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Zweifel
- Die Epredigt
Liebe Gemeinde,
der heutige Predigttext, der aus dem 2. Petrusbrief
stammt, wurde von Petrus in seinen letzten Lebensjahren geschrieben. Petrus
hatte schon erkannt, dass sich nach einigen Jahren eine gewisse Lockerheit in
den Gemeinden breit gemacht hatte. Daher fasst er in der gebotenen Kürze noch
einmal die frohe Botschaft zusammen. Man könnte sagen, nach dem Motto: "Alles,
was man unbedingt über Jesus wissen muss".
Lassen Sie uns den Predigttext
2. Petrus 1, 16 -21 zunächst gemeinsam lesen:
"Denn wir sind nicht
ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir Euch kundgetan haben die Kraft und das
Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben Seine Herrlichkeit selber
gesehen. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine
Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: "Dies ist mein lieber Sohn,
an dem ich Wohlgefallen habe."
Und diese Stimme haben wir gehört vom
Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge.
Um so fester
haben wir das prophetische Wort, und Ihr tut gut daran, dass Ihr darauf achtet
als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und
der Morgenstern aufgehe in Euren Herzen.
Und das sollt Ihr vor allem
wissen, dass keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist.
Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht
worden, sondern getrieben vom heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes
geredet."
Liebe Gemeinde,
Der heutige Predigttext beschäftigt sich
mit 3 zentralen Themen des Glaubens.
1. Die Zweifel
Wer hat sie
nicht auch zwischendurch einmal, die Zweifel in Glaubensfragen. "Hört Gott
wirklich mein Gebet ?" " Kann sich Gott denn wirklich um jeden Menschen
kümmern ?" " Ist die frohe Botschaft wirklich die Wahrheit, das Fundament,
auf dem ich mein Leben aufbauen kann ?"
Liebe Gemeinde, ich kenne keinen
ernsthaften Christen, der nicht dann und wann von diesen oder ähnlichen Zweifeln
geplagt wird. Wir neigen mit unserer menschlichen Natur sehr schnell zu sagen
"Ich glaube nur das, was ich sehen kann". Diese Zweifel bieten einen
hervorragenden Nährboden für diverse Pseudowissenschaftler, welche mit subtilen
Methoden versuchen, uns klar zu machen, dass unsere Zweifel auch berechtigt
sind. Ein Beispiel dafür stellt das Buch "Der Gotteswahn" dar.
Wissenschaftler versuchen dort, den Nachweis zu erbringen, dass Gott nicht
existiert.
Wenn in Zeiten des Zweifelns noch derartige "Beweise"
hinzukommen, dann kann aus dem Zweifel eine Unsicherheit werden und aus der
Unsicherheit kann sich mit der Zeit ein echter Unglaube entwickeln. Dies war
auch schon Petrus bekannt.
2. Die Antwort
In diese Zweifel und
Unsicherheiten hinein ruft Petrus den Menschen zu: "Ihr braucht nicht zu
verzweifeln. Jakobus, Johannes und ich, wir haben die Herrlichkeit unseres Herrn
mit eigenen Augen gesehen."
Diese drei Jünger bildeten, wenn man denn so
will, den inneren Zirkel der Jünger um Jesus. Wahrscheinlich hat Er sie deshalb
mit zum Berg der Verklärung genommen.
Aber was haben die Jünger auf dem
Berg genau gesehen? Nun, für einen Moment lang tat ihnen Jesus den Vorhang auf
und sie konnten einen Blick in das zukünftige Weltgeschehen werfen. Und dort
sahen sie den Herrn Jesus in Seiner ganzen Herrlichkeit, also genau so, wie Er
dereinst einmal wiederkommen wird.
3. Die Schlussfolgerung
Wir
haben also zunächst einmal drei Augenzeugen, die unabhängig voneinander genau
das Gleiche gesehen haben. Wenn ein Vorgang von drei Augenzeugen in einem
Gerichtsprozess in genau der gleichen Abfolge wiedergegeben wird, dann handelt
es sich für das Gericht um eine Tatsache, die keiner weiteren Deutung mehr
bedarf.
Mit dem ersten Kommen Jesu auf diese Erde erfüllten sich
zahlreiche Voraussagen der Propheten des alten Testamentes.
Petrus hat
die Erfüllungen der Voraussagen ja selbst erleben dürfen und er durfte einen
Blick in das zukünftige Weltgeschehen wagen.
Daher kann Petrus mit dem
Brustton der Überzeugung sagen: "Zweifelt nicht, ich weiß, dass unser Herr in
Herrlichkeit wiederkommen wird, weil ich Ihn gesehen habe". Und weil Petrus
uns keine Märchen "auftischt" dürfen wir dies auch sagen.
Ich habe einmal
von Herrn Professor Gitt zu diesem Thema einen interessanten Vortrag gehört,
welchen ich Ihnen in seiner Kurzfassung nicht vorenthalten möchte:
Wenn
im alten Testament eine Vorhersage stünde, wie hoch wäre die rechnerische
Wahrscheinlichkeit, dass diese Vorhersage bei deren Eintreffen ein
Zufallstreffer ist ? Nun ganz einfach: Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 50 %.
Wenn im alten Testament zwei Vorhersagen stünden, die sich ebenfalls erfüllten,
dann läge der Prozentsatz zweier Zufallstreffer bei nur noch 25 %. Wenn wir alle
sich bereits erfüllten Prophetien des alten Testamentes zusammenfassen, dann
ergibt sich eine "Zufallstrefferschaft" weit unter 0,0001 %. Wenn wir daraus den
mathematischen Umkehrschluss ziehen, dann können wir, einfach gesagt, die
unwiderlegbare These aufstellen: Alle Aussagen der Bibel sind tatsächlich
wahr.
 Liebe Gemeinde,
wenn ich mir die bereits erfüllten
Prophetien des alten Testamentes betrachte, wenn ich die Aussagen verlässlicher
Augenzeugen hinzunehme, warum soll ich dann noch an den Vorhersagen der
Offenbarung zweifeln ?
Dann darf ich aber auch zu dem einzigen möglichen
Schluss kommen und bekennen: "Ja, die Bibel sagt die Wahrheit." Und auf dieser
Wahrheit, auf diesem festen Fundament kann ich mein Leben bauen. Dieses feste
Fundament trägt mich heute, morgen und bis hin in die Ewigkeit. Und weil unser
Herr regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit darf ich auch die Sorgen des Alltages und
all meine Zweifel bei Ihm ablegen.
Der Liederdichter Paul Gerhardt
beschreibt dies sehr schön in der 8. Strophe seines Liedes "Die güld'ne
Sonne":
Alles vergeht, Gott aber stehet ohn alles Wanken; seine
Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die
nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns
zeitlich und ewig gesund.
Der Herr zeige auch Dir ein Stück Seiner
Herrlichkeit Der Herr lasse Sein Licht aufgehen in Deinem Herzen Der Herr
sei stets das Fundament Deines Lebens
Amen
Ich wünsche Ihnen allen
eine gesegnete Woche
Ihr
Ulrich Naber
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