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Andacht vom 21. Oktober 2008.

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Warnung vor Habgier



Die derzeitige Finanz- und Bankenkrise schlägt hohe Wellen: Ohne staatliche Eingriffe hätten wir längst eine Katastrophe, einen erneuten Schwarzen Freitag, der schlimmer gewesen wäre als der erste.

Es stimmt auch bedenklich, dass sich in den USA, dem Land des Turbokapitalismus und des Wirtschaftsliberalismus, die Regierung an Banken beteiligt: Auch wenn dieses Wort vermieden wird, so ist es doch nichts anderes als eine teilweise Verstaatlichung der jeweiligen Banken, die eine Finanzspritze erhalten.

Doch woran liegt es, dass Zocker und Spekulanten so schwere Krisen auslösen? Das, was sie tun, hat mit wirklicher Wirtschaft und solider Finanzierung nichts mehr zu tun; es ist nur noch ein reines Glücksspiel, und wie dort geht es um Gewinn, um Sieg, um Profit, koste es, was es wolle! Und mancher Spekulant hat sich verschuldet, weil er an Kurssteigerungen glaubte, weil er in Hedgefonds risikoreich investierte, weil er in Termingeschäften einstieg, die im Grunde nichts anderes als Wetten sind!

Aber Jesus warnte bereits vor Habgier; er sah und sieht, wie die Menschen vom Reichtum geblendet sind. Oft werden sie von ihrem Geld gefangen, oft von ihrem Reichtum zerstört. Geiz und Gier machen sie oft blind.

Darunter leiden dann Familien, Freunde, Bekannte, Nachbarn, Mitarbeiter, ja, sogar ganze Gesellschaften.

Habgier zerstört nicht nur andere, sie zerstört auch den einzelnen, der unfähig wird zu Beziehungen, dessen Herz sich verhärtet, dessen Gier den Betreffenden blind macht für die wirklichen Bedürfnisse, die man selbst hat und die andere haben.

Jesus ging und geht es immer um ein Miteinander, um Menschlichkeit, um echte Werte, die bleiben. Und deshalb warnte er vor Habgier und sprach davon, sich mit dem zu begnügen, was man zum Leben braucht.


Bibellesetipp:

"Es sprach aber einer aus dem Volk zu ihm: 'Meister, sage meinem Bruder, dass er mit mir das Erbe teile.' Er aber sprach zu ihm: 'Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbschlichter über euch gesetzt?' Und er sprach zu ihnen: 'Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.'" (Lukas 12:13-15)

"wer unter euch hat einen Knecht, der pflügt oder das Vieh weidet, und sagt zu ihm, wenn der vom Feld heimkommt: 'Komm gleich her und setz dich zu Tisch!' Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: 'Bereite mir das Abendessen, schürze dich und diene mir, biss ich gegessen und getrunken habe; danach sollst du auch essen und trinken?' Dankt er etwa dem Knecht, dass er alles getan hat, was befohlen war? So auch ihr! Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: 'Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.'" (Lukas 17:7-10)

Mit den besten Segenswünschen
Euer

Markus Kenn




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