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Andacht vom 27. Mai 2008.

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Die richtigen Prioritäten setzen!




Natürlich ist Jesus nicht gekommen, das Gesetz aufzulösen, sondern es zu erfüllen; deshalb können und dürfen wir Gottes Gebote nicht relativieren, geschweige denn noch ausser Kraft setzen, nur, um als modern, zeitgemäss und tolerant zu gelten. Uns muss bewusst sein, dass wir, wenn wir auch nur das kleinste aller Gebote übertreten, schuldig werden am ganzen Gesetz. Dennoch gibt Jesus uns den weisen Rat, die Prioritäten richtig zu setzen. Ein Widerspruch? - Nein! Denn auf die richtige Gewichtung kommt es an!

Natürlich sollen wir Gottes Feiertage halten, aber Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungsdienste müssen auch am Sonntag bereit sein, weil Notlagen und Katastrophen auch dann schnelle Hilfe erfordern, auch wenn sie auf einen Sonn- oder hohen Feiertag fallen.

Die deutsche Rechtssprechung kennt auch den Begriff des höherwertigen Rechtsgutes: Fahre ich z. B. ein Sanitätsfahrzeug mit Blaulicht und Sirene - was ich im Normalfall nicht darf, weil ich keine dafür erforderliche Fahrerlaubnis habe -, so mache ich mich zwangsläufig eines Verkehrsdeliktes im erheblichen Umfang schuldig. Tue ich dies, weil ich der Einzige bin, der ein solches Fahrzeug fahren kann und das Leben eines Schwerstverletzten davon abhängt, dann würde ich mich schuldig machen, wenn ich eben dies nicht täte.

Natürlich ist dies ein extremes Beispiel; der Alltag ist in der Regel glücklicherweise weit weniger dramatisch, doch auch hier gilt, dass man die Prioritäten richtig setzt. Ich selbst esse keine Blut- oder Leberwurst, weil Gott auch in der Apostelgeschichte sagt, dass wir nichts essen sollen, in dem noch Blut ist; dennoch gehe ich zur Blut- und zur Blutzellenspende, weil Kranke und Verletzte auf die entsprechenden Konserven und Blutprodukte angewiesen sind. Das Verbot der Zeugen Jehovas z. B., Blut zu spenden oder aber eine Bluttransfusion zu bekommen, ist unverantwortlich, blind und im Grunde kriminell; sie vergessen, dass der Buchstabe des Gesetzes tötet, der Geist aber lebendig macht.

Auch Jesus wies die Pharisäer auf die richtigen Prioritäten hin: Es gibt Dinge, die auch auf einen Sabbat getan werden müssen, und manchmal muss man sich entscheiden: Nach dem jüdischen Gesetz muss ein Junge am achten Tag nach seiner Geburt beschnitten werden, auch wen dieser auf einen Sabbat fällt.

Deshalb ist es uns erlaubt, bestimmte Dinge zu tun, die erforderlich sind, ohne schuldig zu werden. Was aber nicht heisst, dass wir aus dem Sonntag einen Werktag machen sollen. Wir brauchen einen Ruhetag, wir brauchen Feiertage, um uns zu erholen, um uns zu sammeln und an Gott zu denken, Ihn zu loben und zu preisen. Es kommt halt auf die richtigen Prioritäten an!


Bibellesetipps.

"Damals ging Jesus an einen Sabbat durch die Felder. Seine Jünger hatten Hunger; darum fingen sie an, Ähren abzurollen und die Körner zu essen. Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu Jesus: 'Da sieh dir an, was deine Jünger tun! Das ist nach dem Gesetz am Sabbat verboten!' Jesus antwortete ihnen: 'Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als er und seine Männer hungrig waren? Er ging in das Haus Gottes und aß von den geweihten Broten, obwohl das verboten war - den nur Priester dürfen davon essen. Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass die Priester auch am Sabbat im Tempel arbeiten? Dadurch übertreten sie die Sabbatvorschriften; trotzdem sind sie nicht schuldig. Und ich sage euch: Hier ist mehr als der Tempel! Wenn ihr verstanden hättet, was mit dem Wort gemeint ist: 'Ich forderte von euch nicht, dass ihr mir irgendwelche Opfer bringt, sondern dass ihr barmherzig seid', dann würdet ihr nicht Unschuldige verurteilen. Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat; er hat zu bestimmen, was an diesem Tag getan werden darf!'"
(Matthäus 12:1-8)

"An einem anderen Sabbat ging Jesus in die Synagoge und sprach zu den Menschen. Dort war ein Mann, dessen rechte Hand war abgestorben. Die Gesetzeslehrer und die Pharisäer suchten einen Anlass, Jesus anzuzeigen; sie beobachteten deshalb genau, ob er am Sabbat heilen würde. Aber Jesus kannte ihre Gedanken. Er sagte zu dem Mann mit der abgestorbenen Hand: 'Steh auf und stell dich in die Mitte!' Der Mann stand auf und trat vor. Dann sagte Jesus zu den Gesetzeslehrern und den Pharisäern: 'Ich frage euch, was darf man nach dem Gesetz am Sabbat tun? Gutes oder Böses? Einem Menschen das Leben retten oder ihn umkommen lassen?' Er schaute sie alle der Reihe nach an und sagte zu dem Mann: 'Streck deine Hand aus!' Er tat es und sie wurde wieder gesund. Die Gesetzeslehrer und die Pharisäer packte eine unsinnige Wut und sie berieten miteinander, was sie gegen Jesus unternehmen könnten."
(Lukas 6:6-11).

Mit den besten Sgenswünschen
Euer


Markus Kenn



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