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Gedanken
zur Weisheit! die Epredigt
Liebe Gemeinde,
ich grüße Sie alle recht herzlich. Der heutige Sonntag steht unter dem großen Thema der
unendlichen Weisheit Gottes und unseren Bemühungen, Gott zu finden. Wir
finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 1. Korintherbrief, Kapitel 1,
die Verse 18-28. Lassen Sie uns diesen Predigttext zunächst gemeinsam
lesen:
Die Weisheit der Welt ist Torheit vor Gott
Denn das Wort
vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig
werden, ist's eine Gotteskraft. Denn es steht geschrieben (Jesaja 29,14): "
Ich will zunichte machen die eisheit der Weisen und den Verstand der
Verständigen will ich verwerfen." Wo sind die Klugen ? Wo sind die
Schriftgelehrten ? Wo sind die Weisen dieser Welt ? Hat nicht Gott die Weisheit
der Welt zur Torheit gemacht ? Denn weil die Welt, umgeben von der Weisheit
Gottes, Gott durch ihre Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die
Torheit der Predigt selig zu machen, die daran glauben. Denn die Juden
fordern Zeichen, und die Griechen fragen nach Weisheit, wir aber predigen den
gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit;
denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als
Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn die Torheit Gottes ist weiser, als die
Menschen sind, und die Schwachheit Gottes ist stärker, als die Menschen
sind.
Liebe Gemeinde,
wie finde ich den Weg zu Gott ? Diese Frage
wird gerade von suchenden Menschen immer wieder gestellt. Sie ist von
existentieller Bedeutung, hängt doch davon ewiges Leben oder aber ewige
Verdammnis ab. Lassen Sie uns daher am heutigen Sonntag einige Wege einmal näher
betrachten, die uns zu Gott führen können.
1. Der Weg der
Weisheit
Salomo erbat sich von Gott Weisheit anstelle von Reichtum und
Erfolg. Aus diesem Grunde segnete Gott Salomo, da er die richtigen
Prioritäten im Leben setzte. So gesehen kann Weisheit ja nichts Schlechtes sein.
Ist sie auch nicht, hat doch Salomo nicht die menschliche Weisheit erbeten,
sondern Weisheit, die von seinem Schöpfer her stammt.
Wenn wir uns jetzt
ein wenig näher mit der Weisheit beschäftigen, dann wollen wir die menschliche
Weisheit auf ihren Wertgehalt hin untersuchen, ob sie geeignet ist, den Weg
zu Gott zu finden. Der Einfachheit halber ersetzen wir das Wort Weisheit
durch das Wort Philosophie.
Von allen Lebewesen unterscheiden wir uns als
Menschen ja dadurch, dass nur wir denken können, also über unser Dasein, unsere
Pläne und Wünsche nachdenken können. Aber was was hat uns das Denken über den
Sinn des Lebens denn eigentlich gebracht ?
Es haben sich zahlreiche
Weltanschauungen in der Philosophie manifestiert, von der jede den Anspruch
erhebt, die einzig wahre zu sein. Nun könnte man ja meinen, auf Seiten der
Religion sei dies anders. Aber weit gefehlt. Wir haben mittlerweile mehr
Religionen als Weltanschauungen mit denen wir uns auseinandersetzen
können.
Wenn eine einzige Frage ca. 100 richtige Antworten liefert, oder
sogar 100 einzig wahre Antworten präsentiert, dann haben wir überhaupt
keine richtige Antwort gefunden. Wir müssen also einsehen, dass wir über den
Weg der Philosophie oder den Weg der Religion nicht den Weg zu Gott
finden können. Es scheint vielmehr so zu sein, und das sagt uns auch Paulus
schon , dass alle Weisheit uns den Weg zu Gott verblendet, wir die
Weisheit Gottes also gar nicht mehr erkennen können.
Wohlgemerkt,
Weisheit ist in vielen Lebensbereichen durchaus wertvoll, allerdings ist sie
sicherlich nicht dazu geeignet, uns den Wege zu Gott aufzutun.
