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Andacht vom 15. Januar 2008 .

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Zweifel -  Die Epredigt




Liebe Gemeinde,

der heutige Predigttext, der aus dem 2. Petrusbrief stammt, wurde von Petrus in seinen letzten Lebensjahren geschrieben. Petrus hatte schon erkannt, dass sich nach einigen Jahren eine gewisse Lockerheit in den Gemeinden breit gemacht hatte. Daher fasst er in der gebotenen Kürze noch einmal die frohe Botschaft zusammen. Man könnte sagen, nach dem Motto: "Alles, was man unbedingt über Jesus wissen muss".

Lassen Sie uns den Predigttext 2. Petrus 1, 16 -21 zunächst gemeinsam lesen:

"Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir Euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben Seine Herrlichkeit selber gesehen.
Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: "Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe."


Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge.

Um so fester haben wir das prophetische Wort, und Ihr tut gut daran, dass Ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in Euren Herzen.

Und das sollt Ihr vor allem wissen, dass keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben vom heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet."

Liebe Gemeinde,

Der heutige Predigttext beschäftigt sich mit 3 zentralen Themen des Glaubens.

1. Die Zweifel

Wer hat sie nicht auch zwischendurch einmal, die Zweifel in Glaubensfragen.
"Hört Gott wirklich mein Gebet ?"
" Kann sich Gott denn wirklich um jeden Menschen kümmern ?"
" Ist die frohe Botschaft wirklich die Wahrheit, das Fundament, auf dem ich mein Leben aufbauen kann ?"

Liebe Gemeinde, ich kenne keinen ernsthaften Christen, der nicht dann und wann von diesen oder ähnlichen Zweifeln geplagt wird. Wir neigen mit unserer menschlichen Natur sehr schnell zu sagen "Ich glaube nur das, was ich sehen kann". Diese Zweifel bieten einen hervorragenden Nährboden für diverse Pseudowissenschaftler, welche mit subtilen Methoden versuchen, uns klar zu machen, dass unsere Zweifel auch berechtigt sind.
Ein Beispiel dafür stellt das Buch "Der Gotteswahn" dar.
Wissenschaftler versuchen dort, den Nachweis zu erbringen, dass Gott nicht existiert.

Wenn in Zeiten des Zweifelns noch derartige "Beweise" hinzukommen, dann kann aus dem Zweifel eine Unsicherheit werden und aus der Unsicherheit
kann sich mit der Zeit ein echter Unglaube entwickeln. Dies war auch schon Petrus bekannt.

2. Die Antwort

In diese Zweifel und Unsicherheiten hinein ruft Petrus den Menschen zu:
"Ihr braucht nicht zu verzweifeln. Jakobus, Johannes und ich, wir haben die Herrlichkeit unseres Herrn mit eigenen Augen gesehen."

Diese drei Jünger bildeten, wenn man denn so will, den inneren Zirkel der Jünger um Jesus. Wahrscheinlich hat Er sie deshalb mit zum Berg der Verklärung genommen.

Aber was haben die Jünger auf dem Berg genau gesehen? Nun, für einen Moment lang tat ihnen Jesus den Vorhang auf und sie konnten einen Blick
in das zukünftige Weltgeschehen werfen. Und dort sahen sie den Herrn Jesus in Seiner ganzen Herrlichkeit, also genau so, wie Er dereinst einmal wiederkommen wird.

3. Die Schlussfolgerung

Wir haben also zunächst einmal drei Augenzeugen, die unabhängig voneinander genau das Gleiche gesehen haben. Wenn ein Vorgang von drei Augenzeugen in einem Gerichtsprozess in genau der gleichen Abfolge wiedergegeben wird, dann handelt es sich für das Gericht um eine Tatsache, die keiner weiteren Deutung mehr bedarf.

Mit dem ersten Kommen Jesu auf diese Erde erfüllten sich zahlreiche Voraussagen der Propheten des alten Testamentes.

Petrus hat die Erfüllungen der Voraussagen ja selbst erleben dürfen und er durfte einen Blick in das zukünftige Weltgeschehen wagen.

Daher kann Petrus mit dem Brustton der Überzeugung sagen: "Zweifelt nicht, ich weiß, dass unser Herr in Herrlichkeit wiederkommen wird, weil
ich Ihn gesehen habe". Und weil Petrus uns keine Märchen "auftischt" dürfen wir dies auch sagen.

Ich habe einmal von Herrn Professor Gitt zu diesem Thema einen interessanten Vortrag gehört, welchen ich Ihnen in seiner Kurzfassung nicht vorenthalten möchte:

Wenn im alten Testament eine Vorhersage stünde, wie hoch wäre die rechnerische Wahrscheinlichkeit, dass diese Vorhersage bei deren Eintreffen ein Zufallstreffer ist ? Nun ganz einfach: Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 50 %. Wenn im alten Testament zwei Vorhersagen stünden, die sich ebenfalls erfüllten, dann läge der Prozentsatz zweier Zufallstreffer bei nur noch 25 %. Wenn wir alle sich bereits erfüllten Prophetien des alten Testamentes zusammenfassen, dann ergibt sich eine "Zufallstrefferschaft" weit unter 0,0001 %. Wenn wir daraus den mathematischen Umkehrschluss ziehen, dann können wir, einfach gesagt, die unwiderlegbare These aufstellen: Alle Aussagen der Bibel sind tatsächlich wahr.

Liebe Gemeinde,

wenn ich mir die bereits erfüllten Prophetien des alten Testamentes betrachte, wenn ich die Aussagen verlässlicher Augenzeugen hinzunehme, warum soll ich dann noch an den Vorhersagen der Offenbarung zweifeln ?

Dann darf ich aber auch zu dem einzigen möglichen Schluss kommen und bekennen: "Ja, die Bibel sagt die Wahrheit." Und auf dieser Wahrheit, auf diesem festen Fundament kann ich mein Leben bauen. Dieses feste Fundament trägt mich heute, morgen und bis hin in die Ewigkeit. Und weil unser Herr regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit darf ich auch die Sorgen des Alltages und all meine Zweifel bei Ihm ablegen.

Der Liederdichter Paul Gerhardt beschreibt dies sehr schön in der 8. Strophe seines Liedes "Die güld'ne Sonne":

Alles vergeht, Gott aber stehet ohn alles Wanken;
seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund.
Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden,
heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen,
halten uns zeitlich und ewig gesund.

Der Herr zeige auch Dir ein Stück Seiner Herrlichkeit
Der Herr lasse Sein Licht aufgehen in Deinem Herzen
Der Herr sei stets das Fundament Deines Lebens

Amen

Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Woche

Ihr

Ulrich Naber



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