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Andacht vom 25. September 2009.

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To do Listen



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To-do-Listen




Staub wischen,
Auto zur Inspektion bringen,
Garten winterfest machen,
Kuchen backen,
Tante Erna zum Geburtstag schreiben,
Glühbirnen austauschen...

So oder so ähnlich sehen die „To-do-Listen“ aus, mit denen sich mancher durch den Tag oder durch die Woche kämpft.Bloß nichts vergessen!Möglichst alles hinbekommen!

Nun sind solche Listen ohne Frage nützliche Hilfen, um den Alltag mit seinen unterschiedlichen Anforderungen zu bewältigen.Allerdings üben sie oftmals eine erstaunliche Eigendynamik aus. Bleibt am Abend manches von der Liste unerledigt, stellt sich beim einem oder anderen ein komisches Gefühl ein: “Wieder nicht alles geschafft!“ Zumal die Listen einen geheimen Anhang haben, der sich von Idealbildern her füllt, die jeder von uns in sich trägt:
Was muss man tun, um ein guter Vater zu sein? Erfolgreich im Beruf, Zeit für die Kinder, ein verständnisvoller Ehemann...
Was muss man tun, um als Jugendlicher richtig hip zu sein? Beliebt bei Freunden, die neuesten Klamotten tragen, immer einen flotten Spruch auf den Lippen haben...

Was gibt es nicht alles zu tun - an einem einzigen Tag oder in einem Leben! Was für eine Liste brauche ich, damit mein Leben richtig gut ist?

In der Geschichte vom barmherzigen Samariter erzählt Jesus auch von Menschen, die immer solche Listen im Kopf haben und genau wissen, was sie tun müssen, um ihrem Idealbild möglichst nahe zu kommen, die wissen, was heute unbedingt zu erledigen ist:
Diese beiden Menschen sind der Priester und der Levit. Einiges haben sie schon weggeschafft an diesem Tag, an dem sie vom Tempeldienst zurückkehren.Die „To-do-Liste“ für den Tag ist schon fast abgearbeitet. Jetzt nur noch nach Hause kommen, ohne sich zu verunreinigen - etwa mit dem Blut eines anderen Menschen.Das ist auch der Grund, warum sie an dem Gewaltopfer vorbeigehen.Hier zu helfen, stand nicht auf ihrer Liste. Würden sie hier helfen, müssten sie anderes weglassen - alles würde durcheinander geraten. Schlimmer noch: Ihr Bemühen, möglichst gute Priester und Tempeldiener zu sein wäre dahin. Ein guter Priester verunreinigt sich nicht - so steht es in den Geboten. Und so ziehen sie vorbei: Die letzten Posten ihrer „To-do-Liste“ noch im Kopf, das Idealbild, das sie von sich und ihrem Dienst haben, vor Augen.

Und nun? Es ist auffällig, dass Jesus in dieser Geschichte den Priester und den Leviten nicht ausdrücklich verurteilt. Sie wollten ja alles richtig machen.Und doch: Genau das war eben nicht richtig!
Jesus ermutigt seinen Gesprächspartner und mit ihm auch uns dazu, nicht alles richtig machen zu wollen. Wir schaffen's ja eh nicht! Nein, es geht auch im Christenleben nicht darum, das zu tun, was dran ist und das dann auch richtig und vor allem liebevoll.

Nein, wir werden im Leben nicht immer alles richtig machen und wir werden dabei an dieser oder jener Stelle auch schuldig werden, vor Gott und anderen und nicht zuletzt auch vor uns selbst. Das ist so. Aber das bleibt auch so, wenn wir uns noch mehr und mehr mühen.
Nein, versuch nicht alles richtig zu machen, du brauchst nicht alles richtig machen und du musst erst recht nicht perfekt sein. Tu einfach das, was jetzt und heute dran ist! Mach das richtig, was jetzt dran ist, was dir vor die Füße fällt und wo sich dein Gewissen regt: Hier musst du helfen!


Sarah Lindhorst




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