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Andacht vom 27.Juni 2010.

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Gedanken zur Weisheit! die Epredigt



Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich. Der heutige Sonntag steht unter dem großen Thema der unendlichen Weisheit
Gottes und unseren Bemühungen, Gott zu finden. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 1. Korintherbrief, Kapitel 1, die Verse 18-28.
Lassen Sie uns diesen Predigttext zunächst gemeinsam lesen:

Die Weisheit der Welt ist Torheit vor Gott

Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist's eine Gotteskraft. Denn es steht
geschrieben (Jesaja 29,14): " Ich will zunichte machen die eisheit der Weisen und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen." Wo sind  die
Klugen ? Wo sind die Schriftgelehrten ? Wo sind die Weisen dieser Welt ? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht ? Denn weil die
Welt, umgeben von der Weisheit Gottes, Gott durch ihre Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen,
die daran glauben. Denn die Juden fordern Zeichen, und die Griechen fragen nach Weisheit, wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein
Ärgernis und den Griechen eine Torheit; denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit.
Denn die Torheit Gottes ist weiser, als die Menschen sind, und die Schwachheit Gottes ist stärker, als die Menschen sind.

Liebe Gemeinde,

wie finde ich den Weg zu Gott ? Diese Frage wird gerade von suchenden Menschen immer wieder gestellt. Sie ist von existentieller Bedeutung, hängt
doch davon ewiges Leben oder aber ewige Verdammnis ab. Lassen Sie uns daher am heutigen Sonntag einige Wege einmal näher betrachten, die uns zu Gott
führen können.

1. Der Weg der Weisheit

Salomo erbat sich von Gott Weisheit anstelle von Reichtum und Erfolg.
Aus diesem Grunde segnete Gott Salomo, da er die richtigen Prioritäten im Leben setzte. So gesehen kann Weisheit ja nichts Schlechtes sein. Ist sie
auch nicht, hat doch Salomo nicht die menschliche Weisheit erbeten, sondern Weisheit, die von seinem Schöpfer her stammt.

Wenn wir uns jetzt ein wenig näher mit der Weisheit beschäftigen, dann wollen wir die menschliche Weisheit auf ihren Wertgehalt hin untersuchen, ob
sie geeignet ist, den Weg zu Gott zu finden. Der
Einfachheit halber ersetzen wir das Wort Weisheit durch das Wort Philosophie.

Von allen Lebewesen unterscheiden wir uns als Menschen ja dadurch, dass nur wir denken können, also über unser Dasein, unsere Pläne und Wünsche
nachdenken können. Aber was was hat uns das Denken über den Sinn des Lebens denn eigentlich gebracht ?

Es haben sich zahlreiche Weltanschauungen in der Philosophie manifestiert, von der jede den Anspruch erhebt, die einzig wahre zu sein. Nun könnte man
ja meinen, auf Seiten der Religion sei dies anders. Aber weit gefehlt. Wir haben mittlerweile mehr Religionen als Weltanschauungen mit denen wir uns
auseinandersetzen können.

Wenn eine einzige Frage ca. 100 richtige Antworten liefert, oder sogar 100 einzig wahre Antworten präsentiert, dann haben wir überhaupt keine
richtige Antwort gefunden. Wir müssen also einsehen, dass wir über den Weg der Philosophie oder den Weg der Religion nicht den Weg zu Gott finden
können. Es scheint vielmehr so zu sein, und das sagt uns auch Paulus schon , dass alle Weisheit uns den Weg zu Gott verblendet, wir die Weisheit
Gottes also gar nicht mehr erkennen können.

Wohlgemerkt, Weisheit ist in vielen Lebensbereichen durchaus wertvoll, allerdings ist sie sicherlich nicht dazu geeignet, uns den Wege zu Gott
aufzutun.

