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Andacht vom 18. Februar 2008 .

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Abraham und sein Gehorsam! DIE EPREDIGT!


Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich zum 2. Sonntag in der Passionszeit.



Den Predigttext des heutigen Sonntages finden wir im Brief an die Hebräer im 11. Kapitel, die Verse 8-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam, als er berufen wurde, in ein Land zu ziehen, das er erben sollte; und er zog aus und wusste nicht, wo
er hin käme. Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen in dem verheißenen Lande wie in einem fremden und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung. Denn er wartete auf die Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.

Liebe Gemeinde,

stellen Sie sich einmal vor, ein Mitarbeiter eines Missionswerkes, der Sie und Ihre Glaubensfestigkeit gut kennt kommt eines Tages zu Ihnen zu Besuch. Er bietet Ihnen, natürlich bei vollem Lohnausgleich und einer Arbeitsplatzgarantie die Möglichkeit an, in Bagdad an einem Straßenevangelisationsprojekt teilzunehmen. Eigentlich eine ganz tolle Aufgabe, das Geld stimmt, die Familie ist versorgt oder kann sogar mitkommen, aber irgendwie wäre es mir doch ganz schön mulmig. Natürlich habe ich schon häufig über Matthäus 28 (Gehet hinaus und machet zu Jüngern alle Völker...) gepredigt, aber gleich Bagdad ? Da gibt es doch bestimmt einen, der näher dran wohnt,oder etwa doch nicht ?

Aber wie war das eigentlich damals bei Abraham ? Abraham lebte mit seiner Familie im Lande Kanaan. Da uns die Bibel keine weiteren Auskünfte über die Art und Weise seiner Lebensumstände angibt, dürfen wir davon ausgehen, dass Abraham ein ganz "normales" Leben führte. Er war kein religiöser Schwärmer, sondern ein eher vernunftgesteuerter Mensch.

Aber dennoch war Abraham irgendwie ein wenig anders. Folgende Punkte fallen uns auf, wenn wir den Predigttext näher betrachten:

1. Der Glaube.

Gott war Abraham erschienen und tat ihm seine Zukunft kund. Abraham glaubte der Verheißung Gottes und machte sich auf den Weg. Und zwar ohne
die Zweifel, die ich gehabt hätte und ohne vorher das "für" und "wider" erst einmal abzuwägen. Wenn wir das griechische Wort für Glauben "Pisteuein" wörtlich übersetzen, dann bedeutet dies "sich an etwas fest machen". Wenn ich mich an etwas festmache, dann binde ich meine ganze Existenz daran.

Wenn ich meine ganze Existenz, also alles was ich bin und habe an Gott fest mache, dann habe ich einen Glauben der dem von Abraham  entspricht.

Gott möchte uns auch heute im 21. Jahrhundert aufmuntern, dass wir ihm so vertrauen, wie Abraham dies getan hat. Nun mögen einige von Ihnen vielleicht denken, "Ja, wenn Gott auch mir so direkt erscheinen würde, wie damals dem Abraham, ja, dann würde ich natürlich sofort glauben".

Liebe Gemeinde, Gott ist uns genau so erschienen, wie er dereinst Abraham erschienen ist. In Jesus Christus ist Gott Mensch geworden und hat auch uns Verheißungen (Versprechungen) gegeben:

Matthäus 6, 25: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet.....
Matthäus 10, 28: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können...
Matthäus 28,19: Darum geht hin und machet zu Jüngern alle Völker....
Johannes 5, 24: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht...

Untersuchen Sie doch heute einmal das Neue Testament auf alle Verheißungen hin, die uns unser Herr dort mitteilt.

Vertrauen wir eigentlich noch den Verheißungen, die an uns gerichtet sind heute genau so, wie es Abraham zu seiner Zeit getan hat ?

2. Der Auszug

Ausgestattet mit den Verheißungen Gottes zog Abraham aus in das Land, das ihm Gott verheißen hat. In Demut und Bescheidenheit ging er sorglos
diesen Wege, den ihm der Herr anbefohlen hatte.

