Das Gleichnis vom bittenden, aufdringlichen Freund
Manchmal kann ein Freund mit einer Bitte um einen Gefallen ganz schön aufdringlich sein, manchmal sind es auch Bekannte, Nachbarn, Kollegen oder Verwandte, die einem wegen eines Anliegens keine Ruhe lassen. Und wie oft gibt man nach oder tut etwas, nur um endlich Ruhe zu haben?!
Darin geht es auch im Gleichnis vom aufdringlichen Freund: Man gibt ihm, damit man weiter ruhen kann. Oder im Alltag, damit man sich wieder seinen eigentlichen Aufgaben und der eigentlichen Arbeit zuwenden kann.
So sollen wir vor Gott sein: Wir können Ihn beständig bitten. Wenn Er uns lange warten lässt, dann nur, um unsere Geduld und unseren Glauben, unsere Ernsthaftigkeit und unsere Zielstrebigkeit zu schulen. Letztendlich aber weiss Gott, wann es die richtige Zeit ist, uns eine Bitte zu erfüllen. Es hat sehr viel mit den Umständen zu tun und unserem Reifungsprozess im Glauben. Wir sollen uns ja weiter entwickeln, unseren Glauben vertiefen, unser Vertrauen in Gott festigen und uns derart verfeinern, dass wir Jesus immer ähnlicher werden.
Gott weiss auch, wie sehr wir von Ihm abhängig sind: Im "Vater unser" bitten wir um unser tägliches Brot, um Vergebung und dafür, nicht in Versuchung geführt zu werden. Bei der Bitte, vom Bösen erlöst zu werden, geht es nicht nur um die Boshaftigkeit der Anderen, nicht nur um mißliche Umstände wie Krankheit, Sorgen, Arbeitslosigkeit oder Existenzkrisen, sondern auch um das Böse in uns, um unsere Angewohnheiten, die nicht oder zumindest nicht ganz in Ordnung sind.
Gott nimmt unser Bitten ernst, Er sorgt sich um uns, denn wir sind Seine Kinder. Er ist ein strenger, konsequenter Vater, doch das entspringt nur Seiner Liebe und Fürsorge für uns. Er weiss, was uns gut tut und was nicht. Und Er möchte, dass es uns gut geht, dass wir versorgt sind und glücklich. Deshalb dürfen wir zu Ihm kommen und Ihn bitten. Er schenkt uns auch Weisheit und Einsicht, warum wir warten mussten und müssen oder etwas nicht bekommen. Und unser Bitten tut uns selber gut: Wir merken selbst, was uns wichtig ist und was nicht, was wir brauchen und was nicht. Deshalb dürfen wir bitten wie der aufdringliche Freund, allerdings ohne dass uns Gott für aufdringlich hält.
Bibellesetipp:
"Und er srpach zu ihnen: 'Wer ist unter euch, der einen Freund hat und geht zu ihm um Mitternacht und spricht zu ihm: 'Lieber Freund, leihe mir drei Brote, denn ein Freund von mir ist auf der Reise zu mir gekommen, und ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen kann', und er drinnen würde antworten und sprechen: 'Mache dir keine Mühe! Die Tür ist schon zugeschlossen, und meine Kinder sind bei mir im Bett; ich kann nicht aufstehen und dir geben.' Ich sage euch: Und wenn er auch nicht aufsteht und ihm gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch um seines unverschämten Beharrens willen aufstehen und ihm geben, soviel er bedarf. Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn jeder, der da bittet, der empfängt, und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Wo ist unter euch ein Vater, der seinem Sohne, wenn er ihn um Brot bittet, einen Stein gäbe? Und wenn er um einen Fisch bittet, ihm eine Schlange für den Fisch gäbe? Oder, wenn er um ein Ei bittet, ihm einen Skorpion dafür gäbe? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, dennoch euren Kindern gute Gaben geben könnt, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geit geben denen, die ihn bitten!'" (Lukas 11:5-13)
Mit den besten Segenswünschen
Euer
Markus Kenn