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Des Herrn Augen
Manches mal kann auch ein gläubiger Mensch sich verlassen fühlen. "Ich kann Gott gar nicht mehr spüren" oder "Ich glaube, Gott hat mich vergessen", heisst es dann.
Solche Phasen der Glaubensdürre können wir alle mal durchmachen. Natürlich ist es immer am Schönsten, wenn wir Gott ganz nah bei uns fühlen, wenn wir wissen, dass wir Schritt für Schritt mit ihm gehen. In solchen Zeiten schwebt der Geist Gottes sozusagen direkt über uns. Aber dann gibt es auch wieder genau das Gegenteil, dass wir meinen, Gott sei auf einmal verschwunden, ganz weit weg und hat uns allein gelassen. Manchmal lässt sich sowas durch eigenes sündiges Verhalten erklären, denn die Sünde trennt immer von Gott. Aber selbst wenn da nichts war, kann es trotzdem passieren, dass wir den Eindruck haben, Gott würde uns im Regen stehen lassen.
Dabei ist Gottes Nähe ja nicht davon abhängig, ob wir sie wahrnehmen. Ganz bestimmt lässt Gott solche Wüstenzeiten auch zu, um uns zu erproben, um zu sehen, wie fest unser Glaube ist. Und erlässt uns nicht mit böser Absicht zappeln, sondern diese Prüfungen legt er uns auf, damit wir sie bestehen. Es geht darum, dass wir uns bewähren. Denn die Bewährung gibt uns wiederum Hoffnung:
"Wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, da wir wissen, dass die Bedrängnis Ausharren bewirkt, das Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung; die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist." (Römer 5, 3-5)
Denn wie wäre das wohl, wenn wir Gottes Nähe permanent verspüren würden? Auf der einen Seite sicher sehr schön. Auf der anderen Seite würde unser Glaube nicht wachsen. Und darum geht es Gott. Das Vertrauen wächst dann, wenn wir erst Recht nach ihm fragen, zu ihm rufen, wenn er mal weit weg scheint. Denn Gott ist nicht wirklich weit weg. Aber er möchte unser Vertrauen festigen, er möchte Hoffnung und Sehnsucht nach ihm stets wach halten. Das ist eine große Gnade. Gott tut es aus Liebe, er sieht eben alles aus einer anderen Perspektive, aus der eines guten Hirten, der das tut, was am Besten für uns ist. Er hilft uns, treu zu ihm zu stehen. Denn dann werden seine Augen uns niemals übersehen.
"Denn des HERRN Augen durchlaufen die ganze Erde, um denen treu beizustehen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist." (2 Chr. 16,9)
Eckart Haase
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