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Mit dem Kopf durch die Wand
Ich stand heute Morgen in der Küche und meine kleine Tochter kam bekleidet mit einer Unterhose zu mir. Ich war gerade am Kaffe machen. Mein Mann schlief noch.
Sofort als ich meine kleine Tochter, mit ihren drei Jahren erblickte und sah, dass sie ja fast nackt war, bat ich sie darum, sich etwas anzuziehen.
Während ich genüsslich weiter den Kaffeepad in die Maschine legte, plagte sich die Kleine damit, eine Strumpfhose anzuziehen. Ich hörte nur immer kleine „iis“ und „aas“, mit einem Wort, Laute des Unmuts. Darauf reagierte ich nicht. Denn schließlich war es ja sehr oft so, dass sie meine Hilfe ausschlug. Doch Minuten später kam sie voller Stolz. Sie hatte es geschafft. Dass die Strumpfhose verkehrt herum angezogen war störte weder sie noch mich. Aber die Tatsache, dass ein Fuß nicht recht in der dafür vorgesehenen Höhle der Strumpfhose steckte, ärgerte die kleine Maus sehr.
„Mama bitte hilf mir da!
Natürlich nahm ich mich ihrer liebevoll an. Doch dafür musste ich ihr die Strumpfhose leider wieder ausziehen, um sie ihr korrekt über die Beine streifen zu können. Geschafft.
Nun war nur noch der Oberkörper, der einer Bekleidung bedurfte.
Ich blieb wieder in der Küche, um nach längerer Aufwärmphase der Espressomaschine endlich den Knopf zu drücken. Nun ergoss sich das herrliche Schwarz in mein bereit gestelltes Häferl.
Mit der Tasse in der Hand ging ich wieder in Wohnzimmer. Dort traf ich auf mein kleines Mädchen, das sich abmühte ein Oberteil anzuziehen. Wieder ertönten Geräusche des Unmuts aus ihrem Munde. Nach einigen intensiven Sekunden, das Versuchens, kam sie zu mir und sagte: „bitte hilf mir da.“
Erst da erkannte ich, dass sie einen Pullover erwischte, der ihr schon eine Spur zu klein war.
Die Kopföffnung passte nicht mehr. Ich hätte ihren Kopf durchzwängen könne, mit dem Preis sie dabei am Ohr zu verletzen bzw. irritieren. Ich stand aber auf, und suchte nach einem Oberteil, das genau für sie richtig war.
Während ich so im Kasten wühlte, dachte ich an mich. Ich will auch manchmal mit dem Kopf durch die Wand. Da wurschtle ich mich mit etwas ab und probiere und probiere. Irgendwann, denke ich mir dann, „da brauche ich jetzt Hilfe“, und beginne zu beten.
Dabei musste ich an Römer 8, 26ff denken:
"Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen erforscht, der weiß, worauf der Sinn des Geistes gerichtet ist; denn er vertritt die Heiligen, wie es Gott gefällt. Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind."

Dabei kann es dann passieren, dass ER mir wirklich hilft durch genau diese Wand zu kommen, ohne, dass ich mich dabei verletze, oder mit nur leichten Schrammen davon komme. Es kann aber auch sein, dass er mir diese Wand wegnimmt und mir dafür eine andere Wand gibt, die genau für mich gemacht wurde.
Ich hatte schon einige Mühe bei nur zwei Kindern das richtige Teil zu finden. Wie viel Mühe muss Gott dann haben, um für jeden von uns das rechte Teil parat zu haben?
Aber ich verlasse mich darauf, dass Gott genau die richtige Wand vor mich hinstellt. Denn schließlich hat ER uns doch auch Kraft mit auf unseren Weg gegeben. Warum sollten wir diese nicht nutzen? Widerstände sind dazu da, damit man über sie hinwegkommt.
Eigentlich hätte meine Tochter ihren Pullover auch selber anziehen können. Aber in diesem Moment schaffte sie es einfach nicht. Genauso wie wir in manchen Momenten, Dinge die uns sonst mühelos gelingen, eben nicht mehr schaffen. Und genau da setzt dann Gottes Gnade an. Er hilft uns dann weiter. Aber nur, wenn wir ihn darum bitten. Denke ich jedenfalls.
© Diane Legenstein
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