Himmelsstürmer?
Als ich heute morgen das 1. Kapitel der Apostelgschichte aufschlug, wurde mit gleich deutlich, wie real die Freunde Jesu dessen Auferstehung und sein Wirken über 40 Tage danach auf der Erde erlebt haben. Lukas spricht von sicheren Kennzeichen. Was kann sicherer zeigen, dass jemand lebt, wenn Jesus leiblich vor seinen Jüngern steht, mit ihnen isst und trinkt (Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden! Und er kommt wieder! Preis dem Herrn!), und mit ihnen, wie er es schon Jahre über getan hat, über das Reich Gottes spricht. Und er tat es sehr deutlich (Ap. 1, 4 - 8):
"Und als er mit ihnen zusammen war, gebot er ihnen, von Jerusalem nicht zu weichen, sondern die Verheißung des Vaters abzuwarten, ... welche ihr von mir vernommen habt. Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt im Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Die nun zusammen gekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, gibst du in dieser Zeit Israel die Königsherrschaft wieder? Er sprach zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Stunden zu kennen, welche der Vater in seiner eigenen Macht festgesetzt hat. Sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist über euch kommt, und werdet Zeugen für mich sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis ans Ende der Erde!"
Jesus zeigt hier recht entschieden auf, was das Reich Gottes ist, und wie es dort zugeht.
Zunächst wird einmal klar, dass Jesu Vertraute auf etwas Neues warten mussten, was ihnen bis dahin in der Form unbekannt war.Jesus wusste, dass sie ohne den Heiligen Geist nicht in der Lage sein würden, das Leben mit Gott, so wie es ihm wirklich gefällt, überhaupt leben zu können. Deshalb kündigte er ihnen den Heiligen Geist an, der in wenigen Tagen über sie kommen soll. Gott selbst muss es wieder auch bei seinen Kindern in die Hand nehmen, damit es überhaupt mit ihnen in seinem Reich weiter gehen kann. Hier wird sehr deutlich, wie sehr Menschen sich im Paradies und dann auch immer wieder bis heute über Gott erhoben haben, als sie meinten, sie würden es alles schon selbst hinkriegen. Die Jünger strebten nach Ämtern in der Königsherrschaft über Israel, aber Jesus zeigt ihnen erst mal, was wichtig ist, um mit ihrem Leben vor dem allmächtigen Gott überhaupt erst einmal zurecht zu kommen. Was versuchen wir nicht alles - ohne unseren guten Herrn überhaupt nur gefragt zu haben oder auch um seine Kraft zu bitten. Wie oft mussten wir es von ihm schon hören, wenn wir mal wieder auf die Nase gefallen waren: Ich habe es nie gesagt, was du tust. Mir kam in den Sinn, wie oft Christen versucht haben, zu berechnen, wann Jesus wohl wieder kommen wird. Dabei hat er doch deutlich gesagt, dass er es selbst nicht weiß, sondern der Vater es sich selbst vorbehalten hat, den Zeitpunkt zu bestimmen. Also kann es auch kein Mensch vom Heiligen Geist empfangen haben, wie manche es meinen. Der gibt nur weiter, was er vom Vater weiß. Und der hat sich festgelegt, dass er es niemanden sagt.
Jesus spricht von der Kraft, die Gott gibt, nachdem der Heilige Geist gekommen ist. Kraft für dein und mein Leben, Kraft gegen die Sünde, Kraft, vorwärts zu gehen, Kraft für den anderen, Kraft zum Leben. Gott hat seinen Heilsplan für die Schöpfung wirklich gut durchdacht und gestaltet. Er, der Schöpfer selbst, kümmert sich selbst um seine Kinder und gibt ihnen die Kraft, die sie zum Leben in der Gemeinschaft mit Gott und auch für die Ausbreitung des Reiches Gottes und der guten Nachricht von der Vergebung, Erlösung und Befreiung brauchen. Ja, Gott will sogar seine Kinder dazu gebrauchen, Wunder zu tun und sein Reich zu bauen. Wie konträr zu Satans Angebot damals: Ihr werdet sein wie Gott. Nein, wir sind weder Gott selbst noch Götter, wie ich sogar in christlichen Kreisen einmal hörte. Wir sind seine Kinder, abhängig von seiner Liebe und seiner Kraft, die durch uns wirkt. Sonst wären wir nur fromme Esotheriker. Gotteskraft, wie man hier in Bayern sagt, ist in mir? Nein, Gottes Kraft fließt durch mich und wirkt dort, wo und wie er es bestimmt.
Der Vater hat seinen Heiligen Geist ausgegossen. Er lebt durch ihn in uns. Seine Kraft ist jeden Tag wieder da für uns und die Menschen um uns herum. Aber lass uns darauf achten, dass wir standesgemäß und korrekt mit ihm umgehen. Gott hat uns mit dem Heiligen Geist nicht zu Superfrauen oder -männern gemacht. (Seine Kraft ist in den Schwachen mächtig.) Er hat auch seine Gaben sehr weise und ausgeglichen verteilt. Menschen, die auf großen Veranstaltungen verkünden: Ihr habt jetzt alle die Gabe der Heilung ... der Prophetie ... Ja selbst zum Sprachenreden sagt die Bibel, dass es nicht jeder hat, als Paulus meint: Ich wollte, ihr könntet alle in Sprachen reden ... Wenn jeder von uns alle Gaben des Heiligen Geistes hätte, brauchte keiner den anderen mehr. Nein Gott kennt unseren Hang zu Überheblichkeit und Stolz. Jeder diene dem anderen mit der Gabe, die er von Gott empfangen hat. Wem? Dem Nächsten! So ist es nicht biblisch, dass mir niemand etwas zu sagen hat. "Ich habe selbst den Heiligen Geist???" Ich muss es vor Gott prüfen, aber das Gute behalten. Wie oft bist du und ich so festgefahren in unseren Gedanken, dass wir das Reden Gottes selbst gar nicht mehr hören können? In mancher schweren Zeit bin ich dankbar, wenn meine Frau für mich betet, und es mir wieder besser geht. Wie oft werden die eigenen Gebete zum Kreis um uns selbst? Sicherlich geht es nicht darum, abhängig von einem Menschen zu sein. Aber die Bibel sagt:
"Einer trage des anderen Last." (Galater 6,2)
Lies auch in 1. Kor. 12 + 13 nach. Da schreibt jemand zu all dem, der weiß, wovon er redet.
Geht es dir nicht gut mit deinem Glauben? Brichst du unter den Lasten zusammen? (Danke Jesus, du liebst sie/ihn sehr!) Läuft dein Terminkalender über mit frommen Terminen - oder hast sogar schon zwei Kalender? ..... ? Dann gib es auf, Gott vorauseilen zu wollen. Warte auf ihn, auf seinen Geist. Tu wie Jesus nur das, was dich der Heilige Geist sehen lässt, was der Vater tut. Lass uns umkehren zum Kreuz. Der daran gehangen hat ist genug. Und du wirst gesegnet sein und das Leben und absolute Erfüllung haben. So soll es sein, so soll es geschehen!
Gott segne dich mit allem, was er für dich bereit hält.
Wolfgang Hilger