


Siehe auch:
Matthäus 1: 11,12
2. Könige 25: 27 - 30
Jeremia 52: 31 ff
2. Chr. 36: 22, 23
Haggai 1 und 2
Psalm 126



Birgit Essler




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