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Andacht vom 16.Januar 2012.

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Neu geboren werden!

 

Mancher, der von einer Krankheit geheilt wurde oder auch nur einen erholsamen Urlaub hinter sich hat, sagt, dass er sich wie von Neuem geboren fühlt. Neugeburt hat für uns sehr viel Postives an sich: Ein gerade geborenes Kind steht für Hoffnung, Zukunft. Irgendjemand hat auch einmal ganz richtig gesagt: "Solange Kinder geboren werden, hat Gott uns noch nicht aufgegeben!"

 

Aber wir Menschen sind durch den Sündenfall "im Fleisch geboren". Das bedeutet, dass wir eine sündige Natur haben. Wir können uns auch noch so anstrengen: Wir schaffen es nicht wirklich, richtig gut zu sein. Selbst wenn wir gute Werke vollbringen, dann tun wir das aus Berechnung, und wenn es uns dabei nur darum geht, vor Gott als die Gerechten dazustehen. Sind wir aber dann nicht wie der Pharisäer aus dem Gleichnis, der sich selbst über die Maßen lobte und doch nicht verstanden hatte, dass Gott unser Herz, unsere Liebe will?

 

Und selbst moralisch gefestigte Personen sind nicht frei von Sünde und Schuld. Wir alle gleiten ab, rutschen aus, machen Fehler, spüren in uns Neid, Haß, Mißgunst und tun Dinge, von denen wir wissen, dass sie alles Andere als in Ordnung sind. Wie ernst es um uns steht, vermag ein Satz verdeutlichen, den ein routinierter, verantwortungsbewußter und guter Autofahrer einmal in einem ganz anderen Zusammenhang sagte: "Wenn die Polizei mich bei meinen Fahrfehlern immer erwischt hätte, wäre ich meinen Führerschein schon lange los!"

 

Das war ein ehrlicher Satz. Und er gilt nicht nur für den Strassenverkehr, sondern auch für alle anderen Bereiche des Lebens. Haben wir nicht auch vielleicht das Glück, daß uns die irdische Gerechtigkeit nicht immer bei unseren Missetaten erwischt hat? Auch wenn es bei Kleinkram geblieben ist, der strafrechtlich nicht verfolgt wird, weil die Kosten den Streitwert bei Weitem übersteigen, so ist die Sache damit noch nicht in Ordnung. Vor Gott können wir nicht fliehen, und Gott ist viel zu heilig als dass Er auch nur die allerkleinste Sünde in Seiner Gegenwart zulassen könnte. Deshalb brauchen wir einen Neubeginn, der tragfähig ist.

 

Dies ist etwas völlig anderes als die guten Vorsätze, die alljährlich gemacht werden und die man dann doch nicht hält. Auch dann, wenn es uns gelingt, das Ein oder Andere zu verändern, so bleibt unser Herz immer noch das Alte. Wir geben alte Gewohnheiten doch im Allgemeinen nur deshalb auf, weil sie uns keinen Erfolg bringen oder uns andere Verhaltensweisen mehr Erfolg versprechen. Wir bleiben berechnend und sind immer noch die Alten.

 

Doch in Jesus können wir aus dem Geist wiedergeboren werden, von Neuem, von vorn beginnen. Die Wertigkeit wird dann anders, und wir setzen die Prioritäten nach Gottes Maßstäben neu. Es geht dann nicht mehr um den beruflichen Erfolg, die Karriere, sondern wir handeln aus Liebe zu Gott und den Menschen. Das Lesen der Bibel, das Gebet, die Gemeinschaft mit Gott ist keine Pflicht mehr, sondern unser Wunsch. Diese neue Geburt ebnet uns den Weg zu Gott und macht unsere Beziehung zu Ihm lebendig.

 

Dies schildert Jesus in Seinem Gespräch mit Nikodemus deutlich, und das ist auch mein Bibellesetipp für heute.

 

Bibellesetipp:

 

3 1 Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, einer von den Oberen der Juden. 2 Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, du bist ein Lehrer, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm. 3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde,so kann er das Reich Gottes nicht sehen. 4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? 5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. 6 Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist. 7 Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden. 8 Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist. 9 Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie kann dies geschehen? 10 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du Israels Lehrer und weißt das nicht? 11 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und bezeugen, was wir gesehen haben; ihr aber nehmt unser Zeugnis nicht an. 12 Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sage? 13 Und niemand ist gen Himmel aufgefahren außer dem, der vom Himmel herabgekommen ist, nämlich der Menschensohn. 14 Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, 15 damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. 16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. 17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. 18 Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. 19 Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. 20 Wer Böses tut, der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. 21 Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind." (Johannes 3:1-21)

Markus Kenn


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