Es lebe der Unterschied!
Früher einmal dachte ich, Christen seien langweilig und gleichförmig, und wenn man einen kennen würde, dann würde man alle kennen. Welch ein Irrtum, wie ich feststellen durfte! Unter den Christen lernst Du nämlich alle möglichen - und wohl auch alle unmöglichen - Typen kennen! Davon will ich mal erzählen.
Paulchen zum Beispiel: Er ist so eine Art "Gemeindeopa". Mitte siebzig. Er wird von allen geduzt, das möchte er so. Immer fröhlich, immer witzig, immer für einen Spass zu haben. Manchmal ärgert er sich, dass er den ein oder anderen Ulk nicht mehr selber durchführen kann, weil ihm das Rheuma einen Strich durch die Rechnung macht. Aber ansonsten ist er immer gut aufgelegt. Sein Körper mag alt sein, aber sein Herz ist jugendlich und frisch. Und mit ihm gibt es fast immer was zu lachen.
Herr Schmidt ist dagegen noch keine zwanzig. Er ist ganz anders, im Begriff, das Abitur zu machen und zu studieren. Er wird sicher einen Beruf ergreifen, bei dem es darauf ankommt, von Anfang an einen sehr seriösen Eindruck zu machen; schon jetzt macht er im schwarzen Nadelstreifenanzug eine gute Figur. Sein Benehmen ist tadellos, ein Kavalier alter Schule, stets gekämmt und gut rasiert.
Da gibt es auch ein Zwillingspärchen: Anita und Gregor; beide sind fünfzehn. Anita ist ziemlich burschikos, schon immer ist sie auf Bäume geklettert und hat mit Autos gespielt. Gregor hingegen hat sich nie gerauft, sondern lieber gelesen und besuchte lieber Museen anstatt zu balgen. Er hat etwas Fürsorgliches. Aber beide verstehen sich gut.
Frau Müller ist eine richtige Dame: Vornehm durch und durch, würdevoll, obwohl eigentlich gerade mal dreißig. Eigentlich müsste sie mit Herrn Krause ständig im Clinch liegen; Herr Krause - wir nennen ihn eigentlich nur Krause - ist das, was man in der Welt wohl einen Proleten nennen würde: Duzt jeden, ist immer sehr direkt und ziemlich hemdsärmelig. Wenn es etwas zu schrauben gibt oder wenn es gilt, etwas anzupacken, ist er da.
Kurt ist ein regelrechter Pedant; daneben sitze ich, der chaotische Typ. Unsere Schwestern und Brüder lachen schon, wenn wir zusammenarbeiten. Ich ständig am suchen und am improvisieren, er ständig durchorganisiert. Und natürlich schütteln wir beide mit dem Kopf übereinander: Ich über ihn: "Wie kann man nur so pedantisch sein?" Und er: "Blickst du überhaupt noch durch, bei deiner Desorganisation?" Aber irgendwie bekommen wir die Sachen, die wir gemeinsam zu erledigen haben, hin. Wir gestehen es: Wir sind - obwohl es uns keiner zutrauen würde - eine geradezu ideale Ergänzung, weil wir unsere Kreativität gegenseitig beflügeln.
Da gibt es auch noch Toby, ein Junge von sechzehn: Gutmütig, sehr sanft, mit einer Engelsgeduld. Unsere "Kleinen" mögen ihn, weil sie mit ihm auf der Wiese raufen dürfen. Er hört aber auch gern zu, mit ihm kann man trotz seiner Jugend richtig plaudern.
Ritchie dagegen ist etwas strenger, achtet darauf, das alles läuft. Ruft zur Ordnung und schimpft ab und an mal mit uns, damit jeder das Seine tut.
Es ist ein bunter Haufen: Temperamentvolle treffen auf Schüchterne, Ordentliche auf kleine Chaoten, Hemdsärmelige auf Vornehme, die "Strengeren" auf die "Verspielteren". Menschen aus allen Schichten habe ich kennen gelernt: Erfolgreiche Manager und Unternehmer, aber auch sogenannte verkrachte Existenzen. Und trotzdem gehören wir zusammen. Ein Obdachloser hat sogar Schrott und Pfandflaschen gesammelt und einen grossen Teil dieses Erlöses gespendet, damit ein Gemeindehaus gebaut werden konnte.
Ich vertrage mich mit Menschen, mit denen ich nie ausgekommen bin, solange ich noch in der Welt war und umgekehrt. Es gibt so viele unterschiedliche Menschen unter den Christen. Jesus ist nicht wählerisch; wenn Du zu Ihm kommst, macht Ihn das glücklich. Es wird mehr Freude sein im Himmel über einen Sünder, der Buße tut als über 99 Gerechte. Egal, ob Du vornehm bist oder ein einfacher Mensch von der Strasse, ob Du oben oder unten stehst, ob Du schwach oder stark bist, ob Du in irgendwelche Schablonen passt oder nicht: Jesus sagt zu Dir: "Komm!"
Er spricht auch zu Dir: "Komm!" Nimm Ihn im Glauben an:
"Herr Jesus, hier bin ich. Komm Du in mein Herz. Erlöse mich. Reinige mich vom Schmutz meiner Sünde. Danke, dass Du für mich auf Golgatha gestorben und nach drei Tagen für mich wiederauferstanden bist und den Tod für mich besiegt hast. Danke, dass ich auf ewig bei Dir leben darf von nun an. Sei einfach nur mein Herr und Heiland. In Jesu Namen, Amen!"
Markus Kenn