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Andacht vom 15. Juli 2007.

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Beziehung zu Gott

Der wahre Weinstock




In letzter Zeit denke ich sehr oft an die sieben Ich Bin Worte des Herrn Jesus aus dem Johannesevangelium. Besonders eines hat es mir angetan: Das siebte. Hier geht es um die Abhängigkeit des Geschöpfs zu seinem Schöpfer. Es handelt sich wahrlich um eine totale und absolut lückenlose Abhängigkeit. Ist das nun etwas Bedenkliches?
Nein, es ist das Wunderbarste Abhängigkeitsverhältnis, das es gibt. Und es ist vor allem das Natürlichste, was man sich überhaupt vorstellen kann. Es ist eben so wie mit einem Weinstock und einer Rebe:

Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner.
Jede Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, die nimmt er weg; und jede, die Frucht bringt, die reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe.
Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.
Bleibt in mir und ich in euch! Wie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, so auch ihr nicht, ihr bleibt denn in mir.
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.

(Johannes 15, 1ff)

Hier wird dieses Abhängigkeitsverhältnis sehr bildhaft beschrieben. Und ehrlich gesagt, ich könnte jedes Mal jubeln, wenn ich es mir so vor Augen führe. Eine Rebe zu sein am einzigen Weinstock, der wirklich Leben schenken kann, der die Seinen im Überfluss versorgen kann, das ist etwas Wunderschönes. Und es ist so natürlich! Wie könnte in der Natur ein Blatt überleben, ohne den Baum, an dem es hängt? Wie könnte das Blatt einer Rose so strahlend rot leuchten ohne die Rose, zu der es gehört? Wie könnte eine Frucht wachsen und gedeihen, wenn sie nicht an dem Baum oder dem Strauch hängt, der sie mit allem Lebensspendenden versorgt?

Wenn man sich vorstellt, von demjenigen abhängig zu sein, der als Einziger wahrhaft vollkommen ist, der ohne Makel ist, das ist schon etwas Besonderes. In der Zeit als es noch überall Könige gab, da war es oft Glückssache, ob man in einem Land wohnte, welches einen einigermaßen guten und weisen König hatte, oder ob man von einem schrecklichen Despoten regiert wurde. Und selbst wenn der König gut war, so konnte sein Nachfolger schon wieder das genaue Gegenteil darstellen. Ein Christ nun hat einen König, der absolut perfekt ist, der nie Fehler macht, der die Seinen im Überfluss versorgt, der die Seinen wirklich liebt und ihnen mehr gibt, als sie brauchen. Sicher – dieser Endzustand ist so noch nicht da, der Überfluss wird erst im Himmel vollkommen sein. Doch Gott, unser König, versorgt uns auch hier schon. Er weiß, was wir alles benötigen. Er ist unser König und er handelt wie ein König, ob nun im Himmel oder auf der Erde. Ohne den König können wir gar nichts tun, außer vielleicht zu sündigen. Wie bei einer Rebe fließt das Wasser des Lebens durch unsere Adern, weil da jemand ist, der uns damit versorgt. Ja, sogar diejenigen, die (noch) nicht zu ihm gehören, die versorgt er auch. Er lässt die Sonne scheinen über Gerechte und Ungerechte. (Mt. 5,45).
Doch das wird nicht immer so bleiben. Es kommt der Tag des Gerichts. An diesem Tag werden die Reben, die jetzt noch versorgt werden vom Weinstock abfallen. Die Verbindungsleitung zum Wasser ist dann nicht mehr da. Trotzdem lebt die Rebe weiter. Sie muss einen schrecklichen Durst haben. Es ist ein Naturgesetz, das nichts wirklich zerstört werden kann. Noch keinem Menschen ist es gelungen, Materie völlig auszulöschen. Alles wandelt sich nur um. Aus Wasser wird Wasserdampf. Ein Stuhl, der verbrennt lebt weiter als Asche. Und wenn man auch die Asche zerreibt, es bleibt immer etwas übrig, mindestens die Atome. Nichts stirbt völlig. Auch kein Blatt, welches vom Baum fällt. Vielleicht wird es zu Humus, vielleicht zu Rauch, wenn es verbrennt. Und so lebt auch jede Rebe weiter – entweder mit Gott oder ohne Gott. Und ohne Gott zu Leben, kann man kein Leben mehr nennen. Es hat also jeder während seiner Spanne die Möglichkeit zu Gott zu sagen: „Ich will von Dir versorgt werden, jetzt und in Ewigkeit.“ Der Schlüssel dazu ist es, den König, der das Leben spendet als Herrn anzunehmen und ihm zu glauben. Das ist Jesus Christus. Er ist nicht nur der wahre Weinstock, sondern auch das Brot des Lebens (Joh. 6,35). Um das Brot geht es im allerersten Ich Bin Wort. So dreht sich sowohl das erste als auch das letzte Ich Bin Wort um das Thema Versorgung. Das ist also ein ganz wichtiges Thema. Und es ist wie beim Arbeitsplatz: Von wem man versorgt wird, von dem ist man abhängig. Gut, dass wir von dem abhängig sind, der uns am Besten kennt und am Meisten liebt, derjenige, der uns gemacht hat.



Eckart Haase




Ein Projekt von Christliche Autoren und pdh-ichtys © 2007