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Die
Epredigt zum Bibelsonntag!
Liebe Gemeinde!
Der heutige Sonntag wird auch als Bibelsonntag bezeichnet. Bei
allen konfessionellen Unterschieden soll uns dieser Sonntag an das
erinnern, was uns als Christen allesamt verbindet; nämlich an die Bibel, als
Grundlage des christlichen Glaubens.
Lassen Sie uns auch unter diesem
Aspekt den heutigen Predigttext betrachten, welcher in der Apostelgeschichte 16,
9-15 zu finden ist. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam
lesen:
"Und Paulus sah eine Erscheinung bei Nacht: Ein Mann aus
Mazedonien stand da und bat ihn: "Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns."
Als er aber die Erscheinung gesehen hatte, da suchten wir sogleich nach
Mazedonien zu reisen, gewiss, dass uns Gott dahin berufen hatte, ihnen das
Evangelium zu predigen.
Da fuhren wir von Troas ab und kamen geradewegs
nach Samothrake, am nächsten Tag nach Neapolis und von da ab nach Philippi, das
ist eine Stadt des ersten Bezirks von Mazedonien, eine römische Kolonie. Wir
blieben aber einige Tage in der Stadt.
Am Sabbattag gingen wir hinaus vor
die Stadt an den Fluss, wo wir dachten, dass man zu beten pflegte, und wir
setzten uns und redeten mit den Frauen, die dort zusammenkamen.
Und
eine gottesfürchtige Frau mit Namen Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt
Thyatira, hörte zu; der tat der Herr das Herz auf, so dass sie darauf acht
hatte, was von Paulus geredet wurde. Als sie aber mit ihrem Hause getauft war,
bat sie uns und sprach: "Wenn ihr anerkennt, dass ich an den Herrn glaube, so
kommt in mein Haus und bleibt da." Und sie nötigte uns."
Liebe
Gemeinde,
"Gott kommt nach Europa" !! Mit dieser Überschrift könnte man
den heutigen Predigttext zusammenfassen. Drei Gedanken zu diesem Text
möchte ich gern mit Ihnen teilen:
1. Was ist nach Europa gekommen
?
Mit Paulus und seinen Begleitern gelangte die frohe Botschaft der
Auferstehung Jesu Christi nunmehr auch nach Europa. Eigentlich gelangte die
frohe Botschaft so ganz anders nach Europa, als wir es erwartet hätten. Sie kam
ohne Liturgie, ohne kirchliche Hierarchie und auch ohne konfessionell
bedingte Streitigkeiten zu uns.
 Der Kirchenvater Augustinus drückt sehr
klar aus, wie wir auch heute noch als Christen unterschiedlicher Konfession
miteinander umgehen sollen: "In den Hauptsachen Einigkeit, in den Nebensachen
Freiheit, und in allem die Liebe"
Mit der Hauptsache meinte Augustinus
natürlich die Tatsache, dass Jesus Christus der Mittelpunkt unseres Glaubens
ist. Nebensachen ist es zu eigen, dass sie sich auf die Hauptsache beziehen.
Kurzum: Ohne Hauptsache keine Nebensache. Somit dürfen wir z.B. das Abendmahl
durchaus als Nebensache betrachten. Und in den Nebensachen sollte man auch
die Freiheit des anders Denkenden respektieren und zwar beidseitig.
Und
wenn der Respekt dann auch noch liebevoll geschieht, dann werden wir sehr bald
gemeinsame Formen des Gottesdienstes (wieder)finden, die allen Konfessionen
gerecht werden.
2. Wer ist nach Europa gekommen ?
Nein liebe
Gemeinde, es sind auch keine hohen kirchlichen Würdenträger gewesen, die uns die
frohe Botschaft nach Europa brachten. Es waren Menschen wie Du und ich, die
uns das Evangelium brachten. Allerdings waren sie alle getrieben vom heiligen
Geist und ausgestattet mit einem brennenden Herzen gekommen, um die frohe
Botschaft zu verbreiten.
Genau so arbeitet der heilige Geist auch heute
noch. Er stattet einen jeden von uns mit Gaben und Talenten aus, die wir zu
Seiner Ehre einsetzen sollen. Heute ist Sonntag, ein Großteil von Ihnen genießt
heute sicherlich einen arbeitsfreien Tag. Nutzen Sie doch einfach einmal die
Zeit und "horchen" Sie in sich hinein, was Ihnen am meisten Freude bereitet bzw.
was Sie am besten können. Setzen Sie doch diese Fähigkeit auch für das Reich
Gottes ein!
3. Wie bekehre ich andere Menschen ?
Wenn ich mir die
Paulusbriefe ansehe, dann fällt mir auf, dass sich Paulus niemals Gedanken
darüber gemacht hat, wie er, vor allem in vollkommen fremder Umgebung die
Botschaft Jesu Christi verkündigt. Er macht sich auch keine Gedanken darüber,
wie er andere Menschen zu Jesus Christus heranführt.
Liebe Gemeinde,
lassen Sie uns noch kurz die dritte Frage betrachten "Wie bekehre ich andere
Menschen ?"
Gar nicht !!! Die Antwort dürfte zwar zutreffend sein, doch
ein wenig begründen möchte ich sie doch noch. Am Beispiel der Lydia aus
unserem Predigttext wird uns beschrieben, wie ein Mensch bekehrt wird.
Zunächst hörte besagte Lydia ganz einfach zu, was Paulus zu sagen hatte, dann
tat ihr der Herr das Herz auf und erst danach bekehrte sie sich.
Liebe
Gemeinde, bei all unseren Bemühungen dürfen wir unser Ziel niemals dahingehend
ansetzen, Menschen bekehren zu wollen. Wer dies macht, erleidet automatisch
Schiffbruch. Abgesehen davon, dass wir uns mit einer derartigen Einstellung
selber aufreiben, können wir auch keinen Menschen von uns aus
bekehren.
Erst wenn der Herr einem Menschen das Herz auftut, ist es offen
für Seine Botschaft. Daher ist es lediglich unsere Aufgabe, die frohe Botschaft
zu verkündigen. Und genau dies immer wieder mit Wort und/oder Tat zu tun, - das
ist unser Auftrag!
Lassen Sie uns also unsere Fähigkeiten in den Dienst
unseres Herrn stellen. Lassen Sie unseren Auftrag stets mit einem liebevollen
Herzen erledigen. Dann, so bin ich sicher, wird der Herr unseren Dienst zum
Segen werden lassen.
Der Liederdichter Klaus Peter Hertzsch beschreibt
unseren Dienst für den Herrn in dem Lied "Vertraut den neuen Wegen" treffend mit
folgendem Liedvers:
Vertraut den neuen Wegen und wandert in die Zeit
! Gott will, dass Ihr ein Segen für Seine Erde seid. Der uns in frühen
Zeiten das Leben eingehaucht, der wird uns dahin leiten, wo er uns will und
braucht.
Der Herr öffne Dein Herz, damit Du Seine Herrlichkeit
spürst Der Herr gebe Dir die Kraft, Seine Botschaft mit Wort und Tat zu
verbreiten Der Herr gebe Dir ein liebevolles Herz, das Seinen Frieden
verkündet
Amen.
Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete
Woche.
Ihr Ulrich Naber
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