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Andacht vom 22. Januar 2009.

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Gebeutelt sein und dennoch glauben!




Mancher hat einen grossen Abstieg hinter sich, viele haben durch die Finanzkrise ihr gesamtes Vermögen verloren. Vielleicht haben sie dadurch ihre Familie verloren. Von Lottomillionären erfährt man häufig, dass sie zwar ganz oben standen, weil sie den Jackpot geknackt haben, und dann fielen sie ganz tief, manche auch in Hartz IV und in Obdachlosigkeit. Kann man da noch an Gott glauben?

Hiob - einem Mann aus der Bibel - ging es ähnlich: Er war eines der reichsten Männer der damaligen Welt, höchstwahrscheinlich sogar der Reichste. Aber er verlor sein gesamtes Vermögen, all sein Vieh, all seinen Besitz. Viele seiner Knechte kamen durch Gewalt oder durch Naturkatastrophen um. Als gerechter Arbeitgeber, der er war, tat ihm das natürlich weh.

Aber es kam noch schlimmer: Er verlor seine Kinder. Seine Freunde waren ihm keine Hilfe; statt konstruktiver Kritik oder Unterstützung bekam er von ihnen noch eins drauf. Selbst seine Frau fragte ihn zusammengefasst: "Du glaubst noch?"

Ja, Hiob begann sogar, selbst mit Gott zu hadern. Die Frage nach dem Warum, nach dem Sinn stellte sich. Er ging mit Gott "ins Gericht". Aber er merkte, dass Gott gerecht ist, heilig und nichts Falsches macht. Er setzte sein Vertrauen schlussendlich doch auf Gott. Er nahm das Leid an. Er bat darum, dass Gott ihn hindurch trägt.

Moderne Zeitgenossen sehen hier nur eine alttestamentliche Geschichte, eine Legende, einen Mythos, eine Sage, eine Dichtung; dem aber kann und muss ich widersprechen!

Es würde soweit führen, ins Detail zu gehen, und doch habe auch ich erfahren, dass Gott hindurch trägt! Als Kind war ich ausgestossen, bekam Klassenkeile. Prüfungs- und Versagungsängste waren längst nicht die einzigen seelischen Probleme, die ich hatte. Beruflich bin ich auf die Nase gefallen. Trauererfahrung, Ausgrenzung auch von den eigenen Verwandten, Lieblosigkeit sind für mich alles andere als Fremdworte. Kurz: Vieles in meinem Leben war das, was man "Hölle" nennt.

Aber bei allem war Gott da: Er schenkte mir Trost, neuen Mut, neuen Kraft. Er schickte mir stets zur rechten Zeit Menschen, die mir beistanden, die mich unterstützten, unter anderem auch dadurch, dass sie mir gründlich mal die Meinung sagten. Ohne all das wäre ich heute wohl Alkoholiker.

Hiob hat es noch schlimmer getroffen. Und doch blieb er Gott treu. Er setzte sein Vertrauen auf Gott und wurde belohnt. Nach seiner schweren Lebenskrise war er auch materiell reicher als vorher.

Ob es uns in dieser Welt genauso geht, vermag ich nicht zu sagen. Das ist Gottes Sache. Aber ich weiß aus Erfahrung, dass Er uns nicht fallen lässt, kommt es auch noch so dick. Und am Ende steht für uns Gemeinschaft mit Ihm in Seinem Königreich und im Haus des Vaters.


Bibellesetipp:

Das Buch Hiob.


Mit den besten Segenswünschen
Euer

Markus Kenn




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