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Andacht vom 29. Januar 2008, .

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Die Epredigt zum Bibelsonntag!


Liebe Gemeinde!


Der heutige Sonntag wird auch als Bibelsonntag bezeichnet. Bei allen konfessionellen Unterschieden soll uns dieser Sonntag an das erinnern,
was uns als Christen allesamt verbindet; nämlich an die Bibel, als Grundlage des christlichen Glaubens.

Lassen Sie uns auch unter diesem Aspekt den heutigen Predigttext betrachten, welcher in der Apostelgeschichte 16, 9-15 zu finden ist.
Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

"Und Paulus sah eine Erscheinung bei Nacht: Ein Mann aus Mazedonien stand da und bat ihn: "Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns." Als er aber die Erscheinung gesehen hatte, da suchten wir sogleich nach Mazedonien zu reisen, gewiss, dass uns Gott dahin berufen hatte, ihnen das Evangelium zu predigen.

Da fuhren wir von Troas ab und kamen geradewegs nach Samothrake, am nächsten Tag nach Neapolis und von da ab nach Philippi, das ist eine
Stadt des ersten Bezirks von Mazedonien, eine römische Kolonie. Wir blieben aber einige Tage in der Stadt.

Am Sabbattag gingen wir hinaus vor die Stadt an den Fluss, wo wir dachten, dass man zu beten pflegte, und wir setzten uns und redeten mit
den Frauen, die dort zusammenkamen.

Und eine gottesfürchtige Frau mit Namen Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; der tat der Herr das Herz auf, so dass sie
darauf acht hatte, was von Paulus geredet wurde. Als sie aber mit ihrem Hause getauft war, bat sie uns und sprach: "Wenn ihr anerkennt, dass ich
an den Herrn glaube, so kommt in mein Haus und bleibt da." Und sie nötigte uns."

Liebe Gemeinde,

"Gott kommt nach Europa" !! Mit dieser Überschrift könnte man den heutigen Predigttext zusammenfassen. Drei Gedanken zu diesem Text möchte
ich gern mit Ihnen teilen:

1. Was ist nach Europa gekommen ?

Mit Paulus und seinen Begleitern gelangte die frohe Botschaft der Auferstehung Jesu Christi nunmehr auch nach Europa. Eigentlich gelangte
die frohe Botschaft so ganz anders nach Europa, als wir es erwartet hätten. Sie kam ohne Liturgie, ohne kirchliche Hierarchie und auch ohne
konfessionell bedingte Streitigkeiten zu uns.

Der Kirchenvater Augustinus drückt sehr klar aus, wie wir auch heute noch als Christen unterschiedlicher Konfession miteinander umgehen
sollen: "In den Hauptsachen Einigkeit, in den Nebensachen Freiheit, und in allem die Liebe"

Mit der Hauptsache meinte Augustinus natürlich die Tatsache, dass Jesus Christus der Mittelpunkt unseres Glaubens ist.  Nebensachen ist es
zu eigen, dass sie sich auf die Hauptsache beziehen. Kurzum: Ohne Hauptsache keine Nebensache. Somit dürfen wir  z.B. das Abendmahl durchaus als
Nebensache betrachten. Und in den Nebensachen sollte man auch die Freiheit des anders Denkenden respektieren und zwar beidseitig.

Und wenn der Respekt dann auch noch liebevoll geschieht, dann werden wir sehr bald gemeinsame Formen des Gottesdienstes (wieder)finden, die allen Konfessionen gerecht werden.

2. Wer ist nach Europa gekommen ?

Nein liebe Gemeinde, es sind auch keine hohen kirchlichen Würdenträger gewesen, die uns die frohe Botschaft nach Europa brachten. Es waren
Menschen wie Du und ich, die uns das Evangelium brachten. Allerdings waren sie alle getrieben vom heiligen Geist und ausgestattet mit einem
brennenden Herzen gekommen, um die frohe Botschaft zu verbreiten.

Genau so arbeitet der heilige Geist auch heute noch. Er stattet einen jeden von uns mit Gaben und Talenten aus, die wir zu Seiner Ehre einsetzen sollen. Heute ist Sonntag, ein Großteil von Ihnen genießt heute sicherlich einen arbeitsfreien Tag. Nutzen Sie doch einfach einmal die Zeit und "horchen" Sie in sich hinein, was Ihnen am meisten Freude bereitet bzw. was Sie am besten können. Setzen Sie doch diese Fähigkeit auch für das Reich Gottes ein!

3. Wie bekehre ich andere Menschen ?

Wenn ich mir die Paulusbriefe ansehe, dann fällt mir auf, dass sich Paulus niemals Gedanken darüber gemacht hat, wie er, vor allem in vollkommen fremder Umgebung die Botschaft Jesu Christi verkündigt. Er macht sich auch keine Gedanken darüber, wie er andere Menschen zu Jesus Christus heranführt.

Liebe Gemeinde, lassen Sie uns noch kurz die dritte Frage betrachten "Wie bekehre ich andere Menschen ?"

Gar nicht !!! Die Antwort dürfte zwar zutreffend sein, doch ein wenig begründen möchte ich sie doch noch. Am Beispiel der Lydia aus unserem
Predigttext wird uns beschrieben, wie ein Mensch bekehrt wird. Zunächst hörte besagte Lydia ganz einfach zu, was Paulus zu sagen hatte, dann tat
ihr der Herr das Herz auf und erst danach bekehrte sie sich.

Liebe Gemeinde, bei all unseren Bemühungen dürfen wir unser Ziel niemals dahingehend ansetzen, Menschen bekehren zu wollen. Wer dies macht,
erleidet automatisch Schiffbruch. Abgesehen davon, dass wir uns mit einer derartigen Einstellung selber aufreiben, können wir auch keinen Menschen von uns aus bekehren.

Erst wenn der Herr einem Menschen das Herz auftut, ist es offen für Seine Botschaft. Daher ist es lediglich unsere Aufgabe, die frohe Botschaft zu verkündigen. Und genau dies immer wieder mit Wort und/oder Tat zu tun, - das ist unser Auftrag!

Lassen Sie uns also unsere Fähigkeiten in den Dienst unseres Herrn stellen. Lassen Sie unseren Auftrag stets mit einem liebevollen Herzen erledigen. Dann, so bin ich sicher, wird der Herr unseren Dienst zum Segen werden lassen.

Der Liederdichter Klaus Peter Hertzsch beschreibt unseren Dienst für den Herrn in dem Lied "Vertraut den neuen Wegen" treffend mit folgendem
Liedvers:

Vertraut den neuen Wegen und wandert in die Zeit !
Gott will, dass Ihr ein Segen für Seine Erde seid.
Der uns in frühen Zeiten das Leben eingehaucht,
der wird uns dahin leiten, wo er uns will und braucht.

Der Herr öffne Dein Herz, damit Du Seine Herrlichkeit spürst
Der Herr gebe Dir die Kraft, Seine Botschaft mit Wort und Tat zu verbreiten
Der Herr gebe Dir ein liebevolles Herz, das Seinen Frieden verkündet

Amen.

Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Woche.

Ihr
Ulrich Naber









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