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Im
Griff der Würgefeige!
In den Tropen gibt es eine Feigenart, die vielen anderen Bäumen den
Tod bringt. Es ist die sogenannte Würgefeige. Ganz oben auf den Ästen beginnt
die Würgefeige ihr zerstörerisches Werk und Schuld daran sind die
Waldvögel. Findet sich in deren Kot Samen und wird dieser auf einem Ast
ausgeschieden, keimen die Samen und bald entsteht ein Pflänzchen das
Luftwurzeln treibt und langsam am Stamm des Wirtsbaumes herunter wächst. Die
Wurzeln vermehren und verdicken sich und umschließen allmählich ihren
Wirtsbaum. Schließlich stirbt er ab und die Würgefeige steht alleine. Innen,
da wo der Baum war ist es hohl, denn die Würgefeige hat den Baum sozusagen
aufgefressen. Im Laufe von Jahrzehnten überwuchert die Würgefeige immer mehr
Bäume. Alle sterben ab und zurück bleibt immer ein riesiges, hohles
Wurzelgeflecht. In Kambodscha wurde eine große Tempelanlage von einer
Würgefeige umklammert. Beim Anblick solcher Bilder kann einem unheimlich
werden. Die Würgefeige krallt sich einen Baum, stiehlt ihm Licht und
Nährstoffe und dieser stirbt langsam ab. Die Würgefeige ist ein Killer unter
den Bäumen
.
(F.religiosa
heisst diese Feigenart witzigerweise! Bild Wikipedia)
Die Machenschaften der Würgefeige kann man auch auf den Glauben
übertragen. Ein Killer unter anderen für den lebendigen Glauben an Jesus ist
die Religiosität. In der Bibel wird der glaubende Mensch mit einem Baum
verglichen (Psalm 1). Jesus gebraucht auch das Bild des Baumes, wenn er vom
Weinstock (Johannes 15) spricht und daran das geistliche Leben eines
Menschen verdeutlicht.
Während der Wirkungszeit Jesu waren seine
größten Gegner die einflußreichen religiösen Führer. Die Schriftgelehrten und
Pharisäer nahmen Anstoß an Jesus und lehnten ihn ab, denn er entsprach nicht
ihren Vorstellungen vom verheißenen Erlöser. Trotz der vielen Zeichen die
Jesus tat, war ihr Herz verhärtet. Das Leben in ihrer Tradition, ihre
Rechtgläubigkeit und Religiosität blockierte sie so, dass sie den Messias
nicht erkannten (Johannes 5,43) und ihn schließlich kreuzigen
ließen.

Bild: Wikipedia Jesus ging immer wieder scharf gegen sie vor und betitelte sie
als Heuchler (Lukas 12,1), die an der Liebe Gottes vorbeigehen (Lukas 11,42)
und anderen Menschen den Weg zum Himmel versperren (Lukas 11,52) Durch den
Einfluß dieser religiösen Menschen, die es auf ihre Weise recht meinten, kam
das ganze Volk Israel unter das Gericht Gottes.

Bild: Wikipedia Religiosität ist nicht
lebendiger Glaube, sondern mit der gefährlichen Würgefeige zu vergleichen.
Klein setzt sie sich fest, treibt ihre Wurzeln, umschlingt die Pflanze des
Glaubens und tötet sie langsam, aber sicher ab.
Bei vielen Christen und
auch Gemeinden hat die Religiosität und das Leben in der Tradition dieses
Werk der Würgefeige getan. Auf den ersten Blick ist nicht zu sehen, dass das
Innere, das geistliche Leben abgestorben und hohl ist. Nach außen hat man
einen anständigen Lebenswandel, man hält die Gebote, besucht die
Gottesdienste, spricht das Tischgebet, liest vielleicht auch die
Andacht, aber die Beziehung zu Jesus ist kaputt. Da ist kein Leben mehr drin,
die Lebendigkeit ist weg. Das Leben in der Tradition und das halten der
äußeren Formen wird das Wichtigste. Der Schein eines Christen bleibt bewahrt.
Man hält sich selbst für gläubig, weil man nicht merkt, wie weit man sich
innerlich von Jesus entfernt hat, oder ihn auch noch nie
kannte.
Dieses Bild der Würgefeige kann man auch für die Gemeinde
anwenden. Man hält sich an Nebensächlichkeiten auf (welche Lieder werden
gesungen, wie sollen die Stühle stehen, wird Wein und/oder Traubensaft
gereicht etc.) und merkt nicht, dass das geistliche Leben langsam erlischt.
Man dreht sich um sich, ist beschäftigt mit so manchen Dingen und die
Menschen, die Jesus noch nicht kennen sind vergessen. Man schmort im eigenen
Saft und fühlt sich im Club der Gleichgesinnten wohl. Solange alles Äußere
stimmt, ist man mit sich und mit dem Gemeindeleben zufrieden.

Bild: Wikipedia
Die
Würgefeige wird der Killer unter den Bäumen genannt. Der Killer für
den Glauben ist oft die Religiosität und Tradition. Der Teufel benutzt
diese Formen gern, weil er sich damit am Besten tarnen kann. In einem solchen
Gewand macht er den Menschen plausibel, dass doch alles in bester Ordnung
ist. Das Innere des Glaubensbaumes ist längst ausgehöhlt, vielleicht schon
tot, aber die Tradition hält noch alles zufrieden stellend zusammen. Weh dem,
der daran rüttelt und kritische Fragen stellt.
Im Bild des Baumes
heißt es: „Bringt rechtschaffene Früchte der Buße“ (Matthäus 3,8). Nur durch
Buße, Sinnesänderung und Umkehr zu Jesus, kann wieder Leben gedeihen. Durch
diesen Neuanfang, den Gott wirkt, wird ein Mensch zu einem Kind Gottes. Der
Heilige Geist schafft solche Veränderungen, dass in einem Menschen etwas ganz
Neues entsteht (2. Korinther 5,17). Ein kleiner Glaubensbaum, der nun wachsen
und reifen muss.
Der geistliche Christ, ist ein Mensch, der in Jesus
verwurzelt ist und gute Früchte bringt (Galater 5,22ff). Dabei ist die Liebe
die Frucht, die aus allen anderen herausragt (1.Korinther 13,13). An ihr
sollen die Christen erkannt werden (Johannes 13,35). Wenn sie in einem
Menschen wohnt, dann ist auch die Freude Jesu in diesem Menschen vollkommen
(Johannes 15,10-11).
Diese von Gottes Geist gewirkte Verwandlung hat
Auswirkungen auf das eigene Leben, auf das Umfeld und auf die Gemeinde. Man
spürt diesem Menschen die Echtheit des Glaubens ab. Und das wiederum ist die
beste Reklame für das Reich Gottes.
„Der Gerechte wird grünen wie ein
Palmbaum, er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon. Die gepflanzt sind
im Hause des Herrn, werden in den Vorhöfen unseres Gottes grünen. Und wenn
sie auch alt werden, werden sie dennoch fruchtbar und frisch sein“. Psalm
92,13-15
© Cornelia Hott
(ALLE BILDER
DIESER SEITE ENTNOMMEN VON: http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCrgefeige
)
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