Ausgestattet mit den Verheißungen Gottes können auch wir "ausziehen".
Wenn wir das Wort "ausziehen" einmal in einem anderen Sinne anwenden, dann können wir z.B. all unsere Sorgen ausziehen und allein dem Wort
unseres Herrn vertrauen. Dann können wir auch all unser hektisches Treiben "ausziehen" und in aller Ruhe und Stille unter Gottes Wort kommen und sein Wort hören. Dann dürfen wir auch unsere ganze Selbstsicherheit "ausziehen" und mit Demut vor unserem Herrn erscheinen.

3. Das Warten auf Gottes Auftrag

Ich glaube, der größte Fehler bei vielen unserer Entscheidungen ist es, dass wir sie treffen, ohne mit unserem Herrn darüber gesprochen (gebetet) zu haben oder auf sein Wort gewartet zu haben. Wir vertrauen unsere geschäftlichen Belange lieber einem Unternehmensberater an, als unseren Herrn um Hilfe zu fragen. Wir vertrauen dem Ratschlag unserer Freunde und Bekannten häufig mehr, als Gottes Ratschlag. Und letztendlich trauen wir uns häufig viel mehr zu, als wir zu leisten tatsächlich in der Lage sind.

So erging es auch Abraham. Nachdem für Abraham und seine Frau feststand, dass sie keine Kinder bekommen können, kam seine Frau auf die Idee, eine Leihmutter (so würden wir sie heute wohl nennen)für diese Zwecke einzusetzen. Wie Sie im ersten Buch Mose ab Kapitel 16 nachlesen können,
ging dies natürlich so richtig schief.

Doch irgendwann hatte auch Abraham eingesehen, dass ein derartiges Vorhaben letztendlich immer nur in's Unglück führen kann. Und so gab er sich ganz Gott hin und wurde nicht mehr von sich aus tätig, sondern erst dann,wenn er Gottes Stimme vernommen hatte.

Liebe Gemeinde, im Gegensatz zu Abraham haben wir einen entscheidenden Vorteil. Gott hat uns in der Person Jesu Christi alles gesagt, was für unser Leben wichtig ist, und wie wir unser Leben gestalten sollen. All dies steht auf rund 140 Seiten des Neuen Testaments (in den vier Evangelien) geschrieben.

Wir müssen gar nicht erst die schmerzhaften Erfahrungen eines Abraham durchleben. Wenn wir unser Leben von Anfang an konsequent an Gottes Wort ausrichten, werden wir zwar auch das eine oder andere Leid erfahren, aber unser Herr wird uns durch diese Zeiten hindurch tragen. Vor allem
aber möchte uns unser Herr vor allem bewahren, woran unsere Seele Schaden nehmen könnte.

Der Liederdichter Johann Heermann beschreibt den Weg mit unserem Herrn, wie ich finde, sehr treffend mit folgendem Liedvers:

Lass dich, Herr Jesu Christ durch mein Gebet bewegen
Komm in mein Haus und Herz und bringe mir den Segen
All Arbeit, Müh und Kunst ohn dich nichts richtet aus;
wo du mit Gnaden bist, gesegnet wird das Haus.

Der Herr gebe dir ein Herz voller Demut, damit Du seine Stimme hören kannst.
Der Herr gebe Dir ein mutiges Herz, damit Du Deinen Weg frohgemut beschreiten kannst
Derr Herr gebe dir ein bescheidenes Herz, dass dich vor Hochmut bewahrt

Amen.

Ich wünsche Ihnen noch einen guten Start in diese Woche.

Ihr

Ulrich Naber

P.S.: Ich bin nunmehr häufiger darauf angesprochen worden, ob ich nicht konkrete Hilfestellungen anbieten könnte nach dem Motto "Jesus Christus
im Alltag (er)leben".
Ich möchte heute mit einem kleinen, aber sehr wirkungsvollem Ratschlag beginnen:
"Prüfe bei jeder Entscheidung im Leben, ob der beabsichtigte
Weg dich näher zu Gottes Liebe hinführt, oder aber weiter von ihr wegzieht."
(Matthias Große, ev. Pfarrer)


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