Abraham, unser Glaubensvater
Das sind schon enorme Glaubensleistungen, die unser Stammvater Abraham mit Gottes Hilfe vollbracht hat. Wer könnte schon von sich sagen, damals ähnlich wie er gehandelt zu haben?
Auf Geheiss Gottes verließ er seinen angestammten Wohnsitz und siedelte nach Kanaan um:
„Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde!“ (1 Mose 12,1)
Das war damals eine große Sache, die nicht zu vergleichen ist, wenn wir heutzutage mal eben umziehen. Es hing ja eine ganze Sippe mit dran. Mit Abraham (der damals noch Abram hieß) zogen auch seine Frau, die Knechte und Mägde, das ganze Vieh und alle Habe mit. Und das allein aufgrund eines einzigen Satzes des allmächtigen Gottes. Wie haben wohl die reagiert, die mit ihm ziehen mussten? Sie werden womöglich mit Unverständnis reagiert haben. Aber Abraham handelte im Glauben, er tat einfach, was der Herr ihm auftrug.
„Und Abram nahm seine Frau Sarai und Lot, den Sohn seines Bruders, und all ihre Habe, die sie erworben, und die Leute, die sie in Haran gewonnen hatten, und sie zogen aus, um in das Land Kanaan zu gehen; und sie kamen in das Land Kanaan.“ (1 Mose 12,5)
Auch hielt Abraham immer an der Verheissung Gottes fest, dass er ihn zu einer großen Nation machen würde, so zahlreich wie die Sterne am Himmel:
„Und er führte ihn hinaus und sprach: Blicke doch auf zum Himmel, und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst! Und er sprach zu ihm: So zahlreich wird deine Nachkommenschaft sein!“ (1 Mose 15,5)
Obwohl Abraham bis dahin noch nicht ein Kind hatte, glaubte er der Zusage Gottes:
„Und er glaubte dem HERRN; und er rechnete es ihm als Gerechtigkeit an.“ (1 Mose 15,6)
Wir sehen daran auch, dass es schon immer der Glaube war, der einen Menschen gerecht machte, im Alten wie im Neuen Testament. Und nicht von alleine: Gott rechnet es uns als Gerechtigkeit an. Es bedarf des aktiven Zutuns Gottes. Kein Mensch kann von sich aus gerecht werden. So wie Gott es auch heute jedem Menschen als Gerechtigkeit anrechnet, wenn er zum Glauben an Jesus Christus kommt.
Und Abraham bekommt sogar die Verheissung Gottes, in hohem Alter noch ein Kind mit seiner Frau Sara zu zeugen. Hier sehen wir auch eine menschliche Seite Abrahams. Er lacht, als er das hört:
“Da fiel Abraham auf sein Angesicht und lachte und sprach in seinem Herzen: Sollte einem Hundertjährigen ein Kind geboren werden, und sollte Sara, eine Neunzigjährige, etwa gebären?“ (1 Mose 17,17)
Wohl jeder hätte ein wenig geschmunzelt, wenn er solches gehört hätte. Abraham ist eben auch kein Übermensch, sondern ebenso abhängig von der Güte Gottes wie jeder Andere auch.
Aber Abraham beweist sich erneut als Glaubensheld, als er auf Geheiss Gottes sogar bereit ist, seinen später tatsächlich geborenen Sohn Isaak dem Herrn zu opfern. Doch als sein Sohn schon auf dem Opferaltar liegt und Abraham im Begriff ist, ihn zu töten, greift Gott ein und verhindert das Opfer im letzten Moment. Es war lediglich eine Glaubensprüfung, wenn auch eine wirklich dramatische.
Aber Gott hat es dem Abraham gedankt. Die Verheissung erfüllte sich und er wurde zum Stammvater von vielen, auch zum Stammvater eines jeden gläubigen Christen, der durch seine Bekehrung Teil des Gottesvolkes wurde. Abraham ist daher für uns beides: Vater des Glaubens und auch echter Stammvater.
„Abraham soll doch zu einer großen und mächtigen Nation werden, und in ihm sollen gesegnet werden alle Nationen der Erde!“ (1 Mose 18,18)
Eckart Haase