Gottes
Vaterhände!
Der berühmte Maler Rembrandt (1606-1669) war dem Tode nahe, als er das
Bild
„Die Rückkehr des Verlorenen Sohnes“ malte. Man könnte es auch
nennen:
„Der Empfang durch einen barmherzigen Vater“. Er malte einen alten
Mann,
der seinen abgemagerten und zerlumpten Sohn in die Arme nimmt. Der Sohn
kniet
vor ihm, und er breitet seinen roten Umhang wie ein Zelt über
ihn.

Die Mitte des Bildes sind die Hände des Vaters. Auf sie ist alles
Licht
gebündelt. Sie berühren die Schultern des Sohnes. Beide Hände sind
sehr
verschieden. Die linke Hand ist kräftig und muskulös. Sie scheint
einen
festen Druck auszuüben. Wie anders die rechte Hand des Vaters. Diese
Hand
hält nicht und greift nicht. Sie ist feingliedrig, sanft und sehr
zärtlich.
Sie liegt weich auf der Schulter des Sohnes. Sie will streicheln,
liebkosen und
trösten. Es ist die Hand einer Mutter.
Die Hände zeigen
den Vater nicht als einen großen Patriarch, sondern ebenso
als Mutter, wie
als Vater.
Gott berührt den Menschen mit einer männlichen und einer
weiblichen Hand. Er
hält, und sie streichelt. Er bekräftigt und sie
tröstet.
Es ist wirklich Gott, in dem beides, Mannsein und Frausein,
Vaterschaft und
Mutterschaft, voll und ganz gegenwärtig ist.

„Als der
Sohn noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater, und es jammerte
ihn; er lief
und fiel ihm um den Hals und küßte ihn“. Lukas 15,20
„Ich will euch trösten,
wie einen seine Mutter tröstet!“ Jesaja 66,13
© Cornelia Hott