Geborgen bei Gott
Ich traue mich kaum noch, die Nachrichten anzusehen oder im Radio anzuhören oder eine Zeitung zu lesen: Überall nichts als Probleme, als Not. Es gibt immer mehr Kinder in Deutschland, die kein warmes Essen mehr haben, von einer gesunden Ernährung zu schweigen; dabei sind wir das drittreichste Land in der Welt. Das Phänomen der Massenarbeitslosigkeit wächst seit der Ölkrise von 1973 / 1974; keine der in Angriff genommenen Massnahmen konnte das Problem auch nur im Ansatz entschärfen.
Auch andere Schlagworte zeigen, wie ernst die Lage ist: Pisastudie, wachsende Kriminalität und Gewaltbereitschaft auch unter Jugendlichen, das Zerbrechen von Familien, Sinnentleerung, Werteverlust, Kriege, Terrorgefahren ... Heute stehen bundesdeutsche Soldaten in Krisengebieten wie Afghanistan, eine Tatsache, die zu meiner Zeit bei der Bundesmarine schier undenkbar gewesen ist. Diese Lieste lässt sich fortsetzen bis zum Excess! Wo kann man sich noch geborgen fühlen?
Ich fühle mich geborgen, umsorgt, geliebt. Das mag für viele zynisch klingen, und ich kann es verstehen: Wer als Single von Hartz IV lebt, hat nicht sehr viele Möglichkeiten, und Absagen - falls man auf seine Bewerbungen überhaupt eine Antwort bekommt - tragen nicht gerade zur Förderung des Selbstwertgefühles bei. Ich kenne das Gefühl, denn ich selbst bin ledig und hangele mich als Langzeitarbeitsloser mit Hartz IV, Traubenlese und Ein-Euro-Jobs durch. Und trotzdem weiss ich mich geborgen, umsorgt und geliebt. Irgendwie geht alles auf. Ich bin Menschen begegnet, die ich sonst niemals kennen gelernt hätte. Und es hatte seinen Sinn: Ohne diese Umstände hätte ich einigen Leuten nicht von Jesus erzählen können. Es gab Kolleginnen und Kollegen, die meine Gelassenheit bemerkten trotz aller Widernisse und denen ich dann erzählen konnte, dass ich mich in Gottes Hand geborgen weiss. Hier und da konnte ich ein Traktat weitergeben.
Ja, sicher: Einfach ist es nicht immer. Aber Gott öffnet Türen und Möglichkeiten. Hier und da kann ich dem ein oder anderem etwas helfen, und langweilig wird es mir auch nicht: Wenn ich mich nicht gerade bewerbe, dann schreibe ich eine Predigt auf dieser Seite oder verteile Traktate. Ich erlebe, dass es immer etwas sinnvolles zu tun gibt, und dass dies sich positiv auf mich selbst auswirkt: Ich bleibe gelassen, werde trotz allem selbstsicherer, freundlicher, sanfter und werde immer realistischer.
Auch wenn bei mir die Situation verfahren ist, so weiss ich doch, dass der Herr mir hilft und mich befreit; selbst in den dunkelsten Zeiten meines Lebens war Er mein Licht. Das wird auch immer so bleiben. Deshalb möchte ich Seine Hand so fest halten, dass Er mich nie wieder los lässt. In den Kämpfen meines Lebens gehöre ich zu den Legionen Seiner Truppen. Ich stehe auf der Seite dessen, der letztendlich der Sieger sein wird: Jesus!
Bei Gott bin ich angenommen, auch wenn mich Menschen ausgrenzen und die eigenen Eltern mich verstossen hätten. Wichtig ist für mich deshalb nicht, was Menschen von mir denken, sondern die Tatsache, wie Gott mich sieht. Weil ich auf den Herrn sehe, bleibe ich stark. In Seinem Licht wird mir auch manches klar und klarer.
Auf diesem Hintergrund verstehe ich auch den Psalm 27, Geborgen bei Gott! David, der selbst durch viele Nöte und Verfolgungen ging und zum Mörder wurde, wusste sich trotz seiner übergrossen Schuld bei Gott geborgen; von ihm stammt auch dieser Psalm.
Mögen unsere Lebensumstände auch noch so verfahren sein: Bei Gott sind wir geborgen, bei Ihm werden wir eine Wohnung haben und eines Tages auf ewig ohne jede Sorge und Not leben können. Diese Gewissheit macht stark und trägt durch alle Stürme und Widrigkeiten unseres Erdenlebens.
Bibellesetipp:
"Der Herr ist mein Licht, er befreit mich und hilft mir; darum habe ich keine Angst. Bei ihm bin ich sicher wie in einer Burg; darum zittere ich vor niemand. Wenn meine Feinde mich bedrängen, wenn sie mir voller Hass ans Leben wollen, dann stürzen sie und richten sich zugrunde. Mag ein ganzes Heer mich umzingeln, ich habe keine Angst. Auch wenn es zum Kampf kommt: Ich vertraue auf ihn. Nur eine Bitte habe ich an den Herrn, das ist mein Herzenswunsch: Mein ganzes Leben möchte ich in seinem Haus bleiben, um dort seine Freundlichkeit zu schauen und seinen Tempel zu bewundern. Wenn schlimme Tage kommen, nimmt der Herr mich bei sich auf, er gibt mir Schutz unter seinem Dach und stellt mich auf sicheren Felsengrund. Dann triumphiere ich über die Feinde, die mich von allen Seiten umringen. Im Tempel bringe ich ihm meine Opfer, mit lautem Jubel danke ich ich dem Herrn, mit Singen und Spielen preise ich ihn. Herr, höre mich, wenn ich dich rufe; hab doch Erbarmen und antworte mir! Ich erinnere mich an deine Weisung; du hast gesagt: "Kommt zu mir!" darum suche ich deine Nähe, Herr. Verbirg dich nicht vor mir! Jag mich nicht im Zorn von dir weg! Du hast mir doch immer geholfen; lass mich jetzt nicht im Stich! Verstoss mich nicht, Gott, du mein Retter! Wenn auch Vater und Mutter mich verstossen, du, Herr, nimmst mich auf. Herr, zeige mir den richtigen Weg, leite mich auf gerader Bahn, damit meine Feinde schweigen müssen. Gib mich nicht ihrer Mordgier preis! Die Zeugen, die mich belasten sollen, Lügner sind sie, die das Recht zerstören! Doch ich weiss, ich muss nicht hinab zu den Toten, ich darf weiterleben, um deine Güte zu sehen. Vertrau auf den Herrn, sei stark udn fasse Mut, vertrau auf den Herrn!"
Psalm 27
Mit den besten Segenswünschen
Euer
Markus Kenn