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Andacht vom 24. Oktober 2008.

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Ich bin's, fürchte dich nicht!




Und eine Stimme ertönte aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe! Und sogleich treibt ihn der Geist in die Wüste hinaus. Und er war 40 Tage dort in der Wüste und wurde von dem Satan versucht; und er war bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm.
Markus 1, 11 - 13
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Liebe Angestoßene, lieber Angestoßener,

ich möchte eine fiktive Geschichte erzählen, wie sie unzählige Christen so oder ähnlich immer wieder erleben. Karsten war das Wochenende auf einer großen christlichen Veranstaltung gewesen. Ein Heilungsprediger war dort, und Karsten hatte mit eigenen Augen sehen dürfen, wie viele Menschen von Jesus geheilt wurden. Ja, ein schwerbehinderter Mann, der kaum laufen konnte - Karsten kennt ihn persönlich und kann alles wahrheitsgemäß bezeugen - lief plötzlich durch die Halle, mit seinen Krücken hoch über dem Kopf winkend. Gott ist so gut und groß. Bei der abschließenden Segnung war Karsten nach vorn gegangen, und der Heilige Geist hatte ihm durch einen Bruder in einer Weissagung direkt angesprochen und ihm gegenüber ausgedrückt, wie sehr der Vater im Himmel ihn liebt und schätzt. Und dann war Karsten aus der Halle wie hinausgeschwebt, gefüllt mit Gottes guten Heiligem Geist, sicher, dass sein Leben eine neue entscheidende Wende erlebt hat und jetzt nur noch alles besser werden wird.

In der nächsten Woche wird Karsten recht bald von seiner rosaroten Wolke herab geholt. Die Arbeit läuft nicht wie gewohnt, sein Chef ist schwer sauer auf ihn. Vom Gymnasium kommt ein Brief, dass die Versetzung seines ältesten Sohnes gefährdet ist. Auch kommt zum Vorschein, dass seine doch noch viel zu junge Tochter eine Liebschaft mit einem Jungen aus der Neonazi-Szene zu beginnen scheint. Und Karstens Frau zickt auch nur noch herum. Es ist zum verrückt werden. Karsten ist unausgeglichen und fühlt sich elend und kraftlos, schießt einen Bock nach dem anderen. Anklage kommt auf. All das nach diesem Wochenende? Herr, wo bist du? Hast du nicht gesagt ...? Bin ich schuld? Was habe ich falsch gemacht? War alles nur ein Hirngespinst?

Jesus war zu Johannes gegangen, der im Jordan Menschen taufte, die in ihrem Leben einen Neuanfang mit Gott gemacht hatten. Buße war das große Thema von Johannes, war sein Auftrag, dem kommenden Messias den Weg zu bereiten. Menschen mussten von ihren Wegen umkehren, damit "... der König der Ehre einziehen kann... " Jesus erlebte während seiner Taufe eine große Bestätigung durch den Menschen Johannes, der ihn als den verheißenen Messias erkannte und von seinem Vater im Himmel, der ihm wegen seiner Demut und seines Gehorsams großes Wohlgefallen aussprach. Jesus, der Sohn Gottes, der seine Gottheit abgelegt hatte und Mensch geworden war, empfing nun vom Thron Gottes den Heiligen Geist und wurde durch ihn zu all dem ausgerüstet, was er für die Erfüllung seines Auftrages auf der Erde brauchte. Nur ganz nebenbei: Siehst du, dass Jesus, als er auf der Erde war, nicht mehr zur Verfügung hatte, als ein normaler wiedergeborener und geisterfüllter Christ, wie du und ich? Er hatte seine Gottheit abgelegt, war Mensch wie du und ich, und brauchte für sein Wirken die Kraft des Heiligen Geistes.

Nach diesem großen und wichtigen Ereignis nahm ihn der Heilige Geist und trieb ihn sogleich in die Wüste. Man könnte meinen, dass sich Gott wohl da vertan hat. Vater, du willst mich doch wohl nicht solchen Gefahren aussetzen, hätte Jesus sagen können. Und er litt und hungerte, hatte Durst und stolperte vorwärts, musste darauf achten, nicht von wilden Tieren gefressen zu werden. Und zu allem Unglück dazu, als wenn es nicht schon gereicht hätte, taucht auch noch Satan persönlich bei ihm auf und zieht und zerrt an ihm, versucht ihn zu Fall zu bringen.

