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Andacht vom 27. Mai 2007, Pfingstsonntag.

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Pfingsten im Alltag



Wie voll waren die Herzen von Jesu Freunden nach seinem Tod und seiner Auferstehung! Alles, was ihnen geschah, war so unglaublich, und doch glaubten sie ganz fest daran, dass alles so war, wie es war. Sie redeten untereinander viel darüber.
Aber die Jünger waren auch voll Angst – wer sollte all diese herrlichen Dinge verstehen? Sie waren keine ausgebildeten Redner, keine Theologen, die Gottes Wahrheit den Menschen mit komplizierten und schönen Worten darstellen konnten. Einfache Leute aus dem Volk fast alle von ihnen. Wie konnten sie da hoffen, ihre Botschaft herüberzubringen?
Angst erfüllte ihre Herzen, Furcht vor Missverständnissen, Unverstandensein, Strafen gar.

Wie oft geht es auch uns so. Wir möchten auf die Anderen zu gehen, verstehen und verstanden werden, doch es fällt uns schwer, die rechten Worte zu finden, und so bleiben wir oft gleich lieber daheim und unter uns. Gerade, wenn es um Gott geht.

Letzte Woche hatten wir in unserem Wohnort Besuch aus der französischen Partnergemeinde. Wie ängstlich war doch mancher Gastgeber, dass er sich nicht mit den Gästen verständigen konnte, dass er ihnen nicht alles Gute bieten konnte, das er beabsichtigte.
Viele Stunden lang habe ich Reden übersetzt, Reiseführungen, kleine Bitten und Dankesworte zwischen vielen Menschen. Aber Pfingsten ist viel mehr als das.

Die Jünger trauten sich aus dem Haus, sie sagten, was sie zu sagen hatten, und sie konnten von allen verstanden werden. Sie sprachen die Sprache eines jeden, der ihnen lauschte.

Es gab Verstehen, weil der Heilige Geist die Herzen öffnete, weil man verstehen wollte und spürte, da ist eine Botschaft für mich, für dich, für jeden von uns.
"Und es wird geschehen, jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden." Apg 2,21

Das ist ein Eindruck, der mir von dem Franzosenwochenende bleibt:
Auch wir erlebten zusammen ein Stück Pfingsten.
Es sind nicht in erster Linie die Vokabeln, die Verstehen ermöglichen, es ist der gute, der Heilige Geist zwischen Gästen und Gastgebern gewesen, der Freundschaft und Verstehen auch ohne viele gemeinsame Worte ermöglicht hat, weil die Herzen offen waren. Die vielen Tränen zum Abschied zeigten es.
Wenn wir bereit sind, aufeinander zu zu gehen, schenkt uns Gottes Geist ein tiefes Verstehen – das ist ein Pfingstwunder, das immer wieder den Alltag verschönt.
So können wir dem Leben der ersten Christengemeinde immer näher kommen.
"Und alle, die gläubig geworden waren, bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam. Sie verkauften ihr Hab und Gut und gaben davon allen, jedem so viel, wie er nötig hatte.... "Apg 2, 45 f
Dann trauen wir uns auch immer mehr, wie die ersten Christen gemeinsam zu beten und von Gott zu sprechen.
"Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens." Apg 2,46

Durch den Heiligen Geist können wir ein Stück Gottes Reich auf die Erde bringen und es mit unseren Nächsten teilen.



Maria Sassin



Ein Projekt von Christliche Autoren und pdh-ichtys © 2007