2. Eigene Werke

"Ich halte mich an feste Gebetszeiten. Täglich halte ich zwei große Fürbittengebete. Und ich lese täglich drei Kapitel in der Bibel. Also komme ich
in den Himmel." Gegen Gebete und das Lesen der Bibel ist natürlich rein gar nichts einzuwenden. Nur führt uns dieser Weg nicht in den Himmel.
Jedenfalls dann nicht wenn wir ihn isoliert betrachten und in diesem Weg die Eintrittskarte in den Himmel sehen.

Was trennt uns eigentlich von Gott derart, dass wir den direkten Weg zu ihm nicht beschreiten können. Es sind unsere Sünden, liebe Gemeinde. Und
diese Sünden können wir unserem Herrn zwar im Gebet bekennen und um Vergebung bitten. Aber ich wette mit Ihnen, bis zur nächsten Gebetszeit
hat sich das Sündenkonto bereits wieder erheblich gefüllt. Sollten Sie in der Zwischenzeit in die Ewigkeit abberufen werden, dann stünden Sie eben
mit diesen "Restsünden" vor unserem Herrn und der Eintritt in den Himmel müsste Ihnen verwehrt werden.

Weisheit und Werke, welche auch immer, führen uns also nicht hin zu Gott. Nun sind mit Denken und Handeln unsere Möglichkeiten erschöpft. Das
intelligenteste Gedankenmodell und das Einhalten aller religiösen Riten führen uns nicht in Gottes Gegenwart. Wenn wir dies erkennen, dann müssen wir
daraus zwangsläufig den Schluss ziehen: Es gibt für uns Menschen keinen Zugang zu Gott, den wir willentlich und wissentlich aus eigener Kraft
beschreiten können. Es wäre natürlich meine letzte
Predigt, wenn sie hier enden würde. Das tut sie aber nicht, weil es etwas ganz wunderbares gibt, das über allem menschlichen Denken und aller
menschlicher Vernunft steht, nämlich

3. Der Weg Gottes zu uns Menschen

Gott weiß in seiner göttlichen Weisheit, dass wir den Weg zu ihm nicht finden können. Eigentlich könnte es Gott ja auch egal sein, was wir Menschen
treiben. Das kann es ihm aber nicht sein. Gott hat Himmel und Erde geschaffen und alles, was sich auf der Erde befindet. Dazu gehören natürlich auch
wir. Um es einmal etwas salopp zu formulieren: Gott macht keine "halben Sachen". Alles, was er gemacht hat, das hat er so perfekt geschaffen, wie wir
es niemals erdenken könnten.

Durch den Sündenfall hat sich der Mensch aber ganz bewusst von Gott abgewandt. Der Mensch hat also Gott die Tür vor der Nase zugeschlagen, um es
einmal ganz deutlich zu sagen. Und dennoch bleiben wir in seinen Augen seine Geschöpfe, die er über alles liebt und die er gern wieder als seine
Kinder gewinnen möchte. Und hier, liebe Gemeinde, endet unser Denken und Handeln. Können Sie sich vorstellen, dass Sie immer und immer wieder hinter
einem Menschen her rennen, der Ihnen trotzdem immer wieder die Tür vor der Nase zuknallt ? Mir persönlich fällt dies außerordentlich schwer.

Ein weiteres Problem bestand für Gott darin, dass er niemanden zwingt, sein Kind zu werden. Das entspräche auch nicht seiner göttlichen Natur. Der
Himmel ist der Aufenthaltsort für die Menschen, die dort auch wirklich hin wollen.

Um diese Problematik zu durchbrechen musste Gott also eine Möglichkeit schaffen, die uns den Weg zu ihm ebnet, aber unter dem Primat der
Freiwilligkeit. Wenn unser Weg zu Gott also sinnbildlich vor der Himmelstüre endet, dann musste Gott auf die Erde kommen, um uns diese Pforte wieder
aufzutun.

Dies liebe Gemeinde tat er in der Form von Jesus Christus und seiner Erlösungstat, für alle, die diese für sich ganz persönlich annehmen. Unser Weg
zu Gott besteht also ganz und gar aus dem einfachen Wort "Ja, Herr". Wenn wir unsere Sünden bekennen und bereuen, dann haben wir ein für alle Male
die Vergebung erlangt und dürfen uns fortan wieder als Gottes Kinder bezeichnen. Daher reden wir uns in unseren Gemeinschaften auch mit den Worten
Bruder oder Schwester an. Das soll kein elitäres
Gehabe sein, sondern ist ganz einfach unser Bekenntnis.

Wenn wir dieses "Ja, Herr" ausgesprochen haben und uns im Glauben Jesus direkt in die Arme geworfen haben, dann werden auch unsere inneren Augen
aufgetan. Wir dürfen Gottes Kraft und Weisheit erkennen, die denen verborgen bleibt, welche den Herrn Jesus (noch) nicht als ihren Erlöser
angenommen haben. Oder um es mit Paulus zu sagen: Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden. Das ist übrigens auch der einzige
Grund für all den Spott und all die Häme, die uns entgegen schlägt. Es ist keine "Besserwisserei", sondern eine "Nichtwisserei". Wenn wir uns dies
vor Augen halten, dann können wir mit derartigen Reaktionen auch gelassener umgehen.

Aber auch diejenigen, die den Herrn Jesus noch nicht im Glauben angenommen haben, sind ja seine Geschöpfe. Und hier beginnt unser Auftrag. Wir sind
ja eben keinen abgezählte elitäre Sondereinheit
Gottes. Wir sollen als seine Multiplikatoren wirken und das, was uns widerfahren ist, der ganzen Welt immer und immer wieder kundtun. Wir sollen eben
nicht in unseren Kirchen bleiben und uns ob unserer eigenen Errettung wegen erfreuen. Nein, der Herr Jesus hat ausdrücklich gesagt " Gehet hin..."
und nicht "Bleibet drin".

Lassen Sie uns doch alle dieses "Gehet hin..." wieder mit Leben und Aktivität füllen. Für jeden von uns hält Gott genau die Aufgaben bereit, die er
auch bewältigen kann. Heute ist ja bekanntlich Sonntag und die meisten von uns haben etwas mehr freie Zeit, als an den übrigen Tagen der Woche.
Nutzen wir doch diese freie Zeit und verbringen diese damit, unseren Herrn zu bitten, er möge uns DEN Weg zeigen, den er für uns vorgesehen hat um
mit uns zusammen sein Reich aufzubauen. Ich bin mir
sicher, dass Gott diese Gebete erhört und auch entsprechend beantwortet.

Der Liederdichter Heinrich Held beschreibt in dem zweiten Vers seines Liedes "Komm, o komm, du Geist des Lebens..." ein sehr schönes gesungenes Gebt,
mit welchem wir Gott um Weisung für unser Tun bitten können. Dieser Vers lautet wie folgt:

Gib in unser Herz und Sinnen
Weisheit, Rat, Verstand und Zucht,
dass wir andres nicht beginnen
als nur, was dein Wille sucht;
dein Erkenntnis werde groß
und mach uns vom Irrtum los

Der Herr unterbreche Deine Gedanken, damit Du Deinen Blick auf ihn
richten kannst
Der Herr unterbreche Deine Werke, damit Du nur noch auf ihn schaust
Der Herr lege sein Erlösungswerk tief in Dein Herz, damit Du immer in
seiner Liebe bleiben kannst

Amen

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche. Sollte sich Ihr Partner (in) derzeit im Fußballfieber
befinden und sollte Ihnen diese Sportart überhaupt nichts bedeuten, dann nehmen Sie doch ganz einfach in dieser Zeit wieder einmal die Bibel zur
Hand. Ich bin mir sicher, Sie können vollkommen ungestört 90 Minuten lesen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

 

© Ulrich Naber




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