2.
Eigene Werke
"Ich halte mich an feste Gebetszeiten. Täglich halte ich
zwei große Fürbittengebete. Und ich lese täglich drei Kapitel in der Bibel. Also
komme ich in den Himmel." Gegen Gebete und das Lesen der Bibel ist natürlich
rein gar nichts einzuwenden. Nur führt uns dieser Weg nicht in den
Himmel. Jedenfalls dann nicht wenn wir ihn isoliert betrachten und in diesem
Weg die Eintrittskarte in den Himmel sehen.
Was trennt uns eigentlich von
Gott derart, dass wir den direkten Weg zu ihm nicht beschreiten können. Es sind
unsere Sünden, liebe Gemeinde. Und diese Sünden können wir unserem Herrn zwar
im Gebet bekennen und um Vergebung bitten. Aber ich wette mit Ihnen, bis zur
nächsten Gebetszeit hat sich das Sündenkonto bereits wieder erheblich
gefüllt. Sollten Sie in der Zwischenzeit in die Ewigkeit abberufen werden, dann
stünden Sie eben mit diesen "Restsünden" vor unserem Herrn und der Eintritt
in den Himmel müsste Ihnen verwehrt werden.
Weisheit und Werke, welche
auch immer, führen uns also nicht hin zu Gott. Nun sind mit Denken und Handeln
unsere Möglichkeiten erschöpft. Das intelligenteste Gedankenmodell und das
Einhalten aller religiösen Riten führen uns nicht in Gottes Gegenwart. Wenn wir
dies erkennen, dann müssen wir daraus zwangsläufig den Schluss ziehen: Es
gibt für uns Menschen keinen Zugang zu Gott, den wir willentlich und wissentlich
aus eigener Kraft beschreiten können. Es wäre natürlich meine letzte
Predigt, wenn sie hier enden würde. Das tut sie aber nicht, weil es etwas
ganz wunderbares gibt, das über allem menschlichen Denken und
aller menschlicher Vernunft steht, nämlich
3. Der Weg Gottes zu uns
Menschen
Gott weiß in seiner göttlichen Weisheit, dass wir den Weg zu ihm
nicht finden können. Eigentlich könnte es Gott ja auch egal sein, was wir
Menschen treiben. Das kann es ihm aber nicht sein. Gott hat Himmel und Erde
geschaffen und alles, was sich auf der Erde befindet. Dazu gehören natürlich
auch wir. Um es einmal etwas salopp zu formulieren: Gott macht keine "halben
Sachen". Alles, was er gemacht hat, das hat er so perfekt geschaffen, wie
wir es niemals erdenken könnten.
Durch den Sündenfall hat sich der
Mensch aber ganz bewusst von Gott abgewandt. Der Mensch hat also Gott die Tür
vor der Nase zugeschlagen, um es einmal ganz deutlich zu sagen. Und dennoch
bleiben wir in seinen Augen seine Geschöpfe, die er über alles liebt und die er
gern wieder als seine Kinder gewinnen möchte. Und hier, liebe Gemeinde, endet
unser Denken und Handeln. Können Sie sich vorstellen, dass Sie immer und immer
wieder hinter einem Menschen her rennen, der Ihnen trotzdem immer wieder die
Tür vor der Nase zuknallt ? Mir persönlich fällt dies außerordentlich
schwer.
Ein weiteres Problem bestand für Gott darin, dass er niemanden
zwingt, sein Kind zu werden. Das entspräche auch nicht seiner göttlichen Natur.
Der Himmel ist der Aufenthaltsort für die Menschen, die dort auch wirklich
hin wollen.
Um diese Problematik zu durchbrechen musste Gott also eine
Möglichkeit schaffen, die uns den Weg zu ihm ebnet, aber unter dem Primat
der Freiwilligkeit. Wenn unser Weg zu Gott also sinnbildlich vor der
Himmelstüre endet, dann musste Gott auf die Erde kommen, um uns diese Pforte
wieder aufzutun.
Dies liebe Gemeinde tat er in der Form von Jesus
Christus und seiner Erlösungstat, für alle, die diese für sich ganz persönlich
annehmen. Unser Weg zu Gott besteht also ganz und gar aus dem einfachen Wort
"Ja, Herr". Wenn wir unsere Sünden bekennen und bereuen, dann haben wir ein für
alle Male die Vergebung erlangt und dürfen uns fortan wieder als Gottes
Kinder bezeichnen. Daher reden wir uns in unseren Gemeinschaften auch mit den
Worten Bruder oder Schwester an. Das soll kein elitäres Gehabe sein,
sondern ist ganz einfach unser Bekenntnis.
Wenn wir dieses "Ja, Herr"
ausgesprochen haben und uns im Glauben Jesus direkt in die Arme geworfen haben,
dann werden auch unsere inneren Augen aufgetan. Wir dürfen Gottes Kraft und
Weisheit erkennen, die denen verborgen bleibt, welche den Herrn Jesus (noch)
nicht als ihren Erlöser angenommen haben. Oder um es mit Paulus zu sagen:
Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden. Das ist übrigens
auch der einzige Grund für all den Spott und all die Häme, die uns entgegen
schlägt. Es ist keine "Besserwisserei", sondern eine "Nichtwisserei". Wenn wir
uns dies vor Augen halten, dann können wir mit derartigen Reaktionen auch
gelassener umgehen.
 Aber auch diejenigen, die den Herrn Jesus noch nicht
im Glauben angenommen haben, sind ja seine Geschöpfe. Und hier beginnt unser
Auftrag. Wir sind ja eben keinen abgezählte elitäre Sondereinheit Gottes.
Wir sollen als seine Multiplikatoren wirken und das, was uns widerfahren ist,
der ganzen Welt immer und immer wieder kundtun. Wir sollen eben nicht in
unseren Kirchen bleiben und uns ob unserer eigenen Errettung wegen erfreuen.
Nein, der Herr Jesus hat ausdrücklich gesagt " Gehet hin..." und nicht
"Bleibet drin".
Lassen Sie uns doch alle dieses "Gehet hin..." wieder mit
Leben und Aktivität füllen. Für jeden von uns hält Gott genau die Aufgaben
bereit, die er auch bewältigen kann. Heute ist ja bekanntlich Sonntag und die
meisten von uns haben etwas mehr freie Zeit, als an den übrigen Tagen der
Woche. Nutzen wir doch diese freie Zeit und verbringen diese damit, unseren
Herrn zu bitten, er möge uns DEN Weg zeigen, den er für uns vorgesehen hat
um mit uns zusammen sein Reich aufzubauen. Ich bin mir sicher, dass Gott
diese Gebete erhört und auch entsprechend beantwortet.
Der Liederdichter
Heinrich Held beschreibt in dem zweiten Vers seines Liedes "Komm, o komm, du
Geist des Lebens..." ein sehr schönes gesungenes Gebt, mit welchem wir Gott
um Weisung für unser Tun bitten können. Dieser Vers lautet wie folgt:
Gib
in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, dass wir
andres nicht beginnen als nur, was dein Wille sucht; dein Erkenntnis werde
groß und mach uns vom Irrtum los
Der Herr unterbreche Deine Gedanken,
damit Du Deinen Blick auf ihn richten kannst Der Herr unterbreche Deine
Werke, damit Du nur noch auf ihn schaust Der Herr lege sein Erlösungswerk
tief in Dein Herz, damit Du immer in seiner Liebe bleiben
kannst
Amen
Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch
einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche. Sollte sich
Ihr Partner (in) derzeit im Fußballfieber befinden und sollte Ihnen diese
Sportart überhaupt nichts bedeuten, dann nehmen Sie doch ganz einfach in dieser
Zeit wieder einmal die Bibel zur Hand. Ich bin mir sicher, Sie können
vollkommen ungestört 90 Minuten lesen.
Es grüßt Sie alle recht
herzlich Ihr
Ulrich Naber
©
Ulrich Naber
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