Jesus kannte das Gesetz des Mose und die heiligen Schriften, die von seinem Vater im Himmel sprachen, sehr genau. Und er wusste auch, wozu ihm der Vater den Heiligen Geist gegeben hatte. Und er fing ohne zu zögern trotz aller Widrigkeiten an, sich auf das Wichtigste zu konzentrieren - die Bewährung vor seinem Vater. Ihn wollte er nicht enttäuschen. Dabei war kein Platz für Selbstmitleid oder Durchhängen. Und er tat es mit den Mitteln, die ihm sein Vater zur Verfügung gestellt hatte. Er begegnete dem Feind mit dem Wort Gottes und in der Kraft des Heiligen Geistes und konnte so Sieger bleiben. Und der Vater konnte ihn so in seinem Charakter fest machen und für all das noch viel Schwerere vorbereiten, wo Jesus wirklich sterben und so die Schuld der Menschen tragen sollte.

Was glaubst du, warum du von Gott den Heiligen Geist empfangen hast? Weil du ihn brauchst! Wenn du wirklich mit Gott gehen willst und nicht nur von ihm immer nur befreit, gesegnet und gelobt werden willst, wird Gott dich sehr schnell in eine Wüste führen, wo du all die guten Gaben und die Kraft, die Gott dir mit dem Heiligen Geist gegeben hat, anwenden kannst. Und dann heißt es stehen bleiben und wie im natürlichen Leben auch: Üben, üben, üben ...Satan wird dir nichts schenken. In seinem blinden Hass gegen alles, was Gott geschaffen hat - und dann zu seinem Ebenbild, wird er versuchen, dich anzugreifen, dich zu belügen, dich in Sünde zu ziehen, wenn es möglich wäre, dich umzubringen. Und Gott lässt es ein Stück zu. Einmal will er deine Liebe zu ihm sehen und dein Vertrauen zu ihm, dass er dich trotzdem liebt und mit dir ist. Und er hat versprochen, dass er die Versuchung nur so lange zulassen wird, wie du es ertragen kannst. Und zum anderen sollst du stark werden und lernen, mit Gottes Werkzeugen und Waffen umzugehen. Und Gott ist gut. Lies den letzten Satz von Vers 13: Und die Engel dienten ihm. Gott ist nicht daran interessiert, dass du fällst und stirbst. Er hat dir seine Engel zur Seite gestellt, dir zu helfen und zu dienen. Und Gott wird dir nach all dem, wenn es durch Gottes Kraft überstanden ist, immer mehr Verantwortung und Salbung anvertrauen - und du wirst ein Segen von Gott für andere sein. So wie Jesus - in deinem Bereich.

Stürz also nicht ab, wenn es gerade nach einem besonders großen Segen für dich es besonders schwierig wird. Gott ist mit dir. Nimm die Herausforderung an und geh auf Gottes Art und Weise mit den Waffen und Werkzeugen mitten hindurch. Gottes Geist ist nicht nur in den Hoch-Zeiten deines Lebens da, sondern sogar eher noch mehr in den Zeiten, wo du scheinbar unten bist. Wo die Not am größten, ist Gottes Hilfe am nächsten.

Geh doch durch die Dunkelheit mit dem frohen Wissen:
Gott hat auch in dieser Zeit das Band nicht zerrissen.
Alles, was sich sterbend senkt, in des Herbstes Erde,
wird im Frühling neu geschenkt durch das Wort: Es werde!

Auch, wenn du kein Wachstum siehst, kannst du fröhlich hoffen.
Der mit Liebe dich umschließt hält den Himmel offen.
Und er wird zu seiner Zeit hilfreich mit dir sprechen.
Was gereift in Dunkelheit muss zum Licht durchbrechen.

(J. Jourdan/S. Fietz)


Gott segne dich!


Wolfgang Hilger




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