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Andacht vom 21. März 2008.

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Ostern: Das letzte Passahmahl



Jesus wusste bereits, dass er bald gekreuzigt werden würde. Kurz vor seiner Verurteilung durch den Hohen Rat versammelte er ein letztes Mal seine Jünger zum Passahmahl. Es ist sicher kein Zufall, dass die Kreuzigung Jesu mitten in die Passahzeit fiel. Dieses traditionelle Fest der Juden erinnert an die Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft durch Mose. Passah bedeutet also immer Erlösung. Und auch der Sohn Gottes, Jesus Christus, starb um der ganzen Menschheit einen Weg zur Erlösung zu geben. Ist es beim Passah das Passahlamm, welches geschlachtet wird, so erinnern wir uns an Ostern an das Lamm Gottes, das um unserer Sünden willen geschlachtet wurde.

Die Jünger Jesu wussten damals nicht, wo sie das Passahmahl feiern sollten. Sie fragten Jesus:

"Wo willst du, dass wir es bereiten?" (Lukas 22,9)

Es war ungewöhnlich, dass noch kein Ort für die Feier feststand, denn das Passahfest war das wichtigste der jüdischen Wallfahrfeste, zu dem sich die Juden in ihrer Hauptstadt trafen und man bereitete sich wochenlang darauf vor (mehr als 100.000 Pilger zogen nach Jerusalem). Rechtzeitig wurden Räumlichkeiten für die Feierlichkeiten besorgt. Nur Jesus und seine Jünger standen noch ohne eine Unterkunft da. Doch natürlich hatte Gott selbst einen Raum besorgt:

"Er aber sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr in die Stadt kommt, wird euch ein Mensch begegnen, der einen Krug Wasser trägt. Folgt ihm in das Haus, wo er hineingeht! Und ihr sollt zu dem Herrn des Hauses sagen: Der Lehrer sagt dir: Wo ist das Gastzimmer, wo ich mit meinen Jüngern das Passahmahl essen kann? Und jener wird euch einen großen, mit Polstern ausgelegten Obersaal zeigen. Dort bereitet! Als sie aber hingingen, fanden sie es, wie er ihnen gesagt hatte; und sie bereiteten das Passahmahl." (Lukas 22, 10-13)

Das ist typisch Gott. Nicht nur, dass er einen Raum besorgt hat, es war sogar ein großer, mit Polstern ausgelegter Obersaal. Das solch ein luxuriöses Zimmer so kurz vor dem Fest noch frei war, ist ein echtes Wunder. Aber Gott ist eben ein Gott, dem nichts unmöglich ist. So kurz vor dem großen Leiden Jesu hat dieser einfach das Bedürfnis ein letztes Mal mit seinen Jüngern zusammen zu sein.

"Und er sprach zu ihnen: Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt, dieses Passahmahl mit euch zu essen, ehe ich leide. Denn ich sage euch, dass ich es gewiss nicht (mehr) essen werde, bis es erfüllt sein wird im Reich Gottes." (Lukas 22,15)

Hier spricht Jesus bereits prophetisch vom Passahmahl im Reich Gottes. Es wird also auch im Paradies noch gefeiert werden, dann in purer Fröhlichkeit und Leichtigkeit. Diese Leichtigkeit konnte Jesus beim letzten Mahl in dieser Welt nicht haben, denn seine schwerste Stunde stand kurz bevor. Judas hatte bereits dem Verrat an Jesus zugestimmt. Jesus wusste das, als er mit ihm und den anderen 11 Aposteln in jenem Obersaal zusammen war. Wie erstaunlich, dass er überhaupt noch imstande war, das Passah zu begehen. Er tat es, weil er auch wusste, dass das Kreuz nicht die Endstation war. So wie er wusste, dass er sterben würde, so sicher war bereits, dass es danach endgültig vollbracht sein würde.


Eckart Haase



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