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Leidenschaft und Nachfolge
Letzten Sonntag ging es in der Predigt um die Offenbarung bzw. um die 666. Viele Sachen waren sehr schwer und ich hatte nicht wirklich etwas verstanden. Die Offenbarung ist vollgestopft mit Bildern. Die Theologen streiten sich leidenschaftlich um ihre richtige Interpretation. Eine Sache aus der Offenbarung habe ich selbst als sehr hilfreich empfunden und der Text steht in: Offenbarung 19, 5-8: "Die Hochzeit des Lammes".
Diese große Menge sind die Menschen, die Jesus treu geblieben sind. Die freuen sich darüber, dass das Lamm - Jesus - eine Hochzeit feiert. Die Frage ist ja: Wer ist die Braut, die sich da bereit gemacht hat? Die Braut ist das Volk Gottes - die Erlösten! Das heißt, dass die Hochzeit mit uns etwas zu tun hat.
Die Hochzeit hilft mir, die Beziehung zwischen Jesus und seinen Nachfolgern zu verstehen. Diese Beziehung zwischen Jesus und seiner Braut ist von großer gegenseitiger Liebe geprägt. Eine Hochzeit ist etwas, auf das man sich freuen kann. Die Braut und der Bräutigam freuen sich auf die Hochzeit. Sie sind sich gegenseitig treu und die Braut putzt sich (nicht nur in diesem Bild) für die Hochzeit so richtig heraus. Ihr wird ein herrliches Kleid gegeben. Es wird ihr gegeben sie bringt es nicht von Anfang an mit. Es sind die gerechten Taten. Also das, was sich da vereinigt mit dem Lamm. wird bei der Hochzeit bekleidet mit den gerechten Taten.
Die Hochzeit kann uns helfen in der Offenbarung eine bessere Orientierung zu haben. Da ist ein Punkt auf den wir uns freuen können, wenn wir zu Jesus gehören. Das hilft mir persönlich eine Freude zu empfinden wenn es heißt: "Jesus kommt bald!" Wenn Jesus sichtbar kommt ist das super, weil ich zu Jesus gehöre. Dann sehe ich nämlich was ich eben hier auf der Erde zwar erleben aber nicht so gut sehen kann.
Bis vor kurzem noch konnte ich nicht sagen, dass ich den Tag sehnlich herbeiwünsche, an dem Jesus kommt. Dafür war mir das, was in der Offenbarung steht zu kompliziert und erschreckend. Dazu muss ich sagen, dass ich noch nicht die Offenbarung von vorn bis hinten durchgelesen habe, das würde mir vielleicht auch helfen. Ich habe auch den Eindruck. dass noch viel zu viele Menschen unwissend sind und von Jesus keine Ahnung haben. Ich möchte gerne noch viel mehr lernen und mehr machen bevor Jesus wiederkommt. Jetzt, wo ich mir diese Hochzeit als Orientierungspunkt genommen habe, kann ich so etwas wie Freude empfinden, wenn ich darüber nachdenke, dass es bald soweit ist, dass er kommt. Ich weiß, dass es so richtig super gut mit Jesus wird. Ich stelle mir sowohl die Hochzeit als auch die Neue Welt, die dann irgendwann geschaffen wird, als etwas sehr Interessantes, Spannendes und durch und durch Gutes vor. Diese Freude wiederum motiviert mich Leuten von Jesus zu erzählen und es motiviert mich auch mehr von Jesus zu lernen und so zu handeln, wie es richtig ist.
Der Wunsch nach einer Hochzeit und die Vorfreude für ein Pärchen ist im Prinzip der Wunsch möglichst eng aneinander zu sein und eins zu werden. Genauso kann es unser Wunsch sein mit Jesus eng verbunden zu sein. Durch diesen Wunsch bzw., diese Vorfreude kann unser ganzes Denken auf Gott ausgerichtet sein. Dann ist Jesus mein Leuchtturm - da muss ich hin! Aber Jesus richtet nicht nur unser Denken nach ihm aus, sondern auch unser Handeln - das Dienen: Das tut er indem er sich selbst indirekt dienen lässt: Matthäus 25, 31-46
"Was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder für eine meiner geringsten Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan!"
Das ist also eine Sache, die wir tun sollen/können/dürfen: Unser Denken und Handeln auf Jesus ausrichten - also: unser ganzes Leben.
Insgesamt hört sich das ganze sehr extrem an. Liebe, die wohl in einer Hochzeit endet. Ewige Treue und dann sollen wir Jesus auch noch über unser ganzes Denken und Handeln bestimmen lassen. Das ist nicht leicht. Es ist nicht so leicht Jesus nachzufolgen. Jesus gibt uns viele Verheißungen und Befehle aber keine Rückversicherungen.
Jetzt lest: Matthäus 14, 13-21
Das besondere ist zum einen das sichtbare Ausmaß des Wunders. Es werden vermutlich 15000 Menschen (insgesamt) dort gewesen sein. Über so ein offensichtliches Wunder lässt sich gut reden. Dann geht es in diesem Wunder ums Essen. Das deutet darauf hin, dass Jesus alle Bedürfnisse des Menschen kennt. Alle - nicht nur die geistlichen Bedürfnisse Bei Jesus gehört Körper, Seele und Geist eng zusammen.
Das andere dabei ist der Zeitpunkt des Wunders. Wann genau geschah dieses Wunder?
Das Wunder geschah, nachdem die Jünger losgegangen sind, während sie zwischen den Menschen umhergegangen sind und das Essen verteilt haben. Es wäre wohl das angenehmste gewesen, wenn das Wunder vorher geschehen wäre. Die Jünger zeigen Jesus verzweifelt fünf Brote und zwei Fische und dann hätte Jesus auch beten können: "Mein Vater, ich brauche jetzt ganz viel Brot!", und dann wären Hühner von Himmel gefallen oder um die Ecke kämen 12 Ochsenkarren voll mit Brot. Aber so ist es nicht gewesen. Warum?
Jesus muss den Jüngern ja was beibringen. Und sie sollen halt nicht an die Wunder glauben, sondern an Jesus. Das war eine Lektion, die sie ungedingt lernen mussten. Denn Jesus ist später in den Himmel aufgestiegen und die Jünger hätten sonst nie gelernt auf Jesus ihr Vertrauen zu setzen. Es wäre vieles schief gegangen und die Jünger wären irgendwann nicht mehr da gewesen. weil es nichts nützt, wenn man nur an Wunder glaubt, weil man dafür an Jesus glauben muss, der die Wunder tut. Die Jünger müssen einen richtig schweren Vertrauensschritt gehen. Sie müssen in diese Menschenmenge hineingehen mit dem Auftrag, gebt den Menschen zu essen aber die haben ja praktisch nichts. Sie haben nichts - sie gehen mit leeren Händen, sie haben nur Jesus und DANN geschieht das Wunder. 12 Körbe mit Resten werden zurück getragen.
In dem Gehorsam der Jünger drückt sich ihr Vertrauen aus. Das gleiche Vertrauen und den gleichen Gehorsam wünscht sich Jesus auch von uns und das ist schwer. Ich wollte am liebsten mein ganzes Leben bis 2030 durchplanen und immer gerade das machen, was mir in den Sinn kommt. dann habe ich meinen Plan - baue, wo ich das brauche, Versicherungen ein, falls es mal doch nicht so klappt und verlasse mich ganz auf mein eigenes Können. Ich wollte die Kontrolle über mein Leben nicht gerne abgeben. Wunder durch Jesus können etwas schwierig sein, weil man erst Ungewissheit hat, von dem was passiert. Bei Jesus braucht es erstmal nur Vertrauen. Das vertrauen auf Jesus ist wichtig. Vertrauen bedeutet eben auch diesen Gehorsam von seinen eigenen irdischen Möglichkeiten loszulassen, die Kontrolle über das Leben zu verlieren, damit Jesus eingreifen kann und die Kontrolle übernimmt. Jesus ist nicht gewalttätig mit uns und reißt uns das Steuer nicht aus der Hand. Er stößt uns da nicht weg. Wir müssen das Steuer selbst loslassen und Jesus so die Möglichkeit geben, es in die Hand zu nehmen.
Ich habe lange Jahre genug (überspitzt gesagt) an eine abgespeckte Version von Jesus geglaubt, der mich durchträgt durch meinen Plan. Aber inwiefern ist dieser Plan der richtige für mich und meine Mitmenschen? Dann habe ich Jesus steuern lassen und es ist anders geworden als ich mir das vorher gedacht habe und dieses unsichere Gefühl bleibt auch noch, weil es einfach nicht leicht ist, dass zu tun, was Jesus fordert.
Es gibt Leute, die denken der Glaube an Jesus hat nur Auswirkungen auf das Leben nach dem Tod. Der Glaube an Jesus heißt doch Leben mit Jesus und das fängt schon vor dem Tod an, das ist jetzt schon im Gange.
Wenn man aus dem Glauben an Jesus keine Konsequenzen für sein jetziges Leben zieht, hat man es, wenn man mal alt ist und man im Sterben liegt, sehr schwer. Denn wenn man zwar meint, schon seit jungen Jahren an Jesus zu glauben, dann aber seine Kontrolle übers Leben nicht Jesus gibt, wird es schwer sein, es dann auf einmal beim Sterben zu machen. "Jesus, hat in meinem Leben nichts gemacht, ist ja auch mein Leben aber jetzt vertraue ich Jesus!" Stell ich mir ganz arg schwer vor. Wenn man sich aber schon vorher von Jesus leiten lässt, nach seinem Willen fragt und eher mit Vertrauen aber immer mit etwas Unsicherheit geht und dann vorm Sterben an Jesus denkt, klingt das anders: "Jesus, in meinem Leben konnte ich dich erleben, du hast mich geführt und mich beschützt. Auch wenn es furchtbar war, warst du da - darauf habe ich mich verlassen - niemals hast du mich allein gelassen. Jetzt glaube ich auch daran, dass du mich festhältst und mich durch mein Sterben begleitest.“ So jemand hat im Kontrollverlust und Vertrauen schon Training.
Jesus will uns, so denke ich, ganz!
Jesus will uns mit Haut und Haaren, Mit unserem Denken mit unserem Fühlen, mit unserem Handeln. Alles gehört dazu. Lasst uns an die Vollversion von Jesus glauben und nicht nur an die abgespeckte Version. Jesus als Geschenk das Leben geben ist gut. Jesus wartet auf völlige Hingabe, er will Gehorsam, er will Leidenschaft für sich und seine Sache auch für uns, denn den Weg, den er geht, ist auch gut für uns! Jesus ist super, dem kann man nachgehen. Ihm können wir vertrauen.
Wir sollen und können Ihn lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.
Wir sollen ihn mit uns selbst beschenken, weil er uns zuerst beschenkt hat. Er gibt uns das Leben, und das im Überfluss.
Aaron Köpke
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