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Andacht vom 14. April 2008.

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Verurteilt nicht!




Wie schnell sind wir mit unserem Urteil dabei: Ein Mensch, der vielleicht durch einen Unfall oder durch Brandverletzungen entstellt ist, erscheint uns als unsympathisch. Wir zeigen gern mit den Fingern auf Arbeits- und erst recht auf Obdachlose, ohne dass wir auch nur das Geringste über ihr Schicksal wissen!

Aber wer Markenklamotten trägt, eine teuere Uhr am Handgelenk, ein grosses, luxuriöses Auto fährt, wem viel gehört, den bewundern wir, auch wenn er es "nur" geerbt hat.

Nein, mit "Neid" oder "Neiddebatte" hat das nichts zu tun: Wir urteilen nach dem, was wir sehen, nach Äusserlichkeiten. Selbst auf unseren Schulhöfen ist es schon so, dass Kinder ausgegrenzt werden, die keine Markenkleidung haben und sich vielleicht kein Spielzeug leisten können, das "trendy" ist.

Wir sehen, wenn jemand schlecht gelaunt ist, aber sehen wir auch, ob er vielleicht Schmerzen hat, ob er gerade eine Enttäuschung erleben musste? Wir sehen den Schmutz an der Kleidung eines Menschen, doch sehen wir auch die ehrliche Arbeit, mit der er sich "beschmutzt" hat? Müssten wir ihm nicht vielmehr die Ehre geben? - An dieser Stelle ein grosses Danke schön an alle, die "Drecksarbeiten" für uns erledigen.

Wir sollen Menschen nicht verurteilen. Wir sollen nicht mit Fingern auf die zeigen, die gescheitert sind. Wir sollen uns nicht über die erheben, die versagt haben oder schuldig geworden sind. Wir alle sind Sünder: Die Liste meiner Schandtaten ist alles andere als kurz!

Natürlich: Kriminelle müssen die Konsequenzen ihres Tuns spüren, müssen Strafen zahlen oder gemeinnützige Arbeiten ohne Lohn verrichten oder ins Gefängnis. Schliesslich wollen wir in einem sicheren Land leben ohne Angst.

Aber dürfen wir sie einfach so in die Hölle werfen? Was wissen wir über einen Menschen? Wissen wir wirklich, ob der Einzelne nicht im letzten Augenblick doch noch "Reinschiff" gemacht hat mit Jesus und Ihn als Erlöser angenommen hat wie einst der Schächer am Kreuz?

Auch die Bibel spricht von Menschen, die schuldig geworden sind und doch als gerettet angesehen werden müssen. Abraham zeugte mit seiner Magd ein Kind, weil er Gottes Zusage, dass ihm und seiner Frau Sarah ein Kind geboren wurde, nicht mehr so ganz vertraute. Jakob überlistete seinen Bruder Esau bei seinem Erstgeburtsrecht und ist doch im Himmel. David brach die Ehe mit Batseba und ermordete faktisch deren Ehemann Uria und war doch letztendlich ein Mann nach Gottes Herzen. Jona floh vor seiner Aufgabe, nach Ninive zu gehen, doch als er bereute und dem Auftrag Folge leistete, war er gerettet. Petrus wollte grossspurig mit Jesus in den Tod gehen und verleugnete ihn so jämmerlich dreimal, bevor der Hahn auch nur einmal krähte. Paulus brachte Christen reihenweise um und wurde doch ein Völkerapostel.

Wir sollen nicht verurteilen, nicht verdammen, nicht richten. Denn wir sind als Menschen selbst von der Gnade Gottes abhängig. Meine Grossmutter hat es einmal so ausgedrückt: "Im Himmel werden wir viele Menschen sehen, die wir dort niemals erwartet hätten!"


Bibellesetipps:

"Verurteilt nicht andere, damit Gott nicht euch verurteilt. Denn euer Urteil wird auf euch zurückfallen und ihr werdet mit demselben Maß gemessen werden, dass ihr bei anderen anlegt. Warum kümmerst du dich um den Splitter im Auge deines Bruders oder deiner Schwester und bemerkst nicht den Balken in deinem eigenen? Wie kannst du zu deinem Bruder oder deiner Schwester sagen: 'Komm her, ich will dir den Splitter aus dem Auge ziehen', wenn du selbst einen ganzen Balken im Auge hast? Scheinheilig bist du! Zieh doch erst mal den Balken aus deinem eigenen Auge, dann kannst du dich um den Splitter in einem anderen Auge kümmern!"
(Matthäus 7:1-5)

"Werdet barmherzig, so wie euer Vater barmherzig ist. Verurteilt nicht andere, dann wird Gott auch euch nicht verurteilen. Sitzt über niemand zu Gericht, dann wird Gott auch über euch nicht zu Gericht sitzen.Verzeiht, dann wird Gott euch verzeihen. Schenkt, dann wird Gott euch schenken; ja, er wird euch so überreich beschenken, dass ihr gar nicht alles fassen könnt. Darum gebraucht anderen gegenüber ein reichliches Maß, denn Gott wird bei euch dasselbe Maß verwenden."
(Lukas 6:36-38)

Mit den besten Segenswünschen
Euer


Markus Kenn



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