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Andacht vom 30. März 2008.

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Jesus und Nikodemus



Nikodemus war ein frommer Jude, ein Mitglied des hohen Rates. Er gehörte also zu den einflussreichsten Pharisäern der damaligen Zeit. Er hätte gegen Jesus sein müssen, doch eines Nachts traut er sich zu Jesus zu kommen, um von ihm zu lernen.

"Dieser kam zu ihm bei Nacht und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, von Gott gekommen, denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm." (Johannes 3,2)

Wir können Nikodemus sicher ein wenig verstehen, dass er nachts kam, um nicht gesehen zu werden, aber sicher auch deshalb, weil nachts (und das war für die Juden damals die Zeit nach Sonnenuntergang) mehr Zeit für ein ausführliches Gespräch war.
Jesus antwortet darauf eigentlich mit etwas, was mit der ersten Aussage von Nikodemus scheinbar gar nichts zu tun hat:

"Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen." (Johannes 3,3)

Diese Aussage bringt Nikodemus ins Grübeln. Natürlich denkt er rein körperlich. Wie sollte das gehen, dass ein Mensch erneut von seiner Mutter geboren wird? Sollte er ein zweites Mal in den Leib seiner Mutter hinein gehen? Er äussert Jesus gegenüber seine Verwunderung.
Jesus sagt darauf:

"Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineingehen. Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist. Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden." (Johannes 3,5-7)


Die Verwunderung über die Notwendigkeit einer geistlichen Wiedergeburt ist für einen Menschen, der diese Wiedergeburt im Geiste noch nicht kennt, durchaus nachvollziehbar. Das kann wohl nur verstehen, wer wirklich ein wiedergeborener Christ ist. Im selben Körper eine neue Kreatur zu werden, das ist etwas, dass uns Menschen unmöglich ist. Allein der Heilige Geist ist zu so etwas imstande.
Immerhin: Nikodemus geht einen Schritt weiter. Jetzt möchte er natürlich wissen:

"Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie kann dies geschehen?" (Johannes 3,9)

Wie diese Unterhaltung am Ende ausgeht, ist uns nicht überliefert. Aber Nikodemus hat die Zusammenhänge im weiteren Verlauf der Ereignisse offenbar verstanden, denn er verteidigt Jesus vor Pharisäern (Joh. 7,50) und er begräbt sogar den Leichnam Jesu nach dessen Kreuzigung zusammen mit Josef von Arimathäa (Joh. 19,39f.)
Wir können also davon ausgehen, dass auch er ein wiedergeborener Christ wurde.


Eckart Haase




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