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Andacht vom 15. Januar 2008 .

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Beziehung zu Gott

Im Griff der Würgefeige!



In den Tropen gibt es eine Feigenart, die vielen anderen Bäumen den Tod
bringt. Es ist die sogenannte Würgefeige. Ganz oben auf den Ästen beginnt die
Würgefeige ihr zerstörerisches Werk und Schuld daran sind die Waldvögel.
Findet sich in deren Kot Samen und wird dieser auf einem Ast ausgeschieden,
keimen die Samen und bald entsteht ein Pflänzchen das Luftwurzeln treibt und
langsam am Stamm des Wirtsbaumes herunter wächst. Die Wurzeln vermehren und
verdicken sich und umschließen allmählich ihren Wirtsbaum. Schließlich
stirbt er ab und die Würgefeige steht alleine. Innen, da wo der Baum war ist
es hohl, denn die Würgefeige hat den Baum sozusagen aufgefressen. Im Laufe von
Jahrzehnten überwuchert die Würgefeige immer mehr Bäume. Alle sterben ab und
zurück bleibt immer ein riesiges, hohles Wurzelgeflecht. In Kambodscha wurde
eine große Tempelanlage von einer Würgefeige umklammert. Beim Anblick solcher
Bilder kann einem unheimlich werden. Die Würgefeige krallt sich einen Baum,
stiehlt ihm Licht und Nährstoffe und dieser stirbt langsam ab. Die Würgefeige
ist ein Killer unter den Bäumen

.

(F.religiosa heisst diese Feigenart witzigerweise! Bild Wikipedia)

Die Machenschaften der Würgefeige kann man auch auf den Glauben übertragen.
Ein Killer unter anderen für den lebendigen Glauben an Jesus ist die
Religiosität. In der Bibel wird der glaubende Mensch mit einem Baum verglichen
(Psalm 1). Jesus gebraucht auch das Bild des Baumes, wenn er vom Weinstock
(Johannes 15) spricht und daran das geistliche Leben eines Menschen
verdeutlicht.

Während der Wirkungszeit Jesu waren seine größten Gegner die einflußreichen
religiösen Führer. Die Schriftgelehrten und Pharisäer nahmen Anstoß an Jesus
und lehnten ihn ab, denn er entsprach nicht ihren Vorstellungen vom verheißenen
Erlöser. Trotz der vielen Zeichen die Jesus tat, war ihr Herz verhärtet. Das
Leben in ihrer Tradition, ihre Rechtgläubigkeit und Religiosität blockierte
sie so, dass sie den Messias nicht erkannten (Johannes 5,43) und ihn
schließlich kreuzigen ließen.

Bild: Wikipedia
Jesus ging immer wieder scharf gegen sie vor und betitelte sie als Heuchler
(Lukas 12,1), die an der Liebe Gottes vorbeigehen (Lukas 11,42) und anderen
Menschen den Weg zum Himmel versperren (Lukas 11,52) Durch den Einfluß dieser
religiösen Menschen, die es auf ihre Weise recht meinten, kam das ganze Volk
Israel unter das Gericht Gottes.

Bild: Wikipedia
Religiosität ist nicht lebendiger Glaube, sondern mit der gefährlichen
Würgefeige zu vergleichen. Klein setzt sie sich fest, treibt ihre Wurzeln,
umschlingt die Pflanze des Glaubens und tötet sie langsam, aber sicher ab.

Bei vielen Christen und auch Gemeinden hat die Religiosität und das Leben in
der Tradition dieses Werk der Würgefeige getan. Auf den ersten Blick ist nicht
zu sehen, dass das Innere, das geistliche Leben abgestorben und hohl ist. Nach
außen hat man einen anständigen Lebenswandel, man hält die Gebote, besucht
die Gottesdienste, spricht das Tischgebet, liest vielleicht auch die Andacht,
aber die Beziehung zu Jesus ist kaputt. Da ist kein Leben mehr drin, die
Lebendigkeit ist weg. Das Leben in der Tradition und das halten der äußeren
Formen wird das Wichtigste. Der Schein eines Christen bleibt bewahrt. Man hält
sich selbst für gläubig, weil man nicht merkt, wie weit man sich innerlich von
Jesus entfernt hat, oder ihn auch noch nie kannte.

Dieses Bild der Würgefeige kann man auch für die Gemeinde anwenden. Man hält
sich an Nebensächlichkeiten auf (welche Lieder werden gesungen, wie sollen die
Stühle stehen, wird Wein und/oder Traubensaft gereicht etc.) und merkt nicht,
dass das geistliche Leben langsam erlischt. Man dreht sich um sich, ist
beschäftigt mit so manchen Dingen und die Menschen, die Jesus noch nicht
kennen sind vergessen. Man schmort im eigenen Saft und fühlt sich im Club der
Gleichgesinnten wohl. Solange alles Äußere  stimmt, ist man mit sich und mit
dem Gemeindeleben zufrieden.

Bild: Wikipedia


Die Würgefeige wird der Killer unter den Bäumen genannt. Der Killer für den
Glauben ist oft die Religiosität und Tradition. Der Teufel benutzt diese
Formen gern, weil er sich damit am Besten tarnen kann. In einem solchen Gewand
macht er den Menschen plausibel, dass doch alles in bester Ordnung ist. Das
Innere des Glaubensbaumes ist längst ausgehöhlt, vielleicht schon tot, aber
die Tradition hält noch alles zufrieden stellend zusammen. Weh dem, der daran
rüttelt und kritische Fragen stellt.

Im Bild des Baumes heißt es: „Bringt rechtschaffene Früchte der Buße“
(Matthäus 3,8). Nur durch Buße, Sinnesänderung und Umkehr zu Jesus, kann
wieder Leben gedeihen. Durch diesen Neuanfang, den Gott wirkt, wird ein Mensch
zu einem Kind Gottes. Der Heilige Geist schafft solche Veränderungen, dass in
einem Menschen etwas ganz Neues entsteht (2. Korinther 5,17). Ein kleiner
Glaubensbaum, der nun wachsen und reifen muss.

Der geistliche Christ, ist ein Mensch, der in Jesus verwurzelt ist und gute
Früchte bringt (Galater 5,22ff). Dabei ist die Liebe die Frucht, die aus allen
anderen herausragt (1.Korinther 13,13).  An ihr sollen die Christen erkannt
werden (Johannes 13,35). Wenn sie in einem Menschen wohnt, dann ist auch die
Freude Jesu in diesem Menschen vollkommen (Johannes 15,10-11).

Diese von Gottes Geist gewirkte Verwandlung hat Auswirkungen auf das eigene
Leben, auf das Umfeld und auf die Gemeinde. Man spürt diesem Menschen die
Echtheit des Glaubens ab. Und das wiederum ist die beste Reklame für das Reich
Gottes.

„Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum, er wird wachsen wie eine Zeder
auf dem Libanon. Die gepflanzt sind im Hause des Herrn, werden in den Vorhöfen
unseres Gottes grünen. Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch
fruchtbar und frisch sein“
. Psalm 92,13-15

© Cornelia Hott


(ALLE BILDER DIESER SEITE ENTNOMMEN VON:
http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCrgefeige )


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