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Andacht vom 22. August 2007.

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Männer weinen nicht





Als Kind hatte man zu ihm gesagt: „Der Indianer kennt keinen Schmerz!“ Er
hatte auch nie seinen Vater weinen sehen. „Männer weinen nicht!“ Das hatte
sich tief in seine Seele eingegraben. Aber nun muß er weinen. Er will nicht. Er
weint und weint. Wenn er allein ist, kann er nicht aufhören. Niemand soll es
sehen, denn Männer weinen nicht. Das ist Schwäche. Ein Mann muß doch stark
sein. Wirklich? Frauen dürfen weinen, weil sie eben Frauen sind.

Wissenschaftler haben festgestellt, dass mit den Tränen aufgestaute
Streßstoffe ausgeschwemmt werden und weinen deshalb Linderung bringt. Weinen
ist ein Ventil. Weinen tut gut.

Ein amerikanisches Sprichwort sagt:
„Männer sind stark, aber zerbrechlich. Frauen sind weich, aber zäh!“

Nun ist er zerbrochen und er weint. Aber ein Mann sollte ja nicht weinen.
Schauen wir in die Bibel. Auch Jesus hat geweint. Er weinte nicht über seine
Sünde, seinen Zerbruch, sondern er weinte aus einem anderen Grund. Er hatte
Angst. „Er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit
lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht, der ihm vom Tod erretten
konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt“
(Hebräer 5,7).

Weil er unser aller Vorbild ist, dürfen auch Männer weinen. Sie brauchen sich
ihrer Tränen nicht zu schämen, denn Jesus hat das auch nicht getan. Er weinte
auch über die Stadt Jerusalem. Er weinte über die Menschen, die seine Rettung
nicht annehmen wollten (Lukas 19,41).

Keine Träne ist umsonst geweint, denn Gott sammelt sie in seinen Krug (Psalm
56,9). Eine alte Legende erzählt, dass aus Tränen in der Ewigkeit Perlen
werden. Ob das so ist, wissen wir nicht. Aber Gott selbst will trösten und die
Tränen abwischen. Das hat er versprochen. Bis es soweit ist, dürfen Männer
und Frauen weinen.

„Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen und der Tod wird nicht mehr
sein, noch Leid noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist
vergangen“. Offenbarung 21,4


© Cornelia Hott


Ein Projekt von Christliche Autoren und pdh-ichtys